Wer steht am Ende der 67. Vierschanzentournee auf dem Podest?
Wer steht am Ende der 67. Vierschanzentournee auf dem Podest? © Getty Images

München - Die Vierschanzentournee ist der Höhepunkt im Weltcup. Ein Japaner hat diesmal die besten Chancen - oder gelingt eine deutsche Überraschung? Der Favoritencheck.

von SPORT1
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Am Sonntag ist es soweit: Der Auftakt der 67. Vierschanzentournee steht traditionell in Oberstdorf an (Vierschanzentournee in Oberstdorf am Sonntag ab 16.30 Uhr im LIVETICKER), bereits am Samstag steigt die Qualifikation (ab 16.30 Uhr im LIVETICKER).

Kurz vor dem Jahreswechsel messen sich die besten Athleten bei der prestigeträchtigsten Skisprungserie der Welt. Mit einem Sieg gehört man automatisch zu den ganz Großen im Skispringen.

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Kamil Stoch will nach seinem Grand Slam im Vorjahr den Titel-Hattrick schaffen, die größten Erwartungen schürt aber ein Japaner. Und auch ein Deutscher befindet sich im Ranking weit vorne.

SPORT1 macht den Favoritencheck zur Vierschanzentournee.

Platz 9: Peter Prevc

Peter Prevc scheiterte in Garmisch in der Qualifikation
Peter Prevc kämpfte lange mit einer Verletzung © Getty Images

Der letzte Tourneesieger vor Kamil Stoch kämpfte in den vergangenen Jahren stark mit seiner Form. Seinen letzten Einzelsieg feierte er 2017 in Sapporo. Schafft es der Slowene, nach seiner Rückkehr von einer Knieverletzung wieder zur alten Form zu finden, sollte man ihn auf der Rechnung haben.

Platz 8: Jewgeni Klimow

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Evgeniy Klimov steht auf Rang sieben im Weltcup © Getty Images

Er konnte bereits den Sommer-Grand-Prix mit 555 Punkten deutlich vor dem Deutschen Karl Geiger (416) und dem Polen Piotr Zyla für sich entscheiden. Beim Weltcupauftakt in Wisla gewann er als erster Russe einen Einzelweltcup im Skispringen.

Platz 7: Stefan Kraft

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Stefan Kraft trägt die Hoffnungen Österreichs © Getty Images

Der letzte österreichische Tourneesieger ist mit Platz 13 der bestplatzierte ÖSV-Springer im Gesamtweltcup. Sein bestes Ergebnis in dieser Saison ist bisher ein fünfter Platz. Man sollte Tourneesieger aus Österreich zwar nie abschreiben, doch ein Triumph von Kraft käme einem Wunder gleich.

Nachdem der ÖSV zwischen 2008 und 2015 sieben Mal in Folge den Tournee-Gesamtsieger stellte, wartet man seitdem auf einen erneuten Triumph. Diese kleine Durststrecke wird sich wahrscheinlich auch in diesem Jahr fortsetzen.

Platz 6: Stephan Leyhe

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Stephan Leyhe springt die Saison seines Lebens © Getty Images

In der aktuellen Saison überzeugte Leyhe bereits mit einigen Top-Platzierungen, sein Highlight war der zweite Platz in Wisla. Damit springt er bisher die Saison seines Lebens. 2016/2017 belegte er schon einmal Rang acht in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee.

Diese persönliche Bestleistung kann er womöglich toppen, für ganz oben reicht es aber wahrscheinlich nicht - denn Leyhe fehlt die Konstanz. An jedem Weltcuport mit zwei Springen verpasste er in dieser Saison mindestens einmal die Top Ten. Bei der Tournee kann man sich solche Ausrutscher nicht erlauben.

