Die Langlauf-Welt trauert um den Kasachen Nikolai Tschebotko
Die Langlauf-Welt trauert um den Kasachen Nikolai Tschebotko © FIRO SPORTPHOTO/FIRO SPORTPHOTO/SID
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Zwei Jahrzehnte dominierte Walter Demel den deutschen Skilanglauf, am Dienstag wird er 85 Jahre alt.

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Köln (SID) - Zwei Jahrzehnte beherrschte Walter Demel den deutschen Skilanglauf. Der Mann vom SC Zwiesel nahm zwischen 1964 und 1976 an vier Olympischen Spielen teil. Auch wenn er dort ohne Medaille blieb, ein bisschen ärgern konnte er die Übermacht aus der Sowjetunion, der DDR und Skandinavien schon. Am Dienstag wird Demel 85 Jahre alt.

Bescheidenheit ist Demels Trumpf. "Wenn keine Besseren da waren, hat man halt gewonnen", sagte der Oberfranke einst. Der gelernte Dachdecker war ein Quereinsteiger, kam erst mit 22 Jahren zum Langlauf. In Sapporo 1972, als er deutscher Fahnenträger war, hatte der Bayreuther seinen stärksten Olympia-Auftritt.

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Der damals schon 36-Jährige wurde jeweils Fünfter über 30 und 50 km sowie 7. über 15 km - mehr war für den Liebhaber der "langen Kanten", der brutalen Langdistanzen, nicht drin. Den Durchbruch in die Weltspitze schaffte Demel 1966 in Oslo mit dem Gewinn von WM-Bronze über 30 km.

Es blieb die einzige große Medaille des Individualisten, der nie einen Trainer hatte ("Das habe ich allein gemacht, was sollte der mir auch beibringen?") und trotzdem über ein Jahrzehnt weltspitze war. National gewann er 26 DM-Einzel- und 14 Staffel-Titel. Erst der spätere Bundestrainer Jochen Behle jagte ihm Ende der neunziger Jahren diesen Rekord ab.