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Bischofshofen - Karl Geiger bläst beim letzten Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen zur Aufholjagd auf den Titel und packt das Podest. Doch Kamil Stoch bleibt übermächtig.

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Stark gekämpft und das Wunder von einer grandiosen Aufholjagd beschworen - doch am Ende war gegen den ärgsten Konkurrenten doch kein Kraut gewachsen: (Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2020/21)

Skispringer Karl Geiger (Oberstdorf) hat den Gesamtsieg bei der 69. Vierschanzentournee zwar verpasst, beim letzten Springen in Bischofshofen mit Gesamtrang zwei allerdings noch einen Podest-Platz geschafft.

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Während der abermals auch Tagesbeste Kamil Stoch aus Polen mit einem Vorsprung von 48,1 Punkten (1110,6) nach 2017 und 2018 seinen nunmehr dritten Tournee-Triumph feierte und sich die Trophäe des Goldenen Adlers sicherte, blieb Geiger beim Dreikönigsspringen zumindest ein zufriedenstellender Abschluss als Tagesdritter. (Vierschanzentournee: Ergebnisse von Bischofshofen)

"Ich bin echt froh, dass ich es heute noch so hingebracht habe. Ich hatte die letzten Tage wirklich zu knabbern und bin ganz schön ins Grübeln gekommen", so Karl Geiger im ZDF. "Es war ein gelungener Abschluss, und Gratulation an Kamil!"

Und Bundestrainer Stefan Horngacher lobet: "Es ist ein toller zweiter Platz. Der Karl ist mental unglaublich stark. Die anderen haben Fehler gemacht und der Karl ist dazwischen reingesprungen."

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Geiger stark, aber Stoch übermächtig

Der 27 Jahre alte Skiflug-Weltmeister, zuvor noch Gesamtvierter trotz seines Siegs beim Auftaktspringen in Oberstdorf, überholte im Endranking mit einer Gesamtpunktzahl von 1062,5 auch den polnischen Titelverteidiger Dawid Kubacki (1057,8) sowie den mitfavorisierten Norweger Halvor Egner Granerud (1057,4), der insgesamt Vierter wurde. (Vierschanzentournee: Ergebnisse von Bischofshofen)

Es war das beste Tournee-Ergebnis in Geigers Karriere. Für den ersten deutschen Gesamtcoup beim Skisprung-Spektakel seit Sven Hannawalds "Grand Slam" vor 19 Jahren waren die finalen Sprünge von zunächst 138,0 m und danach 133,5 m indes zu wenig.

Zu übermächtig und unbeeindruckt vor einer Geisterkulisse in Österreich erwies sich Stoch:

Der 33-Jährige und dreimalige Olympiasieger blieb eiskalt bei seinen Flügen von 139,0 sowie 140,0 m und dem Tagessieg vor Marius Lindvik (Norwegen). 

Zur Erinnerung: Eigentlich war die Tournee für Stoch schon vor dem ersten Springen verloren, als das gesamte polnische Team in Oberstdorf nach dem positiven Coronatest bei Klemens Muranka in Quarantäne gehen musste und vom Auftaktspringen ausgeschlossen wurde.

Eisenbichler erlebt Debakel im 1. Durchgang

Kein Wunder, dass Stoch nach dem Triumph trotz aller anfänglichen Turbulenzen hinterher vor allem Chefcoach Michal Dolezal dankte: "Ich kann mich nur bei unseren Trainern bedanken: Sie haben bis zum Ende für uns gekämpft."

Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) erlebte beim Abschluss in Bischofshofen dagegen eine Enttäuschung, verpatzte mit einer Weite von nur 120,5 m seinen Sprung völlig und verpasste sogar den zweiten Durchgang. 

"Das war beschissen. Das war ein richtiger Dreckssprung." Er sei selber von sich überrascht. "Ich habe nicht das Selbstvertrauen, um einen ordentlichen Sprung zu machen", sagte "Eisei" im ZDF nach einer verpatzten Tournee, die er auf dem 16. Rang abschloss. (Skispringen: Weltcupstände)

Constantin Schmid (Oberaudorf) als 18. und Severin Freund (Rastbüchl) auf Platz 20 gelang ein gutes Ergebnis. Pius Paschke (Kiefersfelden) wurde 29., Martin Hamann (Aue) schaffte es zum Abschluss nicht in die Top 30.

Keine Atempause für DSV-Adler

Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den DSV-Adlern jedoch nicht: Nach nur einem Ruhetag steht bereits am Freitag in Titisee-Neustadt im Schwarzwald schon die Qualifikation zum nächsten Weltcup auf dem Programm.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)