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München - Die Verantwortlichen des FC Bayern haben nach dem Fotoeklat von Freitag Besserung gelobt. Nun sollten sie Wort halten, findet Matthias Becker, Mitglied der Chefredaktion.

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Selten hat ein einfaches Tribünen-Foto so lange nachgehallt wie das vom Freitagabend. Die Führungsriege des FC Bayern, einträchtig zusammensitzend beim 8:0 gegen den FC Schalke. Ohne Mindestabstand, ohne Masken – und das in München, wo sich einer der Corona-Hotspots in Deutschland entwickelt hat.

Erlaubt war das, wie so oft zählt die Symbolik aber mehr als der Vorgang als solcher. Das hat auch Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge eingestanden und Besserung gelobt.

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Die große Chance dazu hat er in dieser Woche. Die Bayern sollen am Donnerstagabend in Budapest gegen den FC Sevilla um den europäischen Supercup spielen.

Die UEFA will bei diesem "Pilotprojekt" 20 Prozent der Sitzplätze belegen, das wären etwa 20.000. 3.000 Tickets gingen auch an die Fans des FC Bayern. Angesichts dessen, dass Budapest mit einer 7-Tage-Inzidenzzahl von deutlich über 100 ein Risikogebiet ist, ein totaler Irrsinn.

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Rummenigge und seinen Vorstandskollegen bietet sich die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen. Sie sollten die Bayern-Fans dazu aufrufen, auf die Reise nach Budapest zu verzichten!

FC Bayern spielt vielleicht besten Fußball seiner Geschichte

Das wäre für viele Anhänger sicher ein großes Opfer. Seit über einem halben Jahr konnten sie ihr Team nicht mehr live im Stadion spielen sehen. Und das ausgerechnet in der Zeit, in der der Rekordmeister vielleicht sogar den besten Fußball seiner Geschichte spielt.

Jetzt in den Corona-Hotspot Budapest zu reisen, wäre aber unverantwortlich. Kein Wunder, dass von den Bayern-Fans nur 2.100 der verfügbaren 3.000 Tickets abgerufen wurden. 800 von diesen Karten wurden nach Angaben der UEFA storniert, der Verband bietet die komplette Rückerstattung des Ticket-Preises an. Auch wir bei SPORT1 haben die Reise unseres Chefreporters Florian Plettenberg in die ungarische Hauptstadt abgesagt.

Auch wenn es schwer fällt, braucht es bei der langsamen Rückkehr zu ein bisschen Normalität in den Stadien weiter Geduld. Der Start in die Pilotphase in der Bundesliga hat Hoffnung gemacht, größere Zwischenfälle oder Missachtungen von Corona-Regeln wurden nicht berichtet.

FC Bayern siegt auch ohne Fan-Unterstützung

Die Bayern-Anhänger sollten sich lieber noch eine Weile am Fernseher über die makellosen Auftritte der Flick-Elf freuen, so bitter das ist.

Immerhin bleibt ihnen ein Trost: Wenn es eine Mannschaft gibt, die im Moment auch ohne Fan-Unterstützung gut zurecht kommt, sind es die Bayern.