Kevin Volland (M.) wird von zwei Betreuern vom Feld begleitet
Kevin Volland (M.) musste vor Ausbruch der Coronakrise das Saisonaus befürchten © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten

Leverkusen - Bayer Leverkusen hat den Trainingsbetrieb in "Kleinstgruppen“ aufgenommen, wie Simon Rolfes bei SPORT1 erklärt. Der Sportchef hofft zudem auf einen Leistungsträger.

Anzeige

Die Bundesliga pausiert bis mindestens 30. April. Das kommt vor allem Kevin Volland zugute. Der Bayer-Stürmer könnte wider Erwarten doch noch im Saison-Endspurt mitmischen.

Rückblick: Volland riss sich am 24. Februar im Europa-League-Hinspiel gegen den FC Porto das Syndesmoseband im linken Sprunggelenk. Eigentlich wäre das das vorzeitige Saisonaus für den 27-Jährigen gewesen.

Anzeige

Aufgrund der Corona-Krise könnte Volland aber doch noch auflaufen. Bayer-Sportchef Simon Rolfes macht im Gespräch mit SPORT1 Hoffnung: "Bei einem normalen Saisonverlauf hätte Kevin wohl kein Spiel mehr gemacht. Durch die Verschiebung können wir darauf hoffen, dass er im Mai vielleicht spielt. Die Chance ist da, dass er noch ein paar Einsätze bekommt."

Volland ackert momentan eifrig am Comeback. "Zurzeit befindet er sich noch im Reha-Training", sagt Rolfes. "Er ist aber gut unterwegs, verhält sich top-professionell und macht Fortschritte."

Jetzt das aktuelle Trikot von Bayer Leverkusen bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Bleibt Volland in Leverkusen?

Volland selbst sagte kürzlich: "Ursprünglich waren wir davon ausgegangen, dass ich sechs Wochen an Krücken gehen muss. Die konnte ich aber schon nach vier Wochen beiseitelegen" Außerdem sagte er in der Sport Bild: "Ich will diese Saison noch richtig eingreifen. Ich denke, dass ich Anfang Mai bereit wäre, um mit der Mannschaft auf dem Platz zu trainieren."

Klar ist: Volland gehört zu Bayers absoluten Leistungsträgern. Bis zu seiner Verletzung machte der gebürtige Allgäuer in dieser Saison in 22 Ligaspielen neun Tore und gab zudem acht Assists. Wird Bayer seinen Top-Scorer, dessen Vertrag im nächsten Jahr ausläuft, halten?

SPORT1 weiß: Bislang haben die Bayer-Bosse ihrem Stürmer (Marktwert 35 Millionen Euro) noch kein Angebot zur Vertragsverlängerung gemacht. Rolfes: "Wir sind mit Kevin im Austausch, aber auch hier ist die Situation so, dass viele Dinge aufgrund der schwierigen Lage zurzeit einfach nicht möglich sind. Kevin kennt aber auch unsere Einschätzung: Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Grundsätzlich möchten wir unsere Stammspieler halten. Das gilt auch für Kevin."

Rolfes entspannt bei Havertz und Aránguiz

Am liebsten würden die Leverkusener auch Top-Talent Kai Havertz halten. Wie SPORT1 mehrfach berichtete, strebt der 20-Jährige allerdings einen Wechsel zu einem europäischen Spitzenklub an. Ein Verbleib ist aufgrund der Corona-Krise aber aktuell nicht ausgeschlossen.

Rolfes dazu: "Es ist der gleiche Stand wie vorher auch: Kai hat Vertrag, wir sehen uns da in einer ganz entspannten Position. Dass Kai aber irgendwann den Verein verlassen wird, das wäre keine Überraschung. Zu etwaigen Wasserstandsmeldungen gibt es aber keinen Anlass."

In fortgeschrittenen Gesprächen ist man dagegen mit Charles Aránguiz. Der Vertrag des 30-jährigen Chilenen läuft zum 30. Juni aus. Die Werkself soll dem Routinier, der in seine sechste Saison in Leverkusen gehen könnte, bereits ein lukratives Angebot gemacht haben. "Wir sind in guten Gesprächen und haben von Charly positive Signale erhalten. Durch die Corona-Situation sind unsere Gespräche gerade unterbrochen."

"Als hätte man auf Pause gedrückt"

Überhaupt seien dem Bayer-Sportchef derzeit in Sachen Kaderplanung die Hände gebunden. "Der Markt ist an sich relativ ruhig in dieser Zeit. Dennoch gibt es genügend zu tun. Ich bin in ständigem Austausch mit der Mannschaft. Richtig ist aber, dass der Transfermarkt, der allmählich eigentlich in Bewegung kommen würde, zurzeit völlig ruht. Das wird sich alles verschieben. Keiner weiß, wo er im nächsten Jahr spielt, in welcher Liga, in welchem Wettbewerb. Es ist, als hätte man im Transfermarkt auf Pause gedrückt."

Seit Mittwoch befinden sich die Bayer-Profis wieder im Trainingsbetrieb. "Unsere Vielzahl an Möglichkeiten in der BayArena haben wir ausgenutzt", erklärt Rolfes.

"Wir haben die Spieler auf unterschiedliche Kabinen und Trainingsplätze verteilt. Sie trainieren zeitlich versetzt und so, dass die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet sind und die Bestimmungen eingehalten werden, insbesondere natürlich die nötigen Abstände. Es gibt auch kein gemeinsames Frühstück oder Mittagessen als Buffetform. Natürlich gibt es klare Regeln und die halten auch wir ein. Es ist aber wichtig, zu verstehen, dass wir hier unserem Beruf nachgehen."