Karl Geiger
Karl Geiger © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

Karl Geiger beschert den DSV-Adlern in Engelberg den ersten Saisonsieg - und wird damit auch für die Vierschanzentournee 2019 zum Hoffnungsträger.

Anzeige

Der sonst so stille Karl Geiger brüllte seine ganze Freude in den Schweizer Abendhimmel, Bundestrainer Werner Schuster hüpfte auf seinem Podest auf und ab.

Zwei Wochen vor dem Start der Vierschanzentournee hat der Allgäuer Geiger überraschend den Skisprung-Weltcup in Engelberg gewonnen und ist mit seinem ersten Karriere-Erfolg aus dem Schatten seiner erfolgreichen Kollegen geflogen.

Anzeige

"Das ist unbeschreiblich, einfach geil. Ich bin einfach megahappy", sagte der 25-Jährige im ZDF, nachdem er die Durststrecke der DSV-Adler beendet und für den ersten deutschen Weltcupsieg im Kalenderjahr 2018 gesorgt hatte.

Der ebenfalls überglückliche Schuster meinte: "Es ist fantastisch, dass wir einen neuen Siegspringer haben. Karl hat es sich absolut verdient." (DATENCENTER: Der Stand im Gesamt-Weltcup)

Geiger springt Tagesbestweite

Geiger, der zuvor im Februar 2016 als Zweiter in Lahti zum zuvor einzigen Mal auf dem Podium gestanden hatte, sprang auf der Gross-Titlis-Schanze im Finale die Tagesbestweite von 141,0 m und schob sich mit 302,0 Punkten noch von Platz fünf auf eins vor.

In der Endabrechnung lag der Allgäuer - Elfter der Tournee 2018 und danach Teil des Silber-Teams bei Olympia 2018 - noch recht deutlich vor dem Polen Piotr Zyla (297,3) und dem Österreicher Daniel Huber (295,5).

"Im Wettkampf ist man immer nervös, aber heute ist es mir genial gelungen, das auszublenden", sagte Geiger über seine "Granate" im entscheidenden zweiten Versuch, die ihm den erhofften Durchbruch nach einer Reihe von guten Ergebnissen brachte - im jedem Springer der Saison war er zuvor unter den Top 10 gelandet.

Nun gehört er schon vor dem zweiten Teil der Generalprobe in Engelberg am Sonntag (ab 14.15 Uhr im LIVETICKER) zu den Favoriten für die am 29. Dezember in Oberstdorf beginnende Tournee.       

Leyhe verpasst zweiten Podestplatz

Stephan Leyhe, nach dem ersten Durchgang Dritter, fiel am Samstag noch auf Platz sechs zurück und verpasste seine zweite Podestplatzierung. Olympiasieger Andreas Wellinger zeigte als 14. eine solide Leistung.

Vier von sieben deutschen Startern schieden auf der Gross-Titlis-Schanze allerdings bereits im ersten Durchgang aus und sorgten damit für Sorgenfalten bei Bundestrainer Werner Schuster.

Richard Freitag, der im Vorjahr in Engelberg den zuvor letzten deutschen Weltcup-Sieg gefeiert hatte, ging trotz einer im Probedurchgang zugezogenen leichten Verletzung von der Schanze, kam aber nur auf Platz 32.

"Das war der Worst Case, das hat ihm einen Stich versetzt", sagte Schuster, nachdem es den Sachsen bei der Landung in der Probe ordentlich zusammengestaucht hatte: "Das Problem ist die mentale Seite. Er hat fast schon Angst davor, weit zu springen."

Eisenbichler und Freund verpatzen Sprung

Markus Eisenbichler verpatzte seinen Sprung und belegte einen ganz schwachen 48. Platz. Severin Freund kam sogar nur auf Rang 50 und verpasste damit zum zweiten Mal seit seinem Comeback den zweiten Durchgang.

Den 50. und letzten Platz hatte der Ex-Weltmeister nur einmal im Weltcup belegt - ebenfalls in Engelberg, am 22. Dezember 2007.

"Nachdem es gestern in der Qualifikation und heute in der Probe nicht gut gelaufen ist, habe ich probiert, etwas umzustellen, aber nicht wirklich den Schlüssel gefunden", sagte Freund. Auch David Siegel schied als 44. aus.