Peter Bosz war mit der Leistung des Schiedsrichters nicht einverstanden
Peter Bosz war mit der Leistung des Schiedsrichters nicht einverstanden © Getty Images
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Nizza - Bayer Leverkusen schießt sich in einer turbulenten Partie gegen Nizza in die K.o.-Phase der Europa League. Dennoch äußert Coach Bosz Kritik am Schiedsrichter.

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Bayer Leverkusen hat nach einem erneuten Tor-Spektakel gegen Nizza die K.o.-Phase der Europa League erreicht. Nach dem 3:2 (2:1)-Auswärtssieg ist dem Bundesligisten die Zwischenrunde bereits vor der letzten Partie nicht mehr zu nehmen (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER). 

Bereits ein Remis hätte der Werkself gereicht. Allerdings spielte Leverkusen von Beginn an offensiv und so entwickelte sich erneut ein Spektakel gegen Nizza. Bereits im Hinspiel hatten die Rheinländer mit 6:2 gewonnen (Spielplan und Ergebnisse der Europa League). 

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Dieses mal trafen Moussa Diaby nach Traumpass von Kerem Demirbay (22.), Aleksandar Dragovic per Direktabnahme (32.) und Julian Baumgartlinger mit einem Kopfball (51.).

Hradecky patzt bei Leverkusen

Für Nizza schoss Hassane Kamara (26.) das zwischenzeitliche 1:1. Direkt nach der Pause gelang Dan Ndoye nach einem Mega-Patzer von Bayer-Keeper Lukas Hradecky das 2:2 (46.). Der Schlussmann hatte einen flachen Weitschuss nach vorne abgewehrt und den Ball direkt vor die Füße des Torschützen serviert. 

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"Der Freistoß war unnötig, den dürfen wir nach der Halbzeit nicht so hergeben. Alles andere hat man, glaube ich, gesehen", kommentierte Trainer Peter Bosz den Fehler bei RTL Nitro. Weltmeister Roman Weidenfeller fügte als TV-Experte an: "Das ist natürlich ein undankbarer Ball für den Torhüter, der flattert und ist schwer festzuhalten. Ich hätte ihm empfohlen, den wegzubaggern wie beim Volleyball."

Die Gäste ließen sich vom Hradecky-Fauxpas aber nicht beeindrucken und übernahmen schnell wieder die Spielkontrolle. 

"Wir haben eine konzentrierte und dominante Leistung hingelegt. Wenn wir nicht ein oder zweimal gepennt hätten, dann wäre es noch viel ungefährdeter gewesen. So mussten wir viel Kraft und Energie aufwenden. Trotzdem ist der Sieg hochverdient", sagte Torschütze Baumgartlinger bei RTL Nitro.

Kritik am Schiedsrichter

Trotz des Sieges äußerte Trainer Bosz nach der Partie Kritik am Schiedsrichter und machte diesen für die geringe Chancenausbeute seines Teams verantwortliche. "Die fehlende Qualität des Schiedsrichters war auch da. Sonst hätten wir zwei Elfmeter bekommen und noch ein weiteres Tor gemacht", so der Niederländer.

Moussa Diaby war bereits in der fünften Minute nach starkem Antritt ein klarer Elfmeter nach einem Foul von Robson Bambu verwehrt worden. Die zweite Fehlentscheidung mussten Bosz und Bayer hinnehmen, als Schicks Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung Mitte der ersten Halbzeit zu unrecht zurückgepfiffen wurde.

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Auf den sonst allgegenwärtigen Videobeweis kann in der Europa League nicht zurückgegriffen werden. "Das verstehe ich nicht, aber das ist leider so. Das Problem haben andere Mannschaften auch", sagte Bosz. Von daher müsse man auch zufrieden sein, "wenn man in auswärts in Nizza drei Tore schießt, die eigentlich vier waren. Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel heute, weil wir gut gespielt haben", so Bosz.

Für Leverkusen geht es am abschließenden Spieltag gegen den punktgleichen tschechischen Meister Slavia Prag nun um den Gruppensieg (Die Tabellen der Europa League).

Dann soll auch wieder Torjäger Lucas Alario dabei sein. Der Argentinier fehlte wie bereits am vergangenen Wochenende in der Bundesliga gegen Hertha BSC mit Knieproblemen. Sein Vertreter im Angriff war Patrik Schick. 

Bosz bringt Debütant Türkmen

Leverkusens Coach Peter Bosz nutzte in der zweiten Hälfte die Gelegenheit, um zwei Talenten eine Chance zu geben. So feierte der 18 Jahre alte Cem Türkmen sein Profi-Debüt und auch der 17-Jährige Emrehan Gedikli kam zu seinem zweiten Einsatz bei der Werkself.

Positiv zudem: Nach dem Seitenwechsel feierte Edmond Tapsoba nach überstandener Coronavirus-Infektion sein Comeback für die Werkself, die in ihrem 40. Europa-League-Spiel deutlich höher hätte gewinnen können.

Bei Nizza verschärft sich nun die Krise. Trainer und Ex-Weltmeister Patrick Vieira gerät nach der wettbewerbsübergreifend fünften Niederlage in Folge immer mehr unter Druck.

Die Franzosen mussten auf den verletzten Dante verzichten. Der brasilianische Abwehrchef zog sich Anfang November einen Kreuzbandriss zu ,steht mehrere Monate nicht zur Verfügung und wurde in der Abwehr schmerzlich vermisst. 

Außerdem erwischte Nizza das Coronavirus zuletzt in vollem Maße. Mitte November wurden viele Akteure positiv getestet, was unter anderem zur Absage des Ligaspiels gegen Olympique Marseille führte.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)