Stefan Ruthenbeck (l.) bleibt vorerst bis zum Saisonende Cheftrainer des 1. FC Köln. © Getty Images

Köln - Dem 1. FC Köln gelingt gegen den FC Augsburg fast der Anschluss in der Tabelle. Doch am Ende bleibt nur ein Remis. FC-Coach Ruthenbeck ist dennoch zufrieden.

Der 1. FC Köln ist bei seiner Aufholjagd ins Stolpern geraten. Gegen Angstgegner FC Augsburg kam das Schlusslicht nach zuletzt drei Siegen trotz Führung und zahlreicher Chancen nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.

Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt mit recht deutlichem Abstand Tabellenletzter. (TICKER zum Nachlesen)

"Nur ein 1:1? Damit darf mir keiner kommen, das lasse ich so nicht stehen", bellte der 45-Jährige mit grimmiger Entschlossenheit: "Die Mannschaft sitzt enttäuscht in der Kabine, weil sie nicht gewonnen hat. Und trotzdem war das der beste Auftritt, seit ich hier Trainer bin. Deswegen: Mund abputzen und weiter."

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Ruthenbeck blieb damit bei seinem Credo. Jede Partie in dieser schon verloren geglaubten Saison soll für sich stehen, es bleiben nun 14 weitere "Endspiele" gegen den Abstieg. Den Blick auf die Tabelle soll man sich sparen - und das ist gerade nach dem Spiel gegen Augsburg vielleicht wirklich eine gute Idee.

Serie war zum Greifen nahe

Der vierte Sieg nacheinander war schon greifbar gewesen, eine solche Serie hatte der FC zuletzt vor mehr als 17 Jahren hingelegt. Spätestens nach dem direkt verwandelten Freistoß von Milos Jojic (40.) schien alles auf den nächsten Erfolg hinauszulaufen, mit dem Köln erstmals seit Monaten wieder direkten Kontakt zum Relegationsplatz hätte herstellen können.

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Doch in einer wilden zweiten Hälfte traf Caiuby (77.) per Kopf zum Ausgleich. Köln hatte die Gäste zurück ins Spiel gelassen und stand am Ende mit zu wenig Ertrag da.

Augsburg ein ungeliebter Gast

Augsburg bleibt mit 28 Zählern im sicheren Mittelfeld und ist weiter ein ungeliebter Gast in Köln. Nicht nur aufgrund der schwachen Bilanz gegen den FCA hatte Ruthenbeck vor der Partie eindringlich vor dem Gegner gewarnt. (DATEN: Tabelle der Bundesliga)

"Die schielen auf die Europa League, die können auch Fußball spielen", sagte Rutenbeck, "und natürlich kann es eine Phase geben, in der die uns mal knacken."

Vor 49.900 Zuschauern hatte der FC-Coach auf die gleiche Startelf wie beim jüngsten Sieg in Hamburg (2:0) gesetzt, auch FCA-Coach Manuel Baum vertraute der Formation, die zuletzt bei der Niederlage in Gladbach (0:2) begonnen hatte. Und die engagierten Kölner taten sich mit der Spielgestaltung zunächst schwer. 

Salih Özcan (3.) rutschte beim Schuss aus spitzem Winkel aus, Jojic (12.) setzte einen Versuch aus der Distanz über das Tor - das waren in den ersten 25 Minuten die einzigen Torannäherungen des FC. Da auch Augsburg außer einem Schuss von Daniel Baier (18.) wenig Torgefahr erzeugte, war es zunächst ein intensives Spiel ohne Höhepunkte. (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

Offener Schlagabtausch

Trotz der Führung wurde der FC unvorsichtig und erlaubte sich einen offenen Schlagabtausch. In der Schlussphase vergab der FC noch gute Chancen zum Sieg.

In einer normalen Saison wäre es für die Kölner wohl ein Auftritt gewesen, der Hoffnung macht. Doch nach der desolaten Hinrunde tut jeder vergebene Punkt besonders weh.

Schon am kommenden Freitag geht es nun gegen den Mann, der mit dem FC diesen historischen Absturz zwischen August und Dezember durchlebte: Peter Stöger kommt mit Borussia Dortmund nach Köln.