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München - Der FC Bayern ist auf dem besten Weg zum achten Titel in Folge. Die internationale Presse beeindruckt vor allem die Kaltschnäuzigkeit - und Joshua Kimmich.

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Der FC Bayern hat mit dem 1:0-Sieg bei Borussia Dortmund einen großen Schritt in Richtung achter Meisterschaft in Folge gemacht.

Der BVB hingegen schafft es erneut nicht, die Münchner Vormachtstellung zu durchbrechen, obwohl beide Mannschaften über weite Strecken der Partie auf Augenhöhe agierten.

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Aufgrund der Coronakrise und der Zwangspause für alle anderen Topligen war das Duell zwischen dem Tabellenführer und dem Verfolger auch international ein Renner. Die internationale Presse lobt die Bayern und leidet mit den Dortmundern.

SPORT1 fasst die Pressestimmen zusammen.

England

Telegraph: "Die Stille im Stadion war unheimlich, aber das Statement des FC Bayern hätte nicht lauter sein können. Bayerns Dominanz bleibt unerreicht, und die Bundesliga bleibt trotz ihrer Qualität eine Liga, die vom größten und reichsten Klub zu einfach dominiert wird."

Guardian: "Das Spiel gab nicht viel her, aber Bayern hatte etwas mehr Sicherheit und viel mehr Autorität als Dortmund. Es wird erst im Juni bestätigt werden, aber Bayern hat schon jetzt seine achte Meisterschaft in Folge gewonnen. "

Daily Mail: "Das Problem an der großen Rivalität im deutschen Fußball ist, dass es keine Rivalität ist. Borussia Dortmund ist nicht länger ein Rivale des FC Bayern. Sie sind nur eine gelegentliche Nervensäge. Das Spiel wird Klassiker genannt. Aber was ist klassisch an einem Duell, in dem die letzten drei Spiele mit einem Torverhältnis von 10:0 endeten?"

BBC: "Bayern ist jetzt in der Pole Position, um zum 30. Mal deutscher Meister zu werden. Dank Kimmichs Tor haben die Bayern die Bundesliga souverän im Griff. Dortmund wird den Titel erneut verpassen."
The Times: "Der ungewöhnliche Held Joshua Kimmich. Sein genialer Moment für Bayern München hätte allein einen Bundesliga-Titel verdient."
The Guardian: "Joshua Kimmichs großartiger Chip brachte Bayern München den Sieg bei Borussia Dortmund. Der Tabellenführer hat schon eine Hand an der Schale."

Spanien

AS: "Bayern beweist, dass es immer die Mannschaft ist, die es zu schlagen gilt. Angesichts der tragischen Ursachen und ungewöhnlichen Umstände wird die Saison in der Bundesliga als eine der außergewöhnlichsten in die Geschichte eingehen. Abgesehen von einem Detail: Bayern München wird sie gewinnen."

El Pais: "Bayern hat die Meisterschaft zur Hälfte eingetütet. Sie haben es im Westfalenstadion getan, vor der Pandemie ein Vulkan mit 80.000 Schluchten, jetzt ein dumpfer, trockener Krater ohne Mikroben und Aufregung. Dortmund ist ohne den Atem der Fans die Puste ausgegangen, der so genannte Klassiker wurde zu einem sterilen Kampf. Die, die fast immer gewinnen, haben gewonnen. Bayern hat gewonnen, ohne viel dafür zu tun."

Marca: "Kimmich sprengt die Bundesliga mit einem Videospielheber. Schade, dass die Bundesliga jetzt durch dieses Resultat an Spannung verloren hat. Die Schiedsrichter vom VAR müssen geschlafen haben: Es war ein Elfmeter wie aus dem Bilderbuch. Unverständlich, dass dies weder der Schiedsrichter noch die Videoreferees gesehen haben."

Mundo Deportivo: "Kimmich verkleidet sich als 'Kimmichinho' und macht den Unterschied. Eine harte und bittere Niederlage für den BVB. Möglicher Elfmeter von Boateng, als er den Ellbogen auspackte bei einem Schuss von Haaland. Aber der Schiedsrichter entschied, den VAR nicht zu konsultieren. Bitterer kann es für den BVB nicht sein: Man verliert den Titel zu Hause."

