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Marco Reus ist bei Dortmunds Remis in Frankfurt Torschütze und Chancentod zugleich. Dem BVB-Kapitän fehlt noch die selbstverständliche Effizienz der Hinrunde.

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Noch Minuten nach dem Schlusspfiff des nervenaufreibenden 1:1 von Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt schüttelte Marco Reus immer wieder den Kopf. Beim Gang zu den eigenen Fans wurde Dortmunds Kapitän von Mitspieler Lukasz Piszczek aufgemuntert.

"Wir müssen natürlich unsere Chancen besser nutzen", sollte Reus wenig später ins ZDF-Mikrofon sagen. Statt "wir" hätte Reus auch "ich" sagen können.

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Angesprochen auf Reus' Gemütslage plauderte Roman Bürki in den Katakomben der Frankfurter Commerzbank Arena ein bisschen aus dem Nähkästchen. "Marco hat sich in der Halbzeit schon geärgert", sagte Dortmunds Torhüter.

Pfosten bekommt Frust ab

Reus' Ärger über sich selbst war durchaus berechtigt. Zwar brachte der Kapitän seine Mannschaft nach wunderschöner Vorarbeit von Raphael Guerreiro in der 22. Minute mit seinem 13. Saisontor in Führung. Doch im Anschluss vergab Reus innerhalb weniger Minuten drei Großchancen, traf dabei einmal die Latte - und entlud seinen Frust mit einem Tritt gegen den Pfosten.

Da Luka Jovic (36.) mit seinem 14. Treffer für die Eintracht ausglich, konnte der BVB den Patzer der Bayern in Leverkusen nur teilweise ausnutzen. Der Vorsprung auf den Erzrivalen beträgt nun sieben Punkte – es hätten neun sein können. "Im Moment überwiegt die Enttäuschung", sagte Bürki, der selbst zweimal glänzend pariert hatte.

Fehlende Vorbereitung wirkt nach

Reus als "Chancentod" - das war schon eine Woche zuvor gegen Hannover 96 ähnlich gewesen. Auch dort traf er (artistisch), verballerte aber auch gute Gelegenheiten. Mit dem Unterschied, dass die nicht genutzten Möglichkeiten beim 5:1 gegen Hannover nicht groß ins Gewicht fielen.

Damals erklärte Reus die ausgelassenen Chancen auch mit seinen Problemen in der Winterpause. Eine hartnäckige Magenerkrankung hatte eine vernünftige Vorbereitung auf die Rückrunde nicht zugelassen, beim 1:0 zum Auftakt in Leipzig hatte er sogar passen müssen.

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In Frankfurt nun ließ Reus jene Effizienz der Hinrunde ebenso wie gegen Hannover vermissen. Auch im Zusammenspiel mit Paco Alcacer, der diesmal den Vorzug im Sturmzentrum vor Mario Götze erhalten hatte, lief nicht alles rund. Noch scheint bei Reus die absolute Sicherheit und Selbstverständlichkeit im Abschluss und Kombinationsspiel wie in der Hinrunde zu fehlen.

Bürki: "Marco ist stark im Kopf"

Grund zur Sorge besteht laut BVB-Verantwortlichen und Mitspielern aber nicht. "Dass Marco so viele Chancen hatte, zeigt ja auch seine Qualität", sagte Manager Michael Zorc und ist überzeugt: "Beim nächsten Mal gehen die Bälle wieder rein."

Dass eine Verunsicherung beim Anführer der Dortmunder Offensivabteilung hängen bleibt, glaubt Zorc nicht. "Marco kann sehr gut damit umgehen", sagte Zorc. So sieht es auch Bürki, der betonte: "Marco ist stark im Kopf."

Titelfavorit? "Davon hätten wir auch nicht einen Punkt mehr"

Die Dortmunder Fans waren nach dem wortwörtlichen Punktsieg im packenden Fernduell mit den Bayern ohnehin zufrieden. "Deutscher Meister wird nur der BVB", sangen die Anhänger nach dem hart erkämpften Remis.

Froh, dass der BVB Frankfurts "Büffelherde" um Jovic, Ante Rebic und Sebastien Haller weitgehend in Schach gehalten hatte. Und natürlich über die zeitgleiche Niederlage der Bayern.

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Zorc entlockte die stets wiederkehrende Meisterfrage dagegen einmal mehr nur ein Lächeln. "Wenn ich jetzt sagen würde, wir wären Favorit auf den Titel, hätten wir davon auch nicht einen Punkt mehr", erklärte Zorc.

Wohl aber, wenn Reus treffsicherer gewesen wäre.