Marco Reus, Andre Schürrle, Leroy Sane (v.l.n.r.) - so könnte der Weltmeister-Sturm beim Confed Cup aussehen © SPORT1-Grafik: Getty Images / Eugen Zimmermann

München - Nach der WM-Quali ist vor dem Confed Cup: Dabei wird Jogi Löw zahlreiche Stammkräfte schonen und Nachrückern eine Chance geben. SPORT1 gibt einen Überblick.

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Nach dem klaren 4:1 gegen Aserbaidschan ist der deutschen Mannschaft die Teilnahme an der WM 2018 praktisch nicht mehr zu nehmen.

Nun richtet sich der Blick auf den Confed Cup im Sommer, der für Joachim Löw zum kniffligen Personalpuzzle wird.

"Wir haben natürlich schon Namen in größerer Runde diskutiert. Wir warten jetzt aber bis Mai ab und schauen die Entwicklung an. Wir werden erst im Mai Entscheidungen treffen", sagte der Bundestrainer. Priorität habe aber eindeutig die A-Mannschaft:

"Auch wenn bei der U21 ein wichtiges Turnier ansteht, ist alles der WM 2018 untergeordnet. Ich werde beim Confed Cup den einen oder anderen Spieler schonen." 

Pause für die Vielspieler 

Damit steht fest, dass vor allem die Vielspieler aus den Topklubs im Sommer eine Pause bekommen werden. Das hängt natürlich auch vom Abschneiden im Europacup und möglichen längeren Zwangspausen in der Saison wegen Verletzungen oder Formschwäche ab.

Gleichzeitig werden einige Stammkräfte aus dem großen Reservoir der U21 nach Russland mitfahren. Schwieriger ist die Frage bei den möglichen älteren Kandidaten.

Hier wird Löw vermutlich den Kreis relativ klein halten, da die meisten dieser Nachrücker perspektivisch kaum eine Chance haben.

SPORT1 gibt einen Überblick, wer beim Confed Cup dabei ist und wer nicht.

- Diese Spieler können den Urlaub buchen:

Von den Bayern werden Mats Hummels, Thomas Müller und sehr wahrscheinlich auch Manuel Neuer eine Pause bekommen. Ähnlich ist die Tendenz bei Jerome Boateng, der aber wegen seiner Verletzungspause noch am ehesten ein Kandidat wäre.

Um nicht nur Spieler des Rekordmeisters zu schonen, dürften Dortmund und Schalke Löw zum Verzicht ihrer Stammkräfte Julian Weigl und Benedikt Höwedes drängen.

Zudem planen auch die im Ausland tätigen Sami Khedira, Toni Kroos und Mesut Özil bereits ihren Urlaub.

Diese Spieler sind Wackelkandidaten: 

Im Tor könnte Marc Andre ter Stegen seine Position als Nummer 2a hinter Neuer verteidigen, allerdings spricht die Dreifachbelastung beim FC Barcelona ähnlich wie bei den oben genannten Teamkollegen für eine Pause.

Ähnlich ist die Lage bei Shkodran Mustafi und Julian Draxler, wobei die Tendenz nach dem frühen Champions-League-Aus mit Arsenal und Paris eher zur Teilnahme geht. 

So könnte das DFB-Aufgebot für den Confed Cup aussehen © SPORT1-Grafik: Zimmermann

Diese Spieler sind wahrscheinlich dabei 

Spieler wie Bernd Leno, Kevin Trapp, Sebastian Rudy, Jonas Hector und Emre Can werden sich die Chance nicht nehmen lassen, sich in der DFB-Auswahl weiter zu etablieren. Im Sturm ist zudem Mario Gomez gesetzt.

Mangelnde Spielpraxis im Klub können Joshua Kimmich und Andre Schürrle im Nationalteam kompensieren, Antonio Rüdiger und Marco Reus sind nach ihren Verletzungspausen auch nach der Saison noch fit genug für den Confed Cup.

Diese Youngster dürfen hoffen:

Neben Kimmich könnten auch Niklas Süle, Julian Brandt, Leroy Sane und Timo Werner noch für die U21 spielen – dieses Quintett soll aber bereits fix für den Confed Cup eingeplant sein.

Weitere Kandidaten aus der Mannschaft von Stefan Kuntz sind Jonathan Tah, Mitchell Weiser, Niklas Stark, Yannick Gerhardt, Benjamin Henrichs, Leon Goretzka, Max Meyer, Maximilian Arnold, Mo Dahoud und Serge Gnabry. Gut möglich, dass zwei oder drei dieser Akteure noch hochrücken. 

 "Jogi sagt zu Recht: Wenn er mir alle Spieler geben würde, würden einige bei uns auf der Bank sitzen, weil wir auf einigen Positionen ein sehr gutes Angebot haben. Das würde keinen Sinn machen", erklärt Kuntz.

Das sind die weiteren Kandidaten: 

Falls ter Stegen nicht mit nach Russland fährt, wäre Olympia-Keeper Timo Horn die erste Option, Außenseiterchancen hätten Ralf Fährmann, Oliver Baumann und Loris Karius. 

Sehr gute Chancen in der Defensive haben Leipzigs Kapitän Willi Orban und als Backup für Außen der Herthaner Marvin Plattenhardt sowie Weltmeister Erik Durm.

Im Mittelfeld rechnen sich Gladbachs Lars Stindl und Dortmunds Gonzalo Castro Chancen als Nachrücker aus. In der Offensive wären am ehesten Kevin Volland und Karim Bellarabi Alternativen, während Sandro Wagner und Nils Petersen als Ersatz-Sturmspitze kaum Aussichten haben.

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