Viktoria Rebensburg hat die Abfahrt in Garmisch gewonnen
Viktoria Rebensburg hat die Abfahrt in Garmisch gewonnen © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten

Viktoria Rebensburg rast in Garmisch-Partenkirchen zum Sieg. Nach einem Wahnsinns-Ritt sichert sich die Deutsche den ersten Abfahrtssieg ihrer Karriere.

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Viktoria Rebensburg genoss die lange Gratulationstour am Fuße der Kandahar in vollen Zügen.

Den Applaus ihrer Familie unter den 5000 Fans auf der Tribüne, die Umarmung ihrer Vorgängerin Maria Höfl-Riesch bei der Siegerehrung, und wohl besonders die Verbeugung von Alpinchef Wolfgang Maier. "Das kann ich nicht beschrieben, das ist einfach mega geil", sagte die beste deutsche Skirennläuferin nach ihrem Heimsieg bei der Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen, "ich hätte es mir nicht besser erträumen können."

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Nach schweren Wochen mit schwachen Ergebnissen und Maiers Kritik kam ihr erster Triumph in der Königsdisziplin für Rebensburg einer Erlösung gleich. "Das ist wirklich unglaublich", sagte die 30-Jährige, "diesen Abfahrtssieg zu schaffen, in allen drei Disziplinen zu gewinnen, in denen ich fahre, bedeutet mir extrem viel. Es ist extrem cool, dass es funktioniert hat."

Dreßen siegte vor einer Woche

Und das auch noch genau eine Woche nach dem Coup von Thomas Dreßen an gleicher Stelle - ein Novum für den Deutschen Skiverband.

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"Es war sicherlich eine sehr große Inspiration", sagte Rebensburg über Dreßens Heimsieg, "ich habe nochmal gesehen, was es heißt, ein Heimrennen zu gewinnen, wie besonders das ist." In Zwiesel (2011) und Ofterschwang (zweimal 2012) hat sie das selbst schon erlebt, doch dieser Erfolg jetzt schmeckte besonders süß, das war ihr anzusehen. Artikulieren wollte Rebensburg ihre Genugtuung nicht.

"Nein", beteuerte sie, die Schlagzeilen rund um die Kritik von Alpinchef Maier hätten sie nicht besonders angespornt, "das hat mit dem überhaupt nichts zu tun gehabt." Maier betonte: "Alles nicht so wild, da wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht." Das angekündigte klärende Gespräch, sagte Rebensburg, werde es erst geben, "wenn ich ein bissl Pause habe". Also wohl nach Saisonende.

Maier verneigt sich vor Rebensburg

Maier verneigte sich schon in "GAP" verbal vor seiner besten Athletin, die bislang je drei zweite und dritte Plätze in der Abfahrt geholt hatte. "Beeindruckt" war er von Rebensburgs mutiger Fahrt. Die ohnehin anspruchsvolle Kandahar sei diesmal "eine extreme Herausforderung" gewesen, meinte Maier, ja "die schwierigste seit langem. Da zu gewinnen, ist aller Ehren wert, da kann man ihr nur gratulieren."

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Das taten auch Höfl-Riesch, die 2010 als letzte DSV-Athletin auf der Kandahar triumphiert hatte, und ARD-Experte Felix Neureuther. "Das war eine starke Fahrt von ihr, und das tut nach den schweren Wochen einfach wahnsinnig gut", sagte Höfl-Riesch.

Neureuther ergänzte: "Sie ist in einer anderen Liga gefahren. Wenn du das alles mitmachst, das wurmt dich, es gibt keine Ruhe, dann lieferst du so ab - wirklich, Chapeau!"

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Rebensburg lobt gutes Material

Entsprechend gelöst, aber doch ein wenig verhalten sang Rebensburg nach ihrem 19. Weltcupsieg im Zielraum die deutsche Nationalhymne mit. War es ihr schönster Sieg? "Das ist schwer zu sagen", meinte sie, aber ja: "Das war Wahnsinn!"

Stolze 0,61 Sekunden nahm sie der zweitplatzierten Italienerin Federica Brignone bei ihrem zweiten Saisonsieg ab, Ester Ledecka (Tschechien) lag auf rang drei 0,83 Sekunden zurück. Kira Weidle (2,11) fuhr, noch geschwächt von ihrer Grippe, auf den ordentlichen 13. Platz.

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"Es hat relativ viel gut zusammengepasst", sagte Rebensburg. Dazu zählte sie auch das Material, mit dessen Abstimmung sie in diesem Winter immer mal Probleme gehabt hatte. "Mein Servicemann hat einen schnellen Ski gezaubert", sagte sie, "ich habe am Start schon gemerkt, dass es eine Rakete ist." Und damit flog sie regelrecht zum Sieg.