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Berlin - Alle Bundesligisten leiden in der Coronakrise, doch manche mehr als die anderen. Hertha BSC könnte aber dank seines Investors von der Krise profitieren.

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Ja, auch die neureiche Hertha aus Berlin trifft die Spielpause in der Fußball-Bundesliga hart.

Betriebsbedingte Kündigungen konnten nur durch einen Gehaltsverzicht aller Lizenzspieler, des Trainer- und Funktionsteams, der Geschäftsleitung und durch Kurzarbeit der Mitarbeiter verhindert werden.

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Doch auf Sicht gesehen könnte Hertha BSC als Gewinner aus der Coronakrise hervorgehen.

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Hertha-Investor Windhorst will weitere 150 Millionen in den Klub pumpen

Während nahezu alle Bundesligisten wegen der wirtschaftlichen Folgen auf absehbare Zeit zu einem Sparkurs gezwungen sind, erwartet der Hauptstadtklub in der zweiten Jahreshälfte den nächsten warmen Geldregen.

Investor Lars Windhorst könnte dem Vernehmen nach weitere 150 Millionen Euro in den Verein pumpen - der aktuellen Wirtschaftskrise zum Trotz.

"Zu den Zusagen und Plänen, die gemacht wurden, stehen wir. Daran ändert auch die Corona-Pandemie nichts", sagte ein Windhorst-Sprecher auf SID-Anfrage. Und das, obwohl auch manche Wirtschaftszweige des Unternehmers in diesen Tagen gelitten haben dürften.

Schon jetzt beläuft sich das Investment von Windhorsts Tennor Holding B.V. auf 224 Millionen Euro, im Gegenzug gab der Klub 49,9 Prozent der Anteile der Hertha BSC KGaA ab. Von dieser Summe sei "mehr übrig, als einige denken", zitierte der kicker aus Gesprächen mit Klub-Gremien.

"Big City Club"? Labbadia und Preetz können den Hertha-Kader bei Klassenerhalt verbessern

Diese Rücklagen plus die neue Überweisung würden Hertha zumindest auf dem Transfermarkt zu jenem "Big City Club" machen, den sich Windhorst für all sein Geld so sehnlichst wünscht. Schon im Winter gab europaweit kein Klub mehr Geld aus als die Berliner.

Aus der Bundesliga könnten realistisch betrachtet wohl nur der FC Bayern München, Borussia Dortmund und eventuell RB Leipzig finanziell bessere Angebote abgeben.

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Das dürfte auch ein Grund gewesen sein, warum Bruno Labbadia anders als geplant doch mitten in der Saison einen Trainerjob angenommen hat. Sollte Labbadia mit Hertha die Klasse halten, sind die Chancen groß, dass er zur neuen Spielzeit den Kader nach seinen Wünschen verändern kann.

Klinsmann-Wintertransfers von 80 Millionen

Dabei werden Labbadia und Manager Michael Preetz wahrscheinlich nicht einmal die knapp 80 Millionen Euro benötigen, die der Klub erst in der Winterpause für Verstärkungen investiert hatte - damals noch mit Jürgen Klinsmann als starkem Mann. Der Transfermarkt wird durch Corona einbrechen, die Preise werden deutlich fallen.

Windhorst traut dem Duo Labbadia/Preetz zu, in dieser für Hertha so chancenreichen Position die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Hertha steht trotz Coronakrise gut da

Laut kicker gab der Unternehmer in der entscheidenden Telefonkonferenz der Klub-Bosse grünes Licht für Labbadia als neuen Trainer. "Ich habe ihn noch nicht kennengelernt", sagte Labbadia bei seiner Vorstellung am Montag über Windhorst: "Er ist eine wichtige Person im Hintergrund."

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Vor allem aber ist Windhorst zurzeit der Retter in der Krise. Ohne den Einstieg des 43-Jährigen im Vorjahr hätte Hertha BSC jetzt große Existenzsorgen.

Die Situation sei durch den Einstieg des strategischen Partners Tennor hinsichtlich der Liquidität "deutlich besser als bei vielen anderen Vereinen", verdeutlichte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller bereits Mitte März.