Laura Gimmler landete als beste Deutsche auf Platz 23
Laura Gimmler kämpfte mit dem DSV-Team um Bronze, unterlag aber Russland © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

Das deutsche Quartett läuft bei der Nordischen Ski-WM in der Damen-Staffel auf Rang vier und verpasst damit das Podest. Strahlende Siegerinnen sind die Schwedinnen.

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Laura Gimmler fiel völlig entkräftet hinter der Ziellinie in den Schnee, wurde aber sofort von ihren strahlenden Teamkolleginnen aufgerichtet und herzlich umarmt: Die deutschen Skilangläuferinnen feierten ihren grandiosen vierten Platz in der Weltmeisterschafts-Staffel von Seefeld wie einen Sieg.

Lange hatte das DSV-Quartett bei erneut frühlingshaften Temperaturen sogar um Bronze gekämpft - Rang vier war dennoch das beste WM-Ergebnis seit zehn Jahren.

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Deutsche Staffel ist stolz

"Ich bin total baff, wir freuen uns riesig", sagte Katharina Hennig, die mit Victoria Carl, Sandra Ringwald und Gimmler beim Überraschungssieg der Schwedinnen vor Norwegen eine nicht erwartete Glanzvorstellung abgeliefert hatte: "Wir sind so ein junges Team. Dass wir überhaupt um eine Medaille mitkämpfen können, macht mich megastolz."

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Auch Peter Schlickenrieder sprach seinen Mädels ein dickes Lob aus. "Saugeil, super! Zwischenzeitlich haben die Mädels mit einer Medaille gerechnet, das hat man gesehen", sagte der Bundestrainer: "Aber das fühlt sich an wie Bronze. Für mich sind die Erwartungen bei dieser WM schon jetzt übererfüllt. Der vierte Platz ist gar nicht hoch genug zu bewerten, wenn man sieht, wen wir alles hinter uns gelassen haben wie die Amerikanerinnen und die Finninnen."

Nach 4x5 km fehlten dem deutschen Quartett 42,5 Sekunden auf die drittplatzierten Russinnen, gegen deren Weltklasseläuferin Natalja Neprjajewa die famos kämpfende Gimmler keine Chance hatte. Gimmler stürzte kurz vor dem Ziel sogar noch, doch auch ohne dieses Malheur hätte es nicht mehr zu Bronze gereicht.

Gimmler: "Fast geschafft"

"Ich war schon überrascht, dass ich die wichtige Position als Schlussläuferin einnehmen durfte. Und ich hätte es fast geschafft, an der Russin dranzubleiben", sagte Gimmler: "Beim Sturz bin ich schneller gelaufen, als ich konnte. Ich konnte mich in der Abfahrt nicht mehr halten - und zack."

Am Tag nach dem großen Dopingskandal rang Schwedens Teamsprint-Weltmeisterin Stina Nilsson im Zielsprint Norwegens Superstar Therese Johaug mit 3,1 Sekunden Vorsprung nieder. Es war das erste Staffel-Gold überhaupt für die Schwedinnen, die zuletzt viermal in Folge Platz zwei hinter Erzrivale Norwegen belegt hatte. Russland lag 2:03,8 Minuten zurück, die deutsche Mannschaft 2:46,3 Minuten.

Für die Frauenstaffel war es die beste Platzierung seit der bislang letzten WM-Medaille 2009 in Liberec (Silber). Bei der WM 2017 in Lahti hatte Deutschland ebenso Platz sechs belegt wie bei Olympia 2018 in Pyeongchang. Von der Staffel, die 2014 bei Olympia in Sotschi mit Bronze das letzte Edelmetall bei einem Großereignis gewonnen hatte (Fessel, Böhler, Nystad, Herrmann) war in Seefeld keine Läuferin am Start.

Ringwald bricht ein

Die Sprint-Fünfte Carl lief an Position eins ein mutiges Rennen und wechselte als Viertplatzierte auf Hennig, die den deutschen Vierer sogar auf Rang drei vorlief. Ringwald baute den Vorsprung auf Verfolger Russland zeitweise auf 14 Sekunden aus, brach dann aber ein wenig ein und musste die Russin Anna Netschajewskaja vorbeiziehen lassen.

Gimmler konnte zwar auf dem Schlussabschnitt noch einmal zu Russlands Topläuferin Neprjajewa aufschließen, letztlich hatte die Weltcupzweite aber das bessere Ende für sich.