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Dayot Upamecano verstärkt den FC Bayern ab dem kommenden Sommer. Doch was für ein Mensch ist der Franzose und woher kommt er? SPORT1 hat zehn interessante Fakten.

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Seit Sonntag ist der Wechsel offiziell: Dayot Upamecano wird ab dem 1. Juli den FC Bayern verstärken

42,5 Millionen Euro überweist der deutsche Rekordmeister für den Deal nach Leipzig. Der Betrag stellt die im Vertrag festgelegte Ausstiegsklausel dar, weswegen RB den Innenverteidiger ziehen lassen muss. 

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Der Franzose ist 22 Jahre alt, 1,86 Meter groß und bereits Nationalspieler. So weit - so bekannt. Doch was für ein Mensch ist Upamecano, woher genau kommt er und wie ist er aufgewachsen? 

SPORT1 hat zehn interessante Fakten zusammengetragen. 

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Aufgewachsen in einer Sportler-Hochburg

Upamecano kommt aus Evreux. Rund 47.000 Einwohner leben in der kleinen Stadt in der Normandie. Sie ist für eindrucksvolle Kirchen bekannt, aber auch für die Herkunft von einigen Sportlern. 

In den letzten 40 Jahren haben sich auffällig viele junge Menschen aus Evreux in die weite Welt aufgemacht, um im Sport Karriere zu machen. Zuletzt gilt das beispielsweise für Esteban Ocon, der seit 2020 Formel-1-Pilot ist. 

Im Fußball ist Mathieu Bodmer zu nennen, der viele Jahre lang für Olympique Lyon und den OSC Lille spielte. Und außerdem noch ein weiterer...

Kumpel von Dembélé

Nämlich Ousmane Dembélé. Der ehemalige Shootingstar von Borussia Dortmund ist zwar im nahen Vernon geboren, allerdings in Evreux aufgewachsen. 

Heute spielt der 23-Jährige beim FC Barcelona, in seiner Jugend kickte er mit Upamecano auf den Bolzplätzen ihres gemeinsamen Heimatortes. 

Im Gespräch mit So Foot erklärte Upamecano, dass seine Welt früher aus "Freunden und Fußball" bestanden habe: "Wenn keine Schule war, sind Rafik (Guitane, auch Fußball-Profi, derzeit bei CS Maritimo - d. Red.), Ousmane und ich immer direkt auf die Fußballfelder der Nachbarschaft gegangen."

Der Kontakt zu Dembélé ist immer noch eng. "Er ist ein guter Freund", verriet Upamecano. 

Sein voller Name ist...

Dayotchanculle "Dayot" Oswald Upamecano. Der Vorname Dayotchanculle geht auf den Großvater seines Vaters zurück, wie Upamecano einmal erklärte:

"Es war der Name meines Urgroßvaters, mein Vater hat ihn mir als Tribut geschenkt."

Der zurückhaltende Familienmensch

Egal ob in Evreux, Valenciennes, Salzburg oder Leipzig: Upamecano wurde bei all seinen Stationen als zurückhaltender, lockerer und angenehmer Typ beschrieben. 

Außerdem ist der bullige Verteidiger ein echter Familienmensch. Mit seinem Vater reist er auch gerne nach Guinea-Bissau, wo viele seiner Verwandten leben.

Upamecano wuchs in einfachen Verhältnissen auf, sein Vater hat den Beruf des Fliesenlegers erlernt, seine Mutter war früher Friseurin. Mit Cousin Sidney, der beim Oberligisten Inter Leipzig spielt, wohnte er einige Zeit in Leipzig in einer WG. 

Kein Naturtalent 

Seinen Weg bis zum FC Bayern hat sich Upamecano hart erarbeitet. Anders als beispielsweise bei Dembélé war in seiner Jugend nicht klar, dass er das Zeug zum Fußball-Profi hat. 

"Er war kein Naturtalent", verriet Romain Bulle, der den 14 Jahre alten Upamecano in Evreux trainierte: "Die Fähigkeiten, die er jetzt hat, waren noch nicht da, als er zu uns kam. Er hat hart gearbeitet und gut zugehört. Er hat sogar außerhalb des Trainings mit uns gearbeitet, Ballkontrolle geübt, an seiner Schnelligkeit und taktischen Aspekten des Spiels gearbeitet. So hat er dieses anfängliche Defizit kontinuierlich überwunden."

Klingt ganz so, als sei der Franzose ein Traum für jeden Trainer. 

Vom Stürmer zum Verteidiger

In seiner Jugend ging Upamecano noch in vorderster Front auf Torejagd. In seinen Jugendteams agierte er als Stürmer - und das mit großem Erfolg, wie er sich erinnert: "Ich habe damals ziemlich viele Tore geschossen."

Für RB Leipzig hat er immerhin vier Tore in 139 Spielen erzielt. 

Vom U-17-Europameister zum A-Nationalspieler

Mit der U17 Frankreichs gewann Upamecano im Jahr 2015 die Europameisterschaft. In Bulgarien wurde der Teenager damals sogar in die Mannschaft des Turniers gewählt - unter anderem mit Luca Zidane und Mamadou Doucouré. 

Am 5. September 2020 lief Upamecano dann zum ersten Mal für den amtierenden Weltmeister auf. Drei Tage später erzielte er beim 4:2-Sieg gegen Kroatien in der Nations League seinen ersten Treffer für die Équipe Tricolore. 

Seine Traumvereine

Auf einen Wunschklub wollte sich Upamecano im August 2018 nicht festlegen, als er von Telefoot danach gefragt wurde. Er nannte stattdessen drei Traumvereine: Den FC Barcelona, Real Madrid und Manchester United. 

Vielleicht hat er seine Meinung ja mittlerweile geändert. 

Varane als Vorbild, aber...

Upamecano gilt als kompletter Innenverteidiger. Er ist körperlich robust und zweikampfstark, aber auch gut im Spielaufbau. 

Abgeschaut hat er sich so einiges von einem Landsmann, der bei Real Madrid unter Vertrag steht. "Ich beobachte (Raphael) Varane sehr viel und versuche definitiv von ihm zu lernen, aber ich will nicht genau so spielen wie er", sagte er der UEFA. Stattdessen wolle er seinen "eigenen Stil" finden, damit er "im Gedächtnis bleiben kann". 

Ein Löwen-Fan

Seitdem Upamecano bei RB ist, ist er häufiger Gast im Leipziger Zoo. Er verriet auch warum: 

"Ich schaue dann immer auch bei den Löwen vorbei, setze mich vor das Gehege und beobachte sie. Löwen sind für mich faszinierende Tiere, einfach die Könige der Tiere."

Der Löwen-Fan soll sogar ein Exemplar auf seiner Handyhülle haben. Wenn er an die Säbener Straße wechselt, sollte er sich vielleicht eine neue Hülle zulegen - nicht, dass falsche Gedanken entstehen.