Karl Geiger (r.) ist nun sowohl von der Normal- als auch von der Skiflugschanze aktueller Weltmeister
Karl Geiger (r.) ist nun sowohl von der Normal- als auch von der Skiflugschanze aktueller Weltmeister © Imago
Lesedauer: 3 Minuten

Oberstdorf und München - Erlösung für die deutschen Athleten bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf! Karl Geiger springt von der Normalschanze zu Silber. Erneut gewinnt ein Pole.

Anzeige

WM-Spezialist Karl Geiger hat wieder zugeschlagen!

Der deutsche Skisprung-Star hat bei der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf für die erste Medaille für den DSV gesorgt. Der Lokalmatador sprang von der Normalschanze völlig überraschend zu Silber. (Zeitplan der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf)

Anzeige

"Das war jetzt wirklich brutal. Ich bin echt sprachlos. Das habe ich nicht kommen sehen. Ich habe mir gedacht: 'Jetzt setzt du alles auf eine Karte, volle Lotte'", reagierte Geiger unmittelbar nach seinem WM-Triumph in der ARD überwältigt.

Zuletzt steckte der Skiflug-Weltmeister von 2020 im Weltcup in einer schweren Formkrise, Anfang Februar hatte er beim Heim-Wochenende in Klingenthal sogar zweimal den zweiten Durchgang verpasst.

Geiger gönnt sich ein Bier

Die Taktik auf seiner Heimschanze war deshalb klar: "Ich musste etwas riskieren, habe sprungtechnisch etwas verändert, das hätte auch richtig schief gehen können." Nach Durchgang eins lag der 28-Jährige noch auf Rang vier.

Meistgelesene Artikel
  • Motorsport / Formel 1
    1
    Motorsport / Formel 1
    Vettel düpiert - Hamilton holt Pole
  • Fussball / Transfermarkt
    2
    Fussball / Transfermarkt
    Transferticker: Neue Details im Alaba-Poker?
  • Fussball / DFB-Pokal
    3
    Fussball / DFB-Pokal
    "Kimmichs Leben zur Hölle gemacht"
  • Fussball / Bundesliga
    4
    Fussball / Bundesliga
    Eberl bestätigt Hütter-Ablöse
  • Fussball / Bundesliga
    5
    Fussball / Bundesliga
    Was ohne Berater auf Kimmich wartet

Auch wenn am Sonntag im Mixed-Wettbewerb (Sonntag ab 17 Uhr im LIVETICKER) die nächste Medaille her soll, wird dennoch ein wenig gefeiert. "Heute Abend gibt es ein Bier", ergänzte Geiger mit einem Grinsen, das auch hinter seiner Maske klar erkennbar war. (Weltcup-Kalender im Skispringen)

Mit zwei starken Sprüngen auf 103,5 und 102 Meter erlöste er die Skispringer gleich im ersten Wettkampf, die nach schwankenden Leistungen in den vergangenen Wochen ein wenig in der Kritik standen.

Für Geiger war es insgesamt bereits die sechste Medaille bei Weltmeisterschaften, zwei davon holte er im vergangenen Dezember von der Flugschanze in Planica. Vor zwei Jahren in Seefeld holte er zweimal Teamgold und Silber im Einzel von der Großschanze.

"Wir sind alle überglücklich, dass wir gleich im ersten Wettbewerb eine Medaille gewonnen haben. Zum Glück haben wir den Karl, der hier seine langen Hebel einsetzt", freute sich Bundestrainer Stefan Horngacher über den Coup seines Schützlings.

Granerud geht leer aus

Gold ging nicht weniger sensationell an Piotr Zyla aus Polen, der seinen Landsmann Dawid Kubacki, der 2019 in Seefeld triumphiert hatte, als Weltmeister ablöste. Der Slowene Anze Lanisek wurde Dritter. 

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Halvor Egner Granerud, Topfavorit und dominierender Springer in der laufenden Weltcup-Saison, musste sich nach einem schwachen ersten Sprung mit Rang vier begnügen. Die Aufholjagd der Norwegers nach Platz 16 im ersten Durchgang endete knapp hinter dem Treppchen. (Skispringen: Stand im Gesamtweltcup)

Eisenbichler enttäuscht

1,8 Punkte trennten den designierten Gesamtweltcup-Sieger von Bronze. Geigers Rückstand auf Zyla war mit 3,6 Punkten für eine Normalschanze beträchtlich.

Pius Paschke landete als zweitbester DSV-Adler auf Rang elf, nach dem ersten Sprung und Platz sechs hatte der Routinier noch mit einer Medaille geliebäugelt.

Markus Eisenbichler, im Vorfeld als größte deutsche Hoffnung auf Edelmetall gehandelt, absolvierte einen enttäuschenden Wettbewerb und wurde nur 17. Constantin Schmid landete auf Rang 23.

"Im ersten Durchgang hatten die letzten Springer Rückenwind, und da hatten wir keine Chance. Aber der Karl hat eine Medaille gemacht, er ist halt ein Fuchs. Es war wichtig, dass es einer von uns schafft", resümierte Eisenbichler, der an der Seite von Geiger sowie Katharina Althaus und Anna Rupprecht am Sonntag bei der Mission Titelverteidigung im Mixed angreifen darf.