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Gelsenkirchen - Trainer David Wagner teilt in seiner großen Saisonanalyse die verkorkste Spielzeit von S04 in zwei Teile auf und benennt die Schalker Probleme.

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Nach einer beispiellosen und historisch schlechten Rückrunde mit 16 sieglosen Spielen hat der FC Schalke 04 die Saison mit 39 Punkten auf Platz 12 abgeschlossen.

"Der letzte Eindruck bleibt haften - und der war schlecht. Ganz schlecht", resümierte Jochen Schneider. Dennoch hält der Sportchef an Coach David Wagner (Vertrag bis 2022) fest. In einem großen Saisonanalyse-Gespräch erklärte Wagner jetzt, wieso seine Mannschaft nach einer starken Hinrunde mit 30 Punkten so dermaßen abstürzte.

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Verletzten-Problem!

"Wir haben in dieser Saison mit mehr oder minder zwei verschiedenen Mannschaften gespielt", sagt Wagner. Ein Bruch erfolgte für ihn nach den beiden Berlin-Spielen Ende Januar/Anfang Februar in Bundesliga und DFB-Pokal. In dieser Zeit verletzten sich Suat Serdar, Daniel Caligiuri und Jonjoe Kenny. Insgesamt stand Wagner in der Tat zu keiner Zeit der volle Kader zur Verfügung.

Die Schalker reagieren und tauschen den Athletik-Bereich aus. Werner Leuthard übernimmt als neuer Leiter Performance Lizenzspieler.

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Reha-Problem!

"Wir hatten enorme Schwierigkeiten in der Reha", sagt Wagner. Benjamin Stambouli und Salif Sané brauchten sechs respektive zwei Monate länger als gedacht. Auch Omar Mascarell erlitt Rückschläge.

"Wir konnten das nicht kompensieren und hatten seit Mitte Februar nicht mehr mit fünf wichtigen Stammspielern gespielt."

Torwart-Problem!

"Wir hatten ein Torwart-Paar, das lange herausragend funktioniert hat", sagt Wagner. "Danach hat es uns nicht mehr die nötige Sicherheit gegeben. Das hat uns nicht geholfen."

Alexander Nübel (jetzt Bayern) und Markus Schubert patzten mehrfach. Die Wahrheit ist aber auch: Schalke enteierte beide Keeper und ging mit der Situation alles andere als souverän um.

Sturm-Problem!

"Unser Transfer-Fenster im Winter war kein gutes", sagt Wagner. "Da müssen wir die Hand heben. Wir haben im Sturm keine Balance hinbekommen, das wussten wir schon im Sommer. Das konnten wir aber leider nicht lösen."

Im Winter lieh man Michael Gregoritsch von Augsburg aus. Wagner war von dem Transfer damals überzeugt, überredete den Österreicher in mehreren Gesprächen zu einem Wechsel.

Glänzte Gregoritsch zum Rückrundenauftakt gegen Gladbach (2:0, ein Tor, ein Assist) noch, enttäusche er hinterher auf ganzer Linie. Aber nicht nur er: Von Null-Tore-Angreifer Guido Burgstaller, Benito Raman und Rabbi Matondo kam in der zweiten Halbserie viel zu wenig.

Trainings-Problem!

"Wir hatten über drei, vier Monate hinweg durch die vielen Ausfälle eine sehr geringe Trainingsqualität", sagt Wagner. Durch den fehlenden Konkurrenzkampf war viel zu wenig Spannung in der Mannschaft.

Wagner abschließend: "Ich bin für beide Saisonphasen mitverantwortlich. Ich weiß, dass es trotz dieser 16 Spiele nicht selbstverständlich ist, weiterhin Trainer zu bleiben. Nun werde ich alles dafür geben, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückkehren."

Für den 31. Juli hat Wagner den Trainingsstart für die Saison 2020/2021 ausgerufen. Dann wird der 48-Jährige auf Juan Miranda, Jean-Clair Todibo (beide FC Barcelona), Jonjoe Kenny (FC Everton) und Gregoritsch (FC Augsburg) verzichten müssen, die allesamt nach Leih-Ende zu ihren Stammvereinen zurückkehren.