Lesedauer: 3 Minuten

Karl Geiger feiert in überragender Manier in Val di Fiemme seinen ersten Saisonsieg. Zudem übernimmt der deutsche Skispringer das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.

Anzeige

Als Karl Geiger mit dem Gelben Trikot auf der Brust und einem Blumenstrauß in der Hand die deutsche Nationalhymne genoss, war Deutschlands bester Skispringer endlich am Ziel seiner Träume.

"Mehr geht nicht", sagte der Vizeweltmeister nach seinem ersten Saisonsieg in der ARD, auf den er so lange hatte warten müssen. Die Führung im Gesamtweltcup war die Krönung eines nahezu perfekten Tages im italienischen Val di Fiemme.

Anzeige
Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Reif: Dann könnte Neuer gehen
  • Fussball / La Liga
    2
    Fussball / La Liga
    Xavi träumt von Sancho und Gnabry
  • Fussball / 2. Bundesliga
    3
    Fussball / 2. Bundesliga
    HSV: "Jetzt muss Kühne liefern"
  • Mehr Sport
    4
    Mehr Sport
    Zwei Top-Events trotzen Coronakrise
  • Fussball / Transfermarkt
    5
    Fussball / Transfermarkt
    Bayern war Coutinhos zweite Wahl

Geiger-Festspiele in Val di Fiemme

"Das ist etwas ganz Besonderes, das freut mich unglaublich. Das Gelbe Trikot werde ich auf jeden Fall behalten, das bekommt einen Spezialplatz", erklärte Geiger, der sich fünf Tage nach seinem dritten Platz bei der Vierschanzentournee für seine bislang starke Saison belohnte. Auch Bundestrainer Stefan Horngacher lobte: "Es war an der Zeit, dass Karl endlich gewinnt. Er ist bei der Tournee schon sehr gut gesprungen."

Kurios: Wenige Stunden zuvor hatte Kombinierer Vinzenz Geiger, der mit Karl Geiger entfernt verwandt ist, an gleicher Stelle ebenfalls gewonnen. "Das ist schon cool", sagte Karl Geiger über das kleine Familien-Fest. Und nicht nur das: Constantin Schmid (5.), Stephan Leyhe (6.) und Pius Paschke (8.) landeten auf dem Trampolino dal Ben ebenfalls in den Top 10. "Das war ein Ergebnis, das wir uns schon lange gewünscht haben", sagte Horngacher.

Mann des Abends war aber Geiger, der nach vier zweiten Plätzen, davon drei bei der Tournee, endlich ganz oben stand. Der Vizeweltmeister flog auf der selten genutzten Normalschanze im Fleimstal auf 104,5 und 103,5 m und gewann mit 294,6 Punkten klar vor dem Österreicher Stefan Kraft (286,9) und Tournee-Triumphator Dawid Kubacki (Polen/279,9). Für den 26-Jährigen war es der dritte Sieg seiner Laufbahn nach Engelberg 2018 und Willingen 2019.

Geiger lässt Kobayashi hinter sich

Mit 719 Punkten überholte Geiger zudem in der Gesamtwertung den schwächelnden Japaner Ryoyu Kobayashi (649 Punkte/Platz 26) und schlüpfte als erster DSV-Adler seit Richard Freitag im Februar 2018 ins Gelbe Trikot. "Ich fühle mich sehr wohl darin", sagte  Geiger, der als insgesamt neunter Deutscher nach Manfred Deckert, Jens Weißflog, Dieter Thoma, Andre Kiesewetter, Martin Schmitt, Sven Hannawald, Severin Freund und Freitag das begehrte Leibchen eroberte.

Für eine Überraschung sorgte auch Schmid, der als Fünfter das beste Ergebnis seiner Karriere verbuchte. Der 20-Jährige blieb im ersten Durchgang mit 107,0 m sogar nur einen halben Meter unter dem Schanzenrekord des Polen Adam Malysz aus dem Jahr 2003. "Das war echt der Wahnsinn. Das war definitiv mein bester Sprung, und dann hatte ich auch noch den Wind dazu. Cool", sagte Schmid.

Das Wintersport-Wochenende im TV: SPORT1 hat alle Veranstaltungen und Sendezeiten im Überblick

Auf dem kleinen Bakken im Fleimstal, auf dem erstmal seit 2015 ein Weltcup ausgetragen wurde, erwischte es dagegen gleich mehrere Favoriten. Neben Kobayashi enttäuschte auch der zweimalige Saisonsieger Daniel Andre Tande auf Platz 23. Der überraschende Tournee-Zweite Marius Lindvik, ebenfalls aus Norwegen, wurde wegen eines nicht regelkonformen Anzugs sogar disqualifiziert.

Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler war nicht am Start, der 28-Jährige hatte sich bei einem Sturz auf einem Parkplatz eine Verletzung des Kapsel- und Bandapparates im rechten Handgelenk zugezogen. Ob Eisenbichler operiert werden muss, soll am Montag geklärt werden. Auch der formschwache Freitag, der die Tournee nach dem ersten Springen verlassen hatte, fehlte weiterhin.