Platz 5: Johann Andre Forfang

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Johann Andre Forfang ist erst 23 Jahre alt © Getty Images

Der Norweger glänzte bei den beiden Springen in Russland mit einem Sieg und einem zweiten Platz. Bei der Tournee war er allerdings noch nie besser als Platz sechs. Mit Rang fünf im Gesamtweltcup zählt der 23-Jährige dennoch zum erweiterten Favoritenkreis.

Chancen auf einen Sieg bei einem Springen hat er auf alle Fälle - um eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben, fehlt aber wohl auch Forfang noch die Konstanz.

Platz 4: Karl Geiger

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Karl Geiger ist die größte Hoffnung des Deutschen Skiverbands © Getty Images

Die größten Hoffnungen im DSV-Lager ruhen diesmal nicht auf Richard Freitag, Andreas Wellinger oder Severin Freund: Geiger ist mit Rang vier bestplatzierter Deutscher im Gesamtweltcup.

Mit dem Sieg in Engelberg feierte er seinen ersten Einzel-Sieg im Weltcup. Auch am Folgetag verpasste er das Podest nur knapp, jedes Springen dieser Saison beendete er in den Top Ten. Damit setzte er ein klares Statement an die Konkurrenz: Mit ihm ist zu rechnen.

Zwar wäre der Gesamtsieg eine Überraschung, aber das Podest ist in Reichweite. Entscheidend wird sein, wie er mit dem - gerade in Deutschland - großen Druck bei der Tournee umgeht. Damit hatten schon andere wie Freund oder Freitag Probleme.

Platz 3: Piotr Zyla

Men's Ski Jumping HS130- FIS Nordic World Ski Championships
Piotr Zyla ist aktuell Weltcupzweiter © Getty Images

Zyla ist aktuell Weltcupzweiter und hat dabei 80 Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann Kamil Stoch. In dieser Saison stand Zyla bereits fünf Mal auf dem Podest, seine schwächste Platzierung war ein sechster Platz. 

Kein Springer kann bisher mit seiner Konstanz mithalten. Zudem kommt er mit dem Druck auf der Tournee gut klar. In der Saison 2016/2017 war er schon einmal Zweiter in der Tournee-Gesamtwertung.

Platz 2: Kamil Stoch

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Kamil Stoch konnte schon drei Mal Olympia-Gold holen © Getty Images

Stoch ist der Dominator der vergangenen Jahre. Nun peilt der dreimalige polnische Olympiasieger den Hattrick bei der Vierschanzentournee an. Er wäre damit nach Björn Wirkola (Norwegen/1967-69) erst der zweite Springer, dem dieses Kunststück gelingen würde.

Bereits im vergangenen Jahr schrieb Stoch Geschichte: Er gewann alle vier Springen und ist somit neben Sven Hannawald (2001/2002) der einzige Springer, der den Grand Slam schaffte.

Allerdings ist eine ähnliche Siegesserie in diesem Jahr nicht zu erwarten: Im Weltcup steht bislang kein Sieg zu Buche. Dennoch steht er im Gesamtweltcup auf Rang drei, in den letzten Jahren war er zur Tournee immer in Topform. Zudem hat er mehr Erfahrung als seine vermeintlich größten Konkurrenten.

Platz 1: Ryoyu Kobayashi

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Ryoyu Kobayashi ist der Top-Favorit der Vierschanzentournee © Getty Images

Der Japaner geht als klarer Favorit in die Tournee. Während er vergangene Saison noch auf Rang 24 im Gesamtweltcup landete, dominiert der 22-Jährige die bisherige Saison. Zeigt er bei der Tournee eine ähnliche Konstanz, ist er nicht zu stoppen. Die Frage ist, ob der Youngster mit dem viel höheren Druck und der gestiegenen Erwartungshaltung umgehen kann.

Es wäre zwar eine Überraschung, wenn nicht Kobayashi oder einer der beiden Polen den Gesamtsieg bei der Tournee holen würde. Die Vierschanzentournee ist allerdings für Favoritenstürze bekannt - und es wäre nicht das erste Mal, dass den Sieger vorher niemand auf dem Zettel hatte.