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München - Als habe er noch einmal den Beweis erbringen wollen, dass nur er Weltfußballer sein kann, dreht Robert Lewandowski gegen Wolfsburg auf. Der Titel wäre seine Krönung.

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Robert Lewandowski musste kurz lachen.

Auf die Frage des Sky-Reporters, Lothar Matthäus glaube der FIFA "gar nichts mehr", wenn der Bayern-Stürmer am Donnerstag nicht zum Weltfußballer gewählt wird, erwiderte "Lewy": "Ich hoffe, das muss er nicht."  (Die Weltfußballer-Wahl ab 19 Uhr im LIVETICKER auf SPORT1)

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Tatsächlich gibt es nur wenig Fakten, die gegen diesen Ausgang sprechen. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, die den Titel - mit einer Ausnahme (Luka Modric 2018) - in den vergangenen zwölf Jahren unter sich ausmachten, stehen zwar wieder auf der Shortlist der FIFA, die drei Namen umfasst.

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Doch dieses Mal deutet alles darauf hin, dass der Barca- und der Juve-Star leer ausgehen werden - zumal der Bayern-Stürmer neben seiner persönlichen Statistiken auch mit dem Triple glänzen kann. 

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Als habe er noch einmal unter Beweis stellen wollen, dass nur er den begehrten Titel verdient, zeigte Lewandowski am Mittwochabend gegen den VfL Wolfsburg mal wieder die ganze Palette seines Könnens.

Lewandowski knackt 250-Tore-Marke

Der polnische Angreifer erzielte beim 2:1-Sieg sein 250. und 251. Tor im 251. Bundesligaspiel. Diese magische Marke knackten zuvor nur Gerd Müller und Klaus Fischer. In der laufenden Saison knipste "Lewy" in 18 Pflichtspielen 17 Mal. 

Dass sich Lewandowski auch gegen die Wölfe nicht bitten ließ, ist statistisch alles andere als überraschend. 23 Treffer in 20 Partien gelangen ihm gegen den VfL - inklusive des legendären Fünferpacks im September 2015 innerhalb von 8 Minuten und 59 Sekunden. 

Beim Zittersieg war es also wieder Lewandowski, der dafür sorgte, dass die müden Münchner gerade noch einmal den Kopf aus der Schlinge zogen und nicht den nächsten Rückschlag im Titelkampf erlitten. 

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Der 32-Jährige scheint neben dem ebenfalls überragenden Manuel Neuer im Star-Ensemble der einzige Spieler zu sein, der die immense Belastung der vergangenen sieben Monate unbeschadet wegstecken kann. Oder wie es Matthäus ausdrückte: "Lewandowski ist der kompletteste Spieler, den wir auf dem Planeten haben".

Lewandowski steckt Belastungen weg

Während Joshua Kimmich oder Leon Goretzka verletzt sind, Serge Gnabry oder David Alaba aus dem letzten Loch pfeifen, zeigt sich Lewandowski auch am Jahresende noch in beachtlicher Form.

Als es gegen starke Wolfsburger brenzlig wurde, war der Torjäger zwei Mal zur Stelle: Kurz vor dem Seitenwechsel nickte er eine weite Flanke von Kingsley Coman ein, bevor er fünf Minuten nach der Pause nach einem Konter den Siegtreffer erzielte. 

Dass der Super-Knipser sich seit seinem Wechsel aus Dortmund im Sommer 2014 stetig weiterentwickelte, wird anhand der Statistiken deutlich. 34 Treffer gelangen ihm in der vergangenen Saison als persönlicher Bestwert, in der aktuellen Saison ist Lewandowski sogar noch extremer unterwegs: Im Durchschnitt trifft er alle 60 Minuten ins gegnerische Tor.

Hatte Lewandowski lange Zeit den Ruf, seine frei stehenden Mitspieler häufig zu ignorieren, so spielt er nun wesentlich mannschaftsdienlicher - auch wenn er sich einen gewissen Egoismus bewahrt hat. "Ein Stürmer muss immer egoistisch sein, aber ich versuche immer für die Mannschaft zu spielen", sagte er nach dem Sieg gegen Wolfsburg. 

"Ich habe nicht zu viel darüber nachgedacht"

Dies alles dürfte dazu führen, dass Lewandowski bei der virtuellen FIFA-Veranstaltung am Donnerstagabend ab 19 Uhr zum verdienten Sieger gekrönt werden wird - auch wenn er sich nach eigenen Aussagen noch nicht damit auseinandergesetzt hat.

"Ich habe nicht zu viel darüber nachgedacht, weil ich heute auf das Spiel fokussiert war", erwiderte Lewandowski auf die Frage, ob er auch damit rechne, Weltfußballer zu werden. "Wenn ich zu Hause bin, kann ich darüber nachdenken, aber alles ganz easy. Ich habe keinen Druck und freue mich, dass ich dabei bin."

Viel wichtiger war ihm schon der Gedanke an den kommenden Samstag, wenn seine Bayern zum Spitzenspiel nach Leverkusen fahren. "Wir müssen einfach Gas geben, egal wie gut Leverkusen auch drauf ist, und gewinnen." 

Möglich, dass Robert Lewandowski dann in der BayArena beweisen will, dass der richtige Spieler zum Weltfußballer gewählt wurde.