Der Undertaker (l.) trifft bei WWE WrestleMania 33 auf Roman Reigns
WrestleMania 33 könnte das Karriereende für den Undertaker bedeuten © Getty Images/Imago/iStock/Marc Tirl

Der scheinbar unverwüstliche Undertaker muss nach WWE WrestleMania 33 womöglich aufhören. Das zwingt WWE-Boss Vince McMahon zu einer harten Entscheidung.

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Wenn du ein Territorium verlässt, verlasse es auf dem Rücken: Dieses Prinzip ist ein alter Ehrenkodex im Wrestling-Geschäft.

Showkämpfer, die ihr letztes Match für eine Liga bestreiten, sollen dieses Match auch verlieren, auch und gerade, wenn sie große Stars sind.

Es ist der letzte Dienst, den sie ihrem Arbeitgeber erweisen sollen: sich besiegen zu lassen von einem Star, der bleibt - und ihn damit stark machen. Ihn "over bringen", wie es im Wrestling-Jargon heißt.

Der Undertaker gilt als ein Mann, dem die ehernen Regeln des Wrestling sehr wichtig sind. Wird er sie am Sonntag, bei der Megashow WrestleMania 33, beherzigen müssen?

Undertaker-Aus? Die Fans zittern

Die Ringlegende trifft vor rund 75.000 Zuschauern im Citrus Bowl auf Roman Reigns. Und es gibt Gerüchte, dass die lädierte Hüfte des 52-Jährigen mehr als dieses Match nicht mehr mitmachen wird.

Sollte es stimmen, müsste die Konsequenz eigentlich klar sein: Der 21 Jahre jüngere Reigns muss das Match gewinnen - auch wenn diese Vorstellung für viele WWE-Fans eine Horrorvorstellung ist.

Reigns kristallisiert sich immer mehr als kommender Star von WWE heraus, trotz seiner Doping-Affäre im vergangenen Sommer, trotz der Vorbehalte vieler Fans.

Dass Reigns heftig polarisiert, in den Hallen regelmäßig von großen Teilen der Zuschauer ausgebuht wird: Bei WrestleMania spielt es WWE in die Karten. Es wird die dramatische Atmosphäre des Matches nur intensivieren, dass viele Fans nicht erleben wollen, dass ihr Liebling von der Hassfigur vom Hof gejagt wird.

Roman Reigns steht für die Zukunft

"This is my yard now", dieser Hof gehört jetzt mir: Diese Ansage von Reigns ist der Kernsatz ihrer Fehde. Und er spiegelt die Realität wieder.

Der Undertaker steht für die Vergangenheit, Reigns für die Zukunft, wie die Kollision ausgeht, muss eigentlich klar sein. Alles andere wäre Sentimentalität, und WWE-Chef Vince McMahon - der Mann, der den Matchausgang festlegt - hat schon einmal gezeigt, dass er sich davon nicht leiten lässt.

2014 verfügte er das Ende der legendären, 21 Kämpfe langen WrestleMania-Siegesserie des Undertakers gegen Brock Lesnar. Es schmälerte das Vermächtnis des "Phenom", gab Lesnar allerdings einen enormen Schub.

Die WWE-Logik ist klar

Beim Undertaker-Reigns-Match wird der 71 Jahre alte Boss derselben Logik folgen - es sei denn, der Undertaker kann versichern, dass er doch noch weitermachen kann.

Dann wäre ein Sieg des Undertakers und ein Rückmatch möglich, das dann an Reigns gehen sollte. Eventuell auch ein weiteres Generationenduell mit John Cena, mit dem die Fans als Schlussmacher der Undertaker-Karriere wohl eher leben könnten.

Ein entscheidendes Detail, das die Spannung hochhält. Sie wird Sonntagnacht nicht abfallen. Im Gegenteil.

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