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Kasan und Sotschi - SPORT1-Reporter Martin van de Flierdt ist für SPORT1 beim Confed Cup vor Ort und berichtet von einem Sicherheitskonzept, das oftmals zur Hürde wird.

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Sie haben es einfach drauf, das muss man ihnen lassen. Wenn es darum geht, Überzahlsituationen zu schaffen, macht den Russen niemand etwas vor.

Das lässt sich nach nun einer Woche im Austragungsland des FIFA Confederations Cups zweifelsfrei festhalten.

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Egal, wo du hinkommst: Mindestens zwei Sicherheitskräfte sind schon da. Ich würde mich dadurch auch wirklich gerne beschützt und behütet fühlen, würden die Herrschaften nicht jedes Mal so viel von der mitunter raren Zeit stehlen, bis ich mit der Arbeit loslegen kann.

Gesichts- und Körperscanner am Flughafen

Dass bei der Einreise nach Russland ein Visum vonnöten ist, für das man Wochen vor dem Abflug sämtliche persönlichen Daten bis hin zu Nettogehalt und Krankenversicherung angeben darf - geschenkt.

Auch den separaten automatischen Gesichtsscanner, der am Flughafen noch auf den Körperscanner folgt, nimmt man hin. Geht ja schnell und dient der Sicherheit.

Dass das Hotel in Sotschi nach der Ankunft den Reisepass für den Abgleich mit den Daten der russischen Migrationsbehörde ein paar Stunden einbehalten möchte, ist dagegen schon problematischer.

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Ohne Akkreditierung kein Zugang

Vor allem, wenn die deutsche Mannschaft, deretwegen man ja hergereist ist, in Kürze trainiert. Und ohne Akkreditierung kein Zugang zum Trainingsgelände. Es wäre also hilfreich, mit Reisepass beim Akkreditierungszentrum aufzuschlagen.

Da ein kleiner Teil des Hotelpersonals glücklicherweise geringfügig besser Englisch spricht als ich Russisch, ist es Argumenten gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Beides gilt für die Sicherheitskräfte eher nicht, wie sich in den Tagen danach herausstellt.

Es spielt nicht die geringste Rolle, ob du im Vorfeld des Spiels mit dem kompletten TV-Equipment beladen immer den kürzesten Fußweg zum Stadion nehmen durftest.

Am Spieltag geben dir zwei Herren mit bösem Blick und einem kurz angebundenen "Njet" zu verstehen, dass diesbezüglich heute nichts zu wollen ist.

Ein Protest führt höchstens dazu, dass sich ein weiterer düster dreinschauender Polizist hinzustellt. Und noch einer. Und noch einer. "Willst du was? Du willst lieber nichts." Sagen sie nicht, gucken sie nur. 

Über die Formel-1-Rennstrecke zum Stadion

Das Ende vom Lied: Die Herrschaften schicken dich zu Fuß über die Formel-1-Strecke von Sotschi zum Stadion. Und die zieht sich.

Endlich in der Arena angekommen, wartet am Medieneingang der nächste Scan, um durchs Drehkreuz zu kommen. Das geht zügig.

Beim Equipment dauert’s länger. Bitte Handys anschalten, bitte Laptop hochfahren. Der mobile WLAN-Router sorgt für hochgezogene Augenbrauen, fragende Gesichter und das Hinzuziehen weiterer Kollegen.

Zehn Sicherheitskräfte gegen ein Mikro

Am Ende stehen knapp zehn Sicherheitskräfte da, um dem Rätsel nachzugehen, warum jemand ein Mikrofon dabei hat und trotzdem keine Radioakkreditierung besitzt.

Das Wissen der Masse bringt sie zu dem Schluss, dass sie erstens nicht verstehen, was der deutsche Mann ihnen erklären will und zweitens die Schlange hinter ihm jetzt aber auch lang genug ist, und winken ihn durch.

Überzahl schaffen haben die Russen also schon drauf im Jahr vor der WM. Aber richtig eingespielt sind die deshalb noch lange nicht.