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München - Wegen der Coronakrise erwarten Experten einen Markteinbruch. Die Zeit der Mega-Deals könnte ganz vorbei sein. Die Klubs stehen vor einer schwierigen Kaderplanung.

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Obwohl längst nicht klar ist, wann und ob der Spielbetrieb in den europäischen Top-Ligen fortgeführt werden kann, müssen die Vereine trotz aller Umstände die Personalplanungen für die kommende Saison vorantreiben.

Völlig unklar ist allerdings, mit welchen Budgets die Klubs planen können, schließlich wirft die Coronakrise die Pläne der Vereine massiv durcheinander. Es drohen sogar Insolvenzen!

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Sollte es tatsächlich zum Abbruch der Saison kommen, könnten bis zu 750 Millionen Euro an TV-Geldern und Einnahmen durch Sponsoren und Zuschauern wegbrechen. "Die Lage ist für viele Vereine kritisch", sagt auch Kölns Sportchef Horst Heldt. "Ganz viele Existenzen stehen auf dem Spiel."

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Wechsel von Kai Havertz in Gefahr

Wahrscheinlich ist zudem, dass die Coronakrise, je länger sie andauert, dafür sorgen wird, dass Ablösesummen sinken werden, weil die Vereine schlichtweg sparen müssen oder selbst weniger Erlöse durch Spielerverkäufe generieren.

Gefährdet sind demnach zahlreiche Sommer-Transfers - wie zum Beispiel der von Kai Havertz.

Das Mega-Talent, das in Leverkusen noch einen Vertrag bis 2022 hat, will im Sommer wechseln. Die Gespräche mit möglichen Abnehmern befinden sich in der heißen Phase. Im Rennen um das Super-Talent ist nach wie vor der FC Bayern. Hansi Flick, der höchstwahrscheinlich Cheftrainer bleiben wird, ist ein großer Befürworter von Havertz. Kaum vorstellbar allerdings, dass die Münchner - gerade mit Blick auf die Coronakrise - um die 100 Millionen Euro Ablöse zahlen würden. Eine Summe, die zuletzt Bayer-Trainer Peter Bosz nannte.

Nicht zu vergessen ist ManCity-Star Leroy Sané (Vertrag bis 2021), der ebenfalls von den Bayern umworben wird und dem laut Sportbild ein Fünfjahresvertrag zu Top-Konditionen geboten wird - die fällige Ablösesumme noch nicht mit eingerechnet.

"Millionen-Transfers Vergangenheit"

Dr. Gregor Reiter, Rechtsanwalt und Chef der deutschen Spielerberater, hat eine klare Meinung: "Es wäre fahrlässig, wenn ein Klub-Boss in diesen Zeiten einen solchen Deal aushandelt", sagt der 47-Jährige bei SPORT1. "In dieser ungewissen Situation weißt du als Verein nicht, wie sich dein Markt entwickelt - du hast keine Planungssicherheit." Der Jurist ist deshalb sicher: "Die Millionen-Transfers aus der Vergangenheit werden künftig wohl genau das sein: Vergangenheit!"

Droht in Kai Havertz wegen Corona der größte Transfer der deutschen Geschichte zu platzen? Leverkusen Geschäftsführer Fernando Carro bleibt auf SPORT1-Nachfrage gelassen: "Darüber machen wir uns zurzeit gar keine Gedanken. Wir haben gerade andere Sorgen. Es geht darum, dass wir als Vereine jetzt einen gemeinsamen Konsens finden und sehen, wie wir über die Runden kommen."

Klar ist: Das Leverkusen-Juwel besitzt keine Ausstiegsklausel, weshalb die Werkself das Heft des Handelns in der Hand hat. Soll heißen: Weit unter Marktwert wird Bayer Havertz wohl nicht gehen lassen. Eine weitere Saison im Bayer-Trikot ist dennoch eine Option für Havertz, anstreben tut er diese aber nicht.

Was wird aus Jadon Sancho und Timo Werner?

Auf der Kippe stehen weitere Mega-Deals wie die von Jadon Sancho oder Timo Werner. Bei Sancho (Vertrag bis 2022), für den Borussia Dortmund dem Vernehmen nach rund 150 Millionen Euro verlangt, soll nun auch Real Madrid interessiert sein.

Leipzig-Stürmer Werner (Vertrag bis 2023) dagegen könnte aufgrund einer Ausstiegsklausel für "nur" etwas mehr als 50 Millionen Euro wechseln. Nach SPORT1-Informationen ist der FC Liverpool weiterhin ein heißer Kandidat, aber auch der FC Chelsea und Manchester United.

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Allen voran die englischen Klubs, eigentlich für ihre Finanzstärke bekannt, sieht Reiter in der Schieflage.

"Es wird sicher zu Transfers kommen, aber eben nicht mehr in den Volumina wie zuletzt. Die Cash-Reserven sind auch aufgrund des Zinsniveaus in der Vergangenheit gerade in der Krise schlichtweg nicht da. Wir wissen nicht, wie sich die Lage in Spanien, Italien oder England entwickelt. Vor allem die Briten sehe ich mit Blick auf Corona und Brexit in doppelter Hinsicht gefährdet. Die Frage ist: Was machen die Eigentümer der Premier-League-Klubs jetzt. Ziehen die sich zurück? Hier könnte sich die '50+1-Regel' der Bundesliga als Segen erweisen."

Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff abschließend: "Mein gesunder Menschenverstand sagt auch, dass es im Sommer kein Transferfenster wie in der Vergangenheit wird."