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Sebastien Haller spielt mit Frankfurt eine beeindruckende Saison. Im SPORT1-Interview spricht er über das furiose Offensiv-Trio, seine Ziele und die deutsche Sprache.

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Eintracht Frankfurts Sebastien Haller steht mit elf Toren und acht Assists gemeinsam mit Marco Reus auf Rang zwei der Scorerliste der Bundesliga - lediglich Bayern-Torjäger Robert Lewandowski liegt mit 20 direkten Torbeteiligungen noch vor dem Franzosen.

Gemeinsam mit seinen Sturm-Kollegen Luka Jovic und Ante Rebic bildet der 24-Jährige ein furioses Offensiv-Trio, das zu den gefährlichsten Europas zählt. Die "Frankfurter Büffelherde" hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Eintracht aktuell auf dem fünften Tabellenplatz rangiert und auf eine erneute Europapokal-Teilnahme hoffen kann.

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Am Donnerstagabend steht bei Schachtar Donezk das Hinspiel im Sechzehntelfinale an (Europa League: Schachtar Donezk - Eintracht Frankfurt ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Im SPORT1-Interview spricht Haller über das Zusammenspiel des Sturm-Trios, die Ziele in der Rückrunde und die deutsche Sprache.

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SPORT1: Herr Haller, gemeinsam mit Ihren Sturm-Kollegen Luka Jovic und Ante Rebic verzücken Sie die Bundesliga - es scheint als hätten Sie eine Menge Spaß auf dem Platz.

Sebastien Haller: Es ist immer angenehm, wenn man mit Freude und Spaß zu Werke geht. Ich denke auch, dass Fußball eine Chance ist, die ich bekommen habe. Da gehört der Spaßfaktor einfach dazu. Und so, wie es aktuell bei uns läuft, holen wir uns den Spaß direkt vom Platz.

Haller über deutschen Wortschatz: "Nicht interviewtauglich"

SPORT1: Noch geben Sie Ihre Interviews in Französisch - wie steht es um Ihre Deutschkenntnisse?

Haller: Ich versuche jeden Tag, etwas Neues dazuzulernen und mache immer weiter. Es ist schon wichtig, Deutsch zu verstehen und auch zu sprechen. Ich bin in der deutschen Sprache kein Lautsprecher (lacht), sondern versuche entsprechendes Alltags-Vokabular aufzusaugen. Und natürlich habe ich auch andere deutsche Vokabeln auf Lager - die sind aber nicht interviewtauglich.

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SPORT1: Die vergangene Saison beendete die Eintracht als Tabellenachter, qualifizierte sich durch den Pokalsieg zudem für den internationalen Wettbewerb. Aktuell stehen Sie auf dem fünften Platz - ist der internationale Wettbewerb das Ziel?

Haller: Meine persönliche Einstellung ist, dass man versuchen sollte, jetzt nochmal zu toppen, was 2017/2018 erreicht wurde - und das ist definitiv drin. Aber die Saison ist noch lang. Es liegt nur an uns, die Konzentration hochzuhalten, weiterhin uns geschlossen als Mannschaft zu präsentieren. Dann wird es auch möglich sein, das internationale Geschäft wieder zu erreichen. Natürlich wissen wir aber auch, dass hinter uns Teams mit ähnlichen Zielen lauern. Es wird alles andere als leicht. Wir wollen aber alles tun, um dieses Ziel zu erreichen.

Haller selbstbewusst: "Haben noch Luft nach oben"

SPORT1: Nach dem 1:1 gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund gab es viel Lob - auch von Seiten des Gegners.

Haller: Das Lob der Dortmunder schmeichelt uns natürlich. Aber viele Mannschaften hätten es verdient, da oben mitzuspielen. Wir werden das auch bis zum Saisonende weiter schaffen. Dazu braucht man nicht nur Talent, um sich da oben festzubeißen, sondern es bedarf weiterer Zutaten wie mannschaftlicher Geschlossenheit und einer Solidarität auf dem Rasen, dass jeder für den anderen da ist. Und man braucht das nötige Quäntchen Glück. Vieles von dem, was man hat, muss mit anderen Faktoren zusammenkommen. Ich hoffe, dass wir diese Zutaten alle weiter einbringen werden. Das Talent und die Qualität sind in unserem Team auf jeden Fall vorhanden. Wir müssen alles rausholen, um unsere Ziele zu erreichen.

SPORT1: Gemeinsam mit Luka Jovic und Ante Rebic bilden Sie ein sehr gefährliches Trio. Insgesamt erzielten Sie drei zusammen 32 der 40 Frankfurter Tore. Was ist das Erfolgsrezept?

Haller: Es ist eine individuelle Klasse vorhanden, erst recht, wenn wir drei da vorne zusammenspielen und harmonieren. Dennoch ist bei uns noch Luft nach oben, haben wir unser Potenzial noch nicht zu 100 Prozent ausgeschöpft. Wir müssen uns Tag für Tag arbeiten, um uns stetig verbessern. Mit dem richtigen Spirit und der nötigen Einstellung können wir das Niveau noch weiter steigern.

Haller zum Eintracht-Kader: Alles "Spaßvögel"

SPORT1: Es macht Freude der Eintracht in dieser Saison zuzuschauen. Die Mannschaft selbst scheint auch viel Spaß am Fußballspielen zu haben. Wie hält man die gute Stimmung im Team aufrecht?

Haller: Wir haben viel Spaß. Wenn ich mir unseren Kader so anschaue, gibt es keinen, den ich nicht als Spaßvogel bezeichnen würde. Das macht das Arbeiten in so einer Truppe sehr angenehm, es macht in dieser Saison einfach riesig Spaß. Die Fans und wir sollten einfach weiter den Moment in vollen Zügen genießen. Wir wollen ihnen weiter viel Freude bereiten. Bis zum Ende. Es soll genussvoll beendet werden in dieser Runde.

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SPORT1: Mit Evan N'Dicka steht neben Ihnen noch ein zweiter Franzose im Eintracht-Kader. Insgesamt stehen 22 Spieler aus Ihrem Heimatland bei den 18 Bundesliga-Klubs unter Vertrag. Warum ist die Liga bei Franzosen derzeit so beliebt?

Haller: Warum so viele Franzosen in Deutschland spielen, weiß ich nicht. Es ist einfach eine sehr attraktive Liga. Man sieht, wie viel Freude aufkommt und wie die Atmosphäre ist in den vollen Stadien. Ich glaube, das ist ein Kriterium, bei der Eintracht zu bleiben. Die Bundesliga im Allgemeinen und die Eintracht im Speziellen entspricht dem, was ich mir vorstelle. Bei der Eintracht mache ich nichts falsch, sondern liege goldrichtig.