Lesedauer: 3 Minuten

Wolfsburg und München - Dem VfL Wolfsburg gelingt auch gegen die TSG Hoffenheim kein Sieg. Bei den Kraichgauern bringt ein Spieler Trainer Julian Nagelsmann auf die Palme.

Anzeige

Nach dem 1:1 (0:0) durch den Last-Minute-Ausgleich bei den Remis-Königen des VfL Wolfsburg wurde bei der TSG Hoffenheim Klartext gesprochen.

"Wir müssen das Ego beiseite schieben und vor dem Tor eiskalt werden", sagte Kerem Demirbay, der die TSG in der 73. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht hatte.

Anzeige

Damit war ein Spieler gemeint, der sich auch den Unmut von Coach Julian Nagelsmann zuzog: Andrej Kramaric, der in einer Szene anstatt auf Sandro Wagner zu passen, lieber selber abschloss. 

Nagelsmann watscht Kamaric öffentlich ab

Nagelsmann war nach dem Spiel mächtig angefressen.

"Er hat seine Kopfwäsche schon gekriegt", raunzte der 30-Jährige. "Ein Spieler mit der Qualität sieht Sandro, also muss er den Ball auch quer spielen. Ich will ihn nicht öffentlich kritisieren, aber das weiß er selber. Er muss den Ball quer legen."

Auf die Frage, ob sich Kramaric in der Kabine einsichtig zeigte, polterte Nagelsmann weiter: "Ich erwarte keine Antwort. Er hat sich das anzuhören und dann kann er gerne morgen etwas zur Mannschaft sagen." 

Auch Wagner schaute in der Szene fassungslos zu Nagelsmann, anstatt mit Kamaric zu reden. "Sandro ist ein Vollblut-Stürmer und er will Tore schießen, wenn es möglich ist", so Nagelsmann. "Und es wäre heute möglich gewesen."

Seine Analyse fiel entsprechend aus: "Wir waren extrem überlegen trotz der Belastung, die wir haben. Vor allem in der zweiten Halbzeit war das ein sehr dominanter Auftritt, da hat Wolfsburg nur einen Abschluss gehabt. Wir müssen vorher das Spiel entscheiden. Wir haben einmal egoistisch abgeschlossen und deshalb ist es nur ein Punkt."

Demirbay findet deutliche Worte

Demirbay, bester Hoffenheimer auf dem Platz, fand nach dem Spiel ebenfalls deutliche Worte: "Uns fehlt ein Stück Cleverness. Wir spielen so gut nach vorne, müssen aber einfach abgewichster werden."

Der Torschütze ärgerte sich, "dass wir das Spiel am Ende so aus der Hand geben und zwei Punkte liegen lassen. Ein Sieg wäre verdient gewesen, aber wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. In der ersten Halbzeit hätten wir schon 1:0 oder 2:0 führen müssen, aber wir haben so viele Konter-Situationen nicht gut ausgespielt." 

Uduokhai gleicht in der Nachspielzeit aus

Stattdessen gelang den "Wölfen" durch Felix Uduokhai (90.+1) der späte Ausgleich, im fünften Spiel unter Trainer Martin Schmidt gab es ein Unentschieden für Wolfsburg. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Die größte Wolfsburger Chance in der ersten Halbzeit vergab Maximilian Arnold. Der U21-Europameister scheiterte in der elften Minute per Foulelfmeter nach Videobeweis am Hoffenheimer Torhüter Oliver Baumann, der mit dem Fuß abwehren konnte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Der Keeper war auch bei einem Freistoß von Daniel Didavi (37.) zur Stelle, 60 Sekunden später traf Divock Origi das Lattenkreuz. (Tabelle der Bundesliga)    

Gomez feiert Comeback

Ab der 70. Minute feierte VfL-Torjäger Mario Gomez nach langer Verletzungspause sein Comeback vor heimischer Kulisse. Doch der Routinier fand keine Bindung zu seinen Mitspielern, drei Minuten nach seiner Einwechslung fiel das 0:1.    

Beide Mannschaften sind schon am Mittwoch in der zweiten Runde des DFB-Pokals erneut gefordert.

Wolfsburg empfängt Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 um 18.30 Uhr zum Niedersachsen-Derby, ab 20.45 Uhr müssen die Hoffenheimer beim sieglosen Tabellenvorletzten Werder Bremen antreten.