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Hansi Flick bleibt ein DFB-Wunschkandidat als neuer Bundestrainer. Ralf Rangnick hat hingegen öffentlich sein Interesse bekundet. Ist er die 1B-Lösung?

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Die Suche nach einem Nachfolger für Noch-Bundestrainer Joachim Löw läuft auf Hochtouren, wird sich aber noch hinziehen, weil man laut Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff "keinen Zeitdruck" habe.

Bierhoff und DFB-Präsident Fritz Keller hielten sich auf einer Pressekonferenz am Donnerstag bezüglich möglicher Löw-Nachfolger bedeckt.

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Während Jürgen Klopp absagte und Bayern-Trainer Hansi Flick wohl erst am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz des FC Bayern dazu Stellung nehmen wird, hat Ralf Rangnick am Mittwochabend bei Sky seine Bereitschaft deutlich signalisiert: "Das ist eine Stelle, die niemanden als Trainer in Deutschland kalt lässt. Ich würde abheben und mir das anhören."

Weiter meinte Rangnick: "Ich kann mir grundsätzlich alles vorstellen. Es ist eine Frage des Timings. Jetzt bin ich frei, aber Herr Keller will sich Zeit lassen. Jetzt müssen wir einfach mal schauen, was die nächsten Wochen passiert."

Rangnick steht für Innovation

Bundestrainer Rangnick an der Seite von Bierhoff?

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"Dazu werde ich nichts sagen", so Bierhoff kurz und knapp. Seine grundsätzliche Haltung dazu ließ er offen. Rangnick sagte hingegen, er können sich vorstellen, dass die Zusammenarbeit der beiden "sehr fruchtbar" sein könne.

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Eine Aussage, die überrascht, denn Rangnick und Bierhoff zusammen können sich viele Experten nicht vorstellen. Auch verbandsintern gibt es Stimmen, die diesem Alphatier-Gespann eher kritisch gegenüberstehen.

Rangnick gilt als Revoluzzer. In Hoffenheim und zuletzt in Leipzig hat er gezeigt, dass er Großprojekte erfolgreich umsetzten kann. Er steht für Innovation, höchste Professionalität und klare Hierarchien.

Rummenigge erteilt Flick Wechselverbot

Bierhoff schraubt beim DFB derzeit am "Projekt Zukunft", steht in der öffentlichen Wahrnehmung für die Fehlentwicklung beim DFB und wurde von Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im SPORT1-Interview hart angegangen: "Egal ob es zum Beispiel seine Kritik am deutschen Nachwuchs oder der Trainerausbildung war. Bei allem war der Sportdirektor Oliver Bierhoff federführend seit 15 Jahren verantwortlich und mit im Boot."

Klar ist: Mit Rangnick wird man sich beim DFB beschäftigen müssen. Vor allem, wenn man Bierhoffs Worten Glauben schenken soll. Er sagte: "Wir wollen nicht in bestehende Verträge eingreifen. Wir respektieren bestehende Verträge."

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Das hieße im Umkehrschluss: Flick oder weitere unter Vertrag stehende Optionen müssen sich quasi selbst bei Bierhoff anbieten. Rangnick hingegen wäre sofort verfügbar, weil er vertragslos ist. Nach SPORT1-Informationen hat es zwischen ihm und Bierhoff aber noch keine konkreten Gespräche über den Bundestrainer-Posten gegeben.

Sorg und Kuntz wohl keine Optionen

Angesprochen auf mögliche, radikale Runderneuerungen nach der Ära Löw sagte Keller, dass es für den Löw-Nachfolger keine "Denkverbote" gäbe. Zudem habe der Verband die Aufgabe "in Generationen zu denken" und nicht nur an die Tagesaktualität.

Rangnick hat mit der Entwicklung zahlreicher Talente nachgewiesen, dass er diese Weitsicht besitzt. Zudem erwartet Bierhoff vom neuen Bundestrainer technische, kommunikative und analytische Kompetenzen und Reaktionsfähigkeit. Zudem müsse der Neue "Druck aushalten". Auch das hat Rangnick in seinem Portfolio.

Bierhoff und Rangnick sollen ein professionelles Verhältnis pflegen. In Leipzig empfing ihn Rangnick mindestens zweimal, um ihm vor Ort in die Strukturen des erfolgreichen RB-Nachwuchsleistungszentrums einzuweihen. Dazu passend stellte der DFB-Direktor am Donnerstag klar, dass ihm bei der Nachfolger-Suche vor allem ein Gedanken antreibt: "Was kann uns den Erfolg bringen?"

Bleibt es beim Wechsel-Verbot für Flick, beim "No" von Jürgen Klopp und sind Julian Nagelsmann, Löw-Assistent Marcus Sorg und U21-Auswahltrainer Stefan Kuntz keine ernsthaften Optionen, dürfte Rangnick als Top-1B-Option gute Karten haben.

Nach SPORT1-Informationen ist er offen für eine Zusammenarbeit mit und neben Bierhoff und plant derzeit nicht, im Falle des Bundestrainer-Amts Kompetenzen von Campus-Chef Bierhoff zu übernehmen. Dem Europameister von 1996 dürfte das zusagen.

Möglicherweise hofft Bierhoff aber insgeheim auf die Zusage von Flick.