As: "Bayern greift nach dem Bundesliga-Titel. Es war eine Top-Leistung von Kimmich, der diese mit einem Weltklassetor krönt. Das Duell zwischen Haaland und Lewandowski entschied Kimmich. Sein rechter, goldener Fuß hat sehr wahrscheinlich die Entscheidung um die Schale gefällt. Es erinnerte an die magischen Schlenzer von Raul. Weder der Schiedsrichter noch der VAR pfiffen den klaren Elfmeter von Boateng."

Sport: "Ein Kunstwerk made in Bundesliga! Wahnsinnsheber von Kimmich gegen den BVB! Kimmich entscheidet den Klassiker und die Bundesliga. Nur noch ein Debakel würde die Bayern vom achten Titel in Folge trennen. Die Träume des BVB bleiben Träume."

Frankreich

L'Équipe: "Die Mannschaft von Lucien Favre wird diesem Spiel nachtrauern. Weil sie in der Anfangsphase den besseren Eindruck hinterlassen hat und in der Lage war, die Münchner Defensive aus der Balance zu bringen. Auf der anderen Seite zeigten die Bayern die Geduld, um Räume im Herzen der Abwehr zu öffnen. Am Ende fanden sie die Lücke nach einem brillanten Einfall von Joshua Kimmich."

Alles zum Kracher BVB - Bayern und zum 28. Spieltag im CHECK24 Doppelpass mit Stefan Reuter und Mike Hanke am Donnerstag, ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1.

Le Monde: "Die erfahrene Mannschaft von Hansi Flick zeigte mehr Konstanz und unterstrich ihre technische, physische und, ohne Zweifel, mentale Überlegenheit."

Italien

La Stampa: "Ein Tor in der verwaisten Kathedrale. Vielleicht hätte sogar die Gelbe Wand nach dem Lob von Joshua Kimmich applaudiert. Ein technisches Kunststück von purer Schönheit." 

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Calciomercato: "Die Bayern haben gewonnen, weil sie zielstrebiger, praktischer, kompakter, mehr .... Deutsche waren als die Borussen. Sie haben dank eines Tores von Kimmich gewonnen, eines fundamentalen Spielers im Aufbau des eigenen und bei der Zerstörung des gegnerischen Spiels. Borussia vs. Bayern ist das Beste der Bundesliga und trotz einiger Fehler auf beiden Seiten haben sie dies bestätigt."

Gazzetta dello Sport: "Ein fantastisches Tor Kimmichs entscheidet das Duell. Der Kampf um den Titel scheint zu Ende. Wenn man bedenkt, dass im Juni auch Messi und Ronaldo wieder aufs Spielfeld zurückkehren könnten, könnte sich das Interesse für die deutsche Liga verringern."
Corriere dello Sport: "Bayerns achte Symphonie. Ein sensationelles Tor Kimmichs schießt Bayern in Richtung seiner achten Krone in Folge und vernichtet Borussias Ambitionen. Im Stürmerduell Haaland-Lewandowski verdient die Flick-Truppe voll den Sieg." 
Tuttosport: "Die Bundesliga hat in diesen Wochen bewiesen, faszinierend, spannend und interessant zu sein, eine Meisterschaft ohne all zu große Stars, aber mit vielen jungen Talenten. Der Klassiker hat sich als Beispiel für schnellen und frechen Fußball aus reiner Technik erwiesen."
 
La Repubblica: "Bayern ist wieder der Herrscher. Die Bundesliga hat seine Ausgewogenheit verloren. Der deutsche Fußball bleibt unter der Domäne seiner Münchner Herren und in gewisser Weise ist es schade. Noch eine weitere Woche Spannung hätte weiterhin das Interesse für die Liga genährt."
Corriere della Sera: "Ein wahnsinniges Tor Kimmichs genügt den Bayern, um beim Auswärtsspiel die Borussia zu besiegen. Das Rennen um den Titel scheint mit diesem Klassiker entschieden. Die Bundesliga-Saison 2019/20 scheint bereits zu Ende zu sein."