Jens Weißflog ist unter anderem dreimaliger Olympiasieger im Skispringen
Jens Weißflog ist unter anderem dreimaliger Olympiasieger im Skispringen © Imago
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München - Skisprung-Ikone Jens Weißflog unterstützt die Kritik von Katharina Althaus wegen zu wenig Gleichberechtigung - und fordert bei SPORT1 dabei vor allem vom Verband Veränderung.

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Es brodelt bei Deutschlands Skispringerinnen um Vizeweltmeisterin Katharina Althaus:

Während die männlichen Adler des Deutschen Skiverbands DSV ab nächster Woche bei der Vierschanzentournee einmal mehr im Blickpunkt stehen, haben die Skispringerinnen Wettkampfpause – bis Ende Januar und das nach gerade einmal einem Saison-Weltcup am vergangenen Freitag.

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Der Unmut darüber und über die Gleichberechtigung im Skispringen an sich hat nun auch Jens Weißflog auf den Plan gerufen. (Skisprung-Weltcup: Alle Wettbewerbe im LIVETICKER)

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Bei SPORT1 sagte der dreimalige Olympiasieger: "Ich habe vollstes Verständnis für den Frust – die Frauen bereiten sich auf ihre Wettkämpfe genauso vor wie die Männer. Und am Ende bleiben ihnen nur zwei, drei Saison-Events."

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Jens Weißflog: Gleichberechtigung beim Skispringen

Weißflog fordert ein Umdenken und nimmt dafür sowohl den DSV als auch den Ski-Weltverband FIS gleichermaßen in die Pflicht.

"Da müsste endlich einmal etwas von den Verbänden kommen", sagte der 56-Jährige. "Und auch die Medien müssten die Frauen noch mehr live in den Blickpunkt rücken. Das ist nicht zufriedenstellend, auch wenn die Situation in Deutschland besser ist als in anderen Ländern. Aber insgesamt müsste da mehr Druck kommen."

Dampf machen gegenwärtig allerdings nur die Aktiven selbst. (Weltcup-Kalender im Skispringen)

"Skifliegen gibt es für die Damen ebenso wenig wie eine Vierschanzentournee, obwohl ein Agreement der vier Tournee-Orte besteht und die Sponsoren ihre Bereitschaft signalisiert haben", sagte Katharina Althaus im Sporthilfe-Magazin go!d

Im Focus wiederum warf die Vizeweltmeisterin die Frage auf, warum ausgerechnet in der populärsten Skisprungzeit zwischen den Jahren der Frauen-Weltcup pausiert, wenn die Männer um Karl Geiger und Markus Eisenbichler zwischen Oberstdorf und Bischofshofen mitten ins Medieninteresse fliegen.

Althaus sauer auf Verband

"Mir hat niemand ein stichhaltiges Argument genannt, warum der Frauenwettbewerb nicht parallel oder einen Tag versetzt zu dem der Männer stattfinden kann", so Althaus.

Doch mit einer Frauen-Tournee wäre es nicht getan. Da wären die Preisgelder - die Frauen kassieren nur ein Drittel der Männer-Prämien. (Skispringen: Stand im Gesamtweltcup)

"Die Frauen machen genauso einen Wettkampf wie wir, sie bringen die gleiche Leistung und sollten dafür eigentlich das gleiche kriegen", meinte unlängst auch Geiger dazu.

Schließlich bleibt der unerfüllte Traum vom Fliegen. Der Weltverband wehrt sich vehement gegen Frauen-Wettbewerbe auf Flugschanzen.

"Die FIS hat offenbar Angst davor, dass die Frauen zu stark werden", behauptete Althaus: "Auf den Monsterbakken wäre nämlich deutlich geworden, dass die Besten den ganz großen Schanzen absolut gewachsen sind. Vielleicht würde sich dort zeigen, dass Frauen gegenüber Männern sogar Vorteile haben und weiter fliegen."

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)