Lindsey Vonn galt als das Glamour Girl des Ski-Weltcups
Lindsey Vonn galt als das Glamour Girl des Ski-Weltcups © Imago
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Laut Lindsey Vonn herrscht im Ski-Weltcup akuter Verbesserungsbedarf an mehreren Fronten. Der ehemalige Superstar zeichnet ein düsteres Bild.

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Ski-Legende Lindsey Vonn macht sich offensichtlich arge Sorgen um die Zukunft ihrer Sportart und hat ein verheerendes Urteil über den aktuellen Zustand des Weltcup-Zirkus gefällt. (Ski alpin: Alle Rennen im LIVETICKER)

Im Interview mit der österreichischen Zeitung Der Standard antwortete die US-Amerikanerin auf die Frage, ob der Skisport überhaupt noch zu retten sei: "Da bin ich mir nicht sicher. Viele Sportarten straucheln derzeit. Es gibt keine Zuschauer, die Einschaltquoten sinken."

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Zwar habe die Coronakrise einen Anteil an der sinkenden Aufmerksamkeit, aber auch die Verantwortlichen müssen sich von Vonns Kritik angesprochen fühlen.

Vonn sieht fehlende Superstars als Problem

"Es fehlen große Stars, zumindest bei den Männern. Hirscher, Svindal und Miller sind weg. Es gibt viele unterschiedliche Sieger. Der Skisport muss überhaupt besser vermarktet werden", führte die frühere Speed-Queen weiter aus.

Vor allem der Zugang zu dem Sport, der sich immer mehr zu einer Elitesportart entwickelt, müsse erleichtert werden, um dessen Zukunft zu sichern.

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Die Jugend müsse besser angesprochen werden, so Vonn: "Ich vermisse Innovation und den Austausch mit Fans. In den USA gibt es deshalb weniger Leute, die den Sport ausüben. Es wäre solch ein großer Markt, aber keiner kann den Sport hier verfolgen. Wenn heute in Werbung investiert wird, hilft das in der Zukunft." (Ski alpin: Rennkalender der Saison 2020/21)

Nachwuchsprobleme in den USA

Vonn erzählte, dass sie sich selbst ihre Karriere kaum leisten konnte, obwohl ihre Eltern als Rechtsanwälte gutes Geld verdient hätten. "Der Trend zeigt, dass Nachwuchsläufer auf eine Ausbildung an einer Ski-Akademie verzichten. Stattdessen beschäftigen sie Individualtrainer. Viele Kinder betreiben denselben Aufwand, werden aber vom finanziellen Nachteil erdrückt. Der Sport muss zugänglicher werden, nicht nur in den USA", forderte die 36-Jährige, die ihre Karriere 2019 beendet hatte.

"Schon alleine ein Tagespass im Skigebiet ist sündhaft teuer, vor allem in den USA. Das hemmt uns, mehr Leute zum Sport zu bringen. Das wird sich auch nicht so schnell ändern. Der Skisport hat keine Priorität", prophezeite Vonn.

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Doch die Ex-Freundin des Golf-Superstars Tiger Woods machte auch Vorschläge zur Erhöhung der Attraktivität des Ski-Weltcups.

"Man könnte aber die Anzahl der Weltcuporte reduzieren, um Kosten zu senken. Und Frauen sollten unbedingt öfter gemeinsam mit Männern fahren. Dann steigen auch die Zuschauerzahlen, davon bin ich überzeugt", erklärte sie.

Vonn leidet unter früheren Verletzungen

Auch das Thema Verletzungen, das durch schwere Stürze bei der Abfahrt in Kitzbühel Mitte Januar wieder an Fahrt aufgenommen hat, beschäftigt Vonn.

"Bis heute finde ich, die schwere Verletzung bei der WM in Schladming (Kreuzbandriss und Innenbandriss im rechten Knie, Anm. d. Red.) hätte nicht sein müssen. Das Rennen wurde weit in den Nachmittag hinein verschoben. Die Verhältnisse waren inakzeptabel. Der internationale Skiverband ist häufig im Zwiespalt, weil er Rennen durchbringen muss. Wenn aber alle Top-Athleten verletzt sind, ist der Sport kaputt. Die Sicherheit der Fahrer muss Priorität haben", sagte Vonn.

Die Folgen ihrer zahlreichen Verletzungen spürt sie nach wie vor. Sie habe ordentliche Knieschmerzen. "Ich muss meine Muskulatur stärken, um das Gelenk stabil zu halten. Wenn ich nicht trainiere, wird der Schmerz heftiger. In ein paar Jahren brauche ich künstliche Gelenke", befürchtet sie.