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Einige Fans des SV Werder Bremen fordern die Entlassung von Florian Kohfeldt. Sportchef Frank Baumann hält zunächst am Trainer fest.

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Die Meinung einiger Fans von Werder Bremen nach der enttäuschenden Niederlage gegen den 1. FC Union Berlin ist eindeutig: Sie fordern eine Entlassung von Trainer Florian Kohfeldt.

Am Eingang zum Trainingsplatz sowie an weiteren Stellen rund um das Weserstadion hängen "Kohfeldt raus!"-Aufkleber.

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Nach der 1:3-Pleite bei Union Berlin ließ Kohfeldt durchblicken, er würde den Weg für einen neuen Impuls freimachen, sollte man nicht mehr an ihn glauben. "Ich werde nicht weglaufen, sondern kämpfen. Wenn aber jemand das Gefühl hat, dass es mit einer anderen Person besser läuft, soll man es mir sagen", sagte er auf der Pressekonferenz.

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Bremen hat sieben Niederlagen in Folge zu verbuchen, es droht der zweite Abstieg der Klubgeschichte. Am Sonntag leitete Kohfeldt das Werder-Training (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga).

Neururer gefällt Schaaf-Idee

SPORT1-Experte Peter Neururer glaubt auch, dass der 38-Jährige bis Saisonende auf der Bank sitzen wird.

"Um irgendwelche Dinge noch zu korrigieren, mit einem Traineraustausch, ist die Zeit weg", meinte Neururer im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

Im Umfeld des Klubs wird bereits vom Namen Thomas Schaaf geträumt, der mit Werder Bremen einst glorreiche Zeiten erlebte. Der Ex-Coach wird am Freitag 60 Jahre alt.

Neururer glaubt an Kohfeldt-Abschied

"Das wäre für mich im Augenblick, wenn ich der wäre, der Entscheidungen treffen müsste, und ich mich gegen Kohfeldt entscheiden würde, die einzige Möglichkeit", meinte Neururer dazu: "Jemand im eigenen Verein, der die Mannschaft kennt, der für die letzten drei Spiele einen Impuls auslösen könnte, das wäre Thomas Schaaf."

Abseits des 59-Jährigen "wüsste ich keinen einzigen. Deshalb glaube ich aber auch, dass Werder Bremen gemeinsam mit Florian Kohfeldt versuchen wird, den Klassenerhalt zu schaffen."

Danach glaubt Neururer aber, dass die Zusammenarbeit beendet wird: "Ich kann mir allerdings, auch bei Erfolg, nicht vorstellen, dass Kohfeldt bei Werder Bremen bleibt." Dafür seien die vergangenen zwei Saisons zu kompliziert gewesen.

Baumann nimmt Spieler in die Pflicht

Sportchef Frank Baumann schwieg bis Sonntagvormittag, ehe er sich bei Sky90 äußerte.

"Unsere Enttäuschung ist sehr, sehr groß. Wir haben eine sehr schlechte englische Woche gespielt, die Leistungen waren nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", meinte Baumann.

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Allerdings richte sich der Fokus "in erster Linie erstmal auf die Spieler. Die Leistung, insbesondere gestern, war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Baumann hält an Kohfeldt fest

Baumann weiter: "Die Überzeugung in unseren Trainer und dass wir mit ihm die Saison beenden können, ist weiter vorhanden."

Der Klub sei im vergangenen Jahr in einer ähnlichen Situation gewesen, "die deutlich dramatischer war. Wir wussten vom ersten Spieltag an, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen müssen."

Baumann deutlich: "Der Trend ist absolut negativ. Wenn man sieben Spiele in Folge verliert, kann man nicht einfach an die Tagesordnung übergeben. Wir analysieren das und werden das heute und morgen weiter fortsetzen. Es wäre fahrlässig, wenn man nach dieser Woche nicht gemeinsam mit Florian analysiert."

Baumann schließt Kohfeldt-Trennung nicht aus

Der Sportchef glaubt auch nicht, "dass Florian die Überzeugung verloren hat. Er ist überzeugt davon, dass er mit der Mannschaft den Klassenerhalt schaffen kann."

Trotz aller Überzeugung schwört Baumann Kohfeldt aber nicht die Treue. "Die Analyse ist ergebnisoffen. Die Überzeugung in Florian brauchen wir nicht nochmal dokumentieren. Nichtsdestotrotz müssen wir im Sinne des Vereins handeln", erklärte er: "Es gibt keine Nibelungentreue zu Flo. Dann kann man auch zum Schluss kommen, dass es nicht mehr passt, dass es nicht mehr die höchste Überzeugung zum Klassenerhalt gibt. Ich bitte, dass wir uns einfach noch ein, zwei Tage Zeit nehmen wollen."

Eine Entscheidung in der Trainerfrage werde "bis spätestens Dienstag" fallen.