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Augsburg - Dank Torjäger Alfred Finnbogason gewinnt der FC Augsburg gegen Mainz 05 und beendet seine Sieglos-Serie. Jens Lehmann feiert ein perfektes Debüt - obwohl er zu spät kommt.

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Jens Lehmann klatschte kurz mit seinem neuen Chef ab und gratulierte Manuel Baum freudestrahlend zum Sieg.

Der Coach des FC Augsburg hatte ausgerechnet bei der Premiere seines prominenten Assistenten die Horrorserie von zehn Spielen ohne Sieg beendet und mit dem 3:0 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet. Hauptverantwortlich dafür war Alfred Finnbogason, der mit seinem vierten Dreierpack in der Liga nahezu im Alleingang für ein gelungenes Lehmann-Debüt auf der FCA-Bank sorgte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Finnbogason knipst dreifach

Bei Dauerschneefall zeigte der Isländer Finnbogason zwei Tage nach seinem 30. Geburtstag bemerkenswerte Coolness und auch Feingefühl. Der Torjäger verwandelte erst zwei Handelfmeter in der 8. Minute und in der 34. Minute (nach Videobeweis) eiskalt und setzte dann gekonnt mit dem Außenrist in der 54. Minute einen dritten Treffer drauf.

Damit ebnete er den Weg zum ersten Bundesliga-Heimsieg des FCA seit Ende September und dem überhaupt ersten Erfolg seit Ende Oktober. Alle acht Elfmeter, die Finnbogason in der Bundesliga ausführte, fanden auch ihren Weg ins Tor. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

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"Es ist ein Wahnsinn, dass meine Mannschaft nach einer so turbulenten Woche so eine Leistung bringt. Das spricht für den Charakter der Mannschaft", sagte Baum nach dem Schlusspfiff erleichtert bei Sky. "Wir haben es nicht verdient gehabt, so lange auf einen Sieg zu warten, darum freuen wir uns jetzt extrem." Den letzten Sieg hatten die bayerischen Schwaben am 30. Oktober (2:1 in Hannover) gefeiert.

Lehmann kommt "zu spät"

Augsburg verdiente sich die wichtigen drei Punkte mit Entschlossenheit und großer Bereitschaft. Lehmann, der seinen Platz auf der Augsburger Bank erst einige Sekunden nach dem Anpfiff eingenommen hatte, verfolgte das Geschehen neben Manager Stefan Reuter überwiegend zurückhaltend. Es war Lehmanns erster Bundesliga-Auftritt in offizieller Rolle, seit er im Mai 2010 letztmals im Tor des VfB Stuttgart stand. Nach der Partie postete er ein Bild von sich im Trainingsanzug auf Twitter. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Augsburg war von Beginn an die aktivere Mannschaft, die frühe Führung daher auch gerechtfertigt. Bei den Hausherren war zwar eine gewisse Nervosität angesichts der brisanten sportliche Lage unverkennbar, doch vor allem mit Kampf und Physis, aber auch spielerischen Elementen in der Offensive, machte der FCA dies auf schmierigem Untergrund wett. Von den Mainzern kam zunächst gar nichts, der erste Durchgang war indiskutabel.

Latza muss verletzt raus

Neben den Treffern von Finnbogason hatte der FCA vor der Pause noch gute Möglichkeiten durch Michael Gregoritsch (11., 32.) und Andre Hahn (35.). Mainzer Chancen vor dem Wechsel: nahezu Fehlanzeige. Das Missgeschick von Danny Latza, der mit einem Teamkollegen zusammenprallte und verletzt raus musste, passte zum Gesamteindruck. 

"Es war ein hochverdienter Sieg für Augsburg und für uns ein gebrauchter Tag", sagte Mainz-Coach Sandro Schwart. "Wir sind nicht an die Leistungen der ersten beide Spiele der Rückrunde rangekommen. Wir hatten auch kaum gute Aktionen bei eigenem Ballbesitz und kaum Möglichkeiten, zurück ins Spiel zu kommen."

Den Schwaben war auch wenig von den Turbulenzen anzumerken, die die Tage vor dem Spiel geprägt hatten. Während Lehmanns Verpflichtung ein bunter Farbtupfer war, hatten die Suspendierungen von Martin Hinteregger und Caiuby für große Aufregung gesorgt. Gegen Mainz aber hatte der FCA bereits in der zweiten DFB-Pokalrunde zu Hause gewonnen (3:2 nach Verlängerung).

Augsburg verpasst Schützenfest

Die Rheinhessen, mit zwei Siegen in die Rückrunde gestartet, übernahmen Anfang des zweiten Durchgangs etwas mehr Initiative. In diese Phase hinein setzte jedoch der FCA einen klasse Konter, den Finnbogason überragend vollendete.

Danach fanden die 05er nicht mehr ins Spiel zurück und hätten auch noch höher verlieren können. Finnbogason traf sogar noch ein viertes Mal, wegen einer Abseitsstellung wurde das Tor jedoch korrekterweise zurückgenommen (61.).

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