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München - Alexander Nübel wird sich zur nächsten Saison wohl dem FC Bayern anschließen. Doch wie gut ist er im Vergleich zu Manuel Neuer? SPORT1 macht die Datenanalyse.

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Rechtzeitig zum Ende der Hinrunde schaffte Alexander Nübel endlich Klarheit. Der Torwart des FC Schalke 04 wird die Königsblauen am Saisonende verlassen. Ablösefrei.

Nach Informationen von SPORT1 steht wohl auch das Ziel schon fest. Mit dem 23-Jährigen wird sich aller Voraussicht nach erneut ein Torwart von Gelsenkirchen in Richtung München aufmachen.

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Nübel soll beim FC Bayern München eine neue Torwart-Dynastie begründen. Eine Ära nach Manuel Neuer. Doch vorerst ist Neuer noch da und hat nach SPORT1-Informationen nicht die Absicht, seinem neuen Konkurrenten viel Spielzeit zu gönnen.

Es bahnt sich ein Torwart-Duell der Generationen an, das Fragen aufwirft: Wie weit ist Nübel schon, was kann er noch von Neuer lernen, oder kann er ihn vielleicht sogar verdrängen? SPORT1 vergleicht die Keeper in der Datenanalyse.

Nübels beeindruckende Quote

Neuer ist mit seinen 33 Jahren zehn Jahre älter als Nübel und stellte seine Klasse über einen langen Zeitraum unter Beweis.

In dieser Saison kann der Schalker aber bei vielen Werten bereits mehr als nur mithalten. In seinen 15 Einsätzen kassierte der U21-Nationalspieler 18 Gegentore. Neuer musste in 17 Partien 22 Mal hinter sich greifen. Der Bayern-Torwart hielt seinen Kasten allerdings in fünf Spielen sauber. Nübel sammelte vier Weiße Westen.

Beeindruckend ist Nübels Abwehrquote. Sie beträgt in dieser Saison laut den Daten von Opta 73 Prozent und ist damit fünf Prozent höher als die des Bayern-Kapitäns. Seine größte Stärke ist das Vereiteln von "Hunderprozentigen".

Nübel vereitelte 54 Prozent aller Großchancen. In der Bundesliga weist nur Freiburgs Mark Flekken einen noch besseren Wert auf (57 Prozent). Neuer kommt hingegen nur auf 32 Prozent und belegt den drittletzten Platz unter den Bundesliga-Keepern mit mindestens neun Saisonspielen.

Zwischen den Extremen

Neben diesen starken Werten hat Nübel aber auch ein großes Problem: Er zeigt sich noch deutlich fehleranfälliger als Neuer. Während der deutsche Nationaltorhüter sich in der Hinrunde schadlos hielt, leistete sich das Torwart-Talent einige Aussetzer.

Zwei seiner Gegentore resultierten aus groben Patzern, beim 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt sah Nübel zudem nach einem abenteuerlichen Ausflug und dem darauffolgenden Kung-Fu-Tritt einen Platzverweis.

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Während Neuer in seiner kompletten Profikarriere noch nie vom Platz geflogen ist, sah der junge Kapitän der Schalker im 35. Bundesligaspiel bereits die zweite Rote Karten. Er steht damit bei genauso vielen Platzverweisen wie alle anderen Schalker Torhüter in der Bundesliga zusammen. Ralf Fährmann und Frank Rost sahen je eine Rote Karte.

Zudem verpasst Nübel wegen seiner Sperre von vier Spielen auch noch die ersten beiden Partien der Rückrunde. Seine unbedachte Aktion könnte ihm daher sogar seinen Stammplatz auf Schalke kosten, sofern Vertreter Markus Schubert weiter einen guten Eindruck hinterlässt.

Neuer kann ihm noch einiges beibringen

Schwächen offenbarte Nübel zudem vor allem, wenn er den Ball am Fuß hat. Seine Passquote von 66 Prozent liegt unter dem Ligadurchschnitt aller Torhüter (71 Prozent).

Neuer gilt hingegen als Inbegriff eines modernen Torwarts. Der Weltmeister spielt immer gut mit und verfügt über eine starke Spieleröffnung. Seine Passquote betrug in der Hinrunde 89 Prozent. Kein Bundesliga-Keeper ist besser.

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Wenn es darum geht, ein moderner und mitspielender Torwart zu werden, kann Nübel von seinem künftigen Teamkollegen und Konkurrenten also noch viel lernen. Das gilt auch noch in einem weiteren Punkt.

Momentan ist Nübel noch ein Torwart zwischen den Extremen. Er begeistert mit starken Paraden, fällt aber auch durch Fehler auf. Seine Leistungen müssen konstanter werden. Auch das kann er sich von Neuer abschauen.