Das deutsche Mixed-Team kann sein Glück kaum fassen
Das deutsche Mixed-Team kann sein Glück kaum fassen © Imago
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Oberstdorf und München - Die deutschen Skispringer haben mal wieder auf den Punkt ihre Topform gefunden: Das Mixed sichert sich bei der Heim-WM völlig überraschend die Goldmedaille.

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Karl Geiger fiel Katharina Althaus kreischend in die Arme, Markus Eisenbichler wollte Anna Rupprecht gar nicht mehr loslassen: Die "fantastischen Vier" des deutschen Skispringens haben mit Gold im Mixed-Wettbewerb die Schanzen-Party bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf eindrucksvoll fortgesetzt.

Nur 24 Stunden nach Einzel-Silber durch Geiger flog das DSV-Quartett zur erfolgreichen Titelverteidigung. Es war für den deutschen Verband die erste Gold-Medaille dieser Titelkämpfe - und eine komplett unerwartete. (Zeitplan der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf)

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Althaus, Eisenbichler, Rupprecht und Geiger hatten nach dem ersten Durchgang bereits einen klaren Vorsprung auf den vierten Rang - schon Bronze wäre ein riesiger Erfolg gewesen. Letztlich reichte es für den vierten WM-Sieg in Folge. Silber ging mit 5,2 Punkten Rückstand an Topfavorit Norwegen, Österreich gewann mit 14,3 Zählern weniger als Deutschland Bronze.

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Dieser Coup war den Deutschen angesichts der Verunsicherung und Formschwäche der Frauen und zeitweise auch der Männer in den vergangenen Wochen nicht unbedingt zuzutrauen gewesen.

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Althaus und Eisenbichler aus dem Häuschen

"Wahnsinn! Ich habe nie damit gerechnet, dass wir heute die Goldmedaille holen", reagierte Althaus in der ARD überwältigt. "Ich weiß gerade gar nicht, was ich denken und was ich sagen soll. Einfach danke an das Team", war auch Eisenbichler ein wenig sprachlos, der mit dem Triumph Geschichte schrieb: Für den 29-Jährigen ist es der fünfte WM-Titel seiner Karriere, damit überholt er den bisherigen deutschen Rekordhalter Martin Schmitt.

"Das war völlig überraschend für uns, einfach unglaublich. Wir hatten schon gehofft um die Medaillen mitzuspringen. Aber die anderen Nationen haben Schwächen gezeigt", bilanzierte Männer-Bundestrainer Stefan Horngacher.

Sein Pendant bei den Frauen, Andreas Bauer, ergänzte: "Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mädels."

Hannawald kann es nicht fassen

Skisprung-Experte Sven Hannawald reagierte völlig baff, als der Triumph perfekt war: "Ich werd' bekloppt."

Das DSV-Quartett erwischte einen Start nach Maß in den 2022 erstmals olympischen Wettbewerb: Althaus (104,0 m) und Eisenbichler mit weniger Anlauf (100,0 m) brachten den "gemischten Vierer" mit zwei Top-Flügen sofort an die Spitze. Rupprecht (92,5 m) musste zwar kurzzeitig Norwegen und Österreich passieren lassen, doch Geiger (99,5 m) sorgte für die Halbzeit-Führung.

Im zweiten Durchgang bauten Althaus (99,5 m) und Eisenbichler (98,5 m) bei nun schwierigeren Bedingungen die Führung sogar kontinuierlich aus. Auch Rupprecht (98,5 m) glänzte diesmal, Geiger (99,5 m) machte den unerwarteten Triumph klar.

Das Mixed stand erst zum fünften Mal im WM-Programm, bei den letzten drei Auflagen (2015, 2017, 2019) gewann jeweils Deutschland. 2013 hatte Japan triumphiert.

Zuvor hatten die DSV-Athleten bereits zwei Medaillen bei der WM im Allgäu eingefahren. Am Samstag war Geiger bereits zu Silber von der Normalschanze geflogen, ehe die Mannschaft auch in der Nordischen Kombination den zweiten Platz klar machte. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)