Aksel Lund Svindal geht nach der Ski-WM in den Ruhestand
Aksel Lund Svindal geht nach der Ski-WM in den Ruhestand © Getty Images
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Aksel Lund Svindal bestreitet mit der WM-Abfahrt sein letztes Rennen. Anders als bei Lindsey Vonn ist der Abschiedsschmerz der Kollegen uneingeschränkt.

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Wenn König Aksel I. abdankt, darf der Kronprinz nicht fehlen. Für Norwegens Thronfolger Haakon und Prinzessin Mette-Marit ist der Besuch der WM-Abfahrt im schwedischen Are am Samstag Ehrensache, schließlich geht dort einer der größten Söhne des Landes in Rente.

Er freue sich auf das Treffen, sagt Aksel Lund Svindal vor seinem letzten Rennen - bei dem er Silber holte und den Sieg seinem Landsmann Kejtil Jansrud nur knapp überlassen musste: "Haakon ist ein netter Kerl".

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Nett, sympathisch, liebenswürdig - das sind Eigenschaften, die auch Svindal zugeschrieben werden. "Er hat seine Resultate, aber es ist seine Persönlichkeit, die ihn zu einem der Größten macht", sagte Jansrud vor dem Rennen: "Wir werden ihn vermissen."

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Vonn polarisiert - Svindal hat alle hinter sich

Im Gegensatz zu Lindsey Vonn, die nach der Abfahrt am Sonntag ebenfalls in Ruhestand geht, weinen Svindal alle mindestens eine Träne nach. Während Vonn wegen ihres Hangs zum Drama auch Kolleginnen und Kollegen polarisiert, wird Svindal - der mit Vonn befreundet ist - sportlich und menschlich uneingeschränkt geschätzt.

Die deutschen Abfahrer um den verletzten Thomas Dreßen nennen ihn ein "Idol", Weltmeister Beat Feuz sagt: "Das ist ein trauriger Tag für den Sport."

Und Svindal? "Schrecklich", sei es gewesen, den Rücktritt neulich in Kitzbühel auszusprechen, aber inzwischen gehe es ihm "gut" damit, ja, er hat Vonn sogar geholfen, über deren Abschiedsschmerz hinwegzukommen. "Es war schön, sich mit jemandem auszutauschen, der durch etwas ganz Ähnliches gegangen ist", sagt Vonn.

Auf einer Stufe mit seinen Idolen

Wie bei der langjährigen Speed Queen sind es auch bei Svindal die Knie, die ihn zum Aufhören zwingen. Beine, Rippen, Daumen, Nase, Kinn - Svindal hat aufgehört zu zählen, was er sich alles gebrochen hat. Aber all das, meint er, sei "reparabel" gewesen. Seine Knie sind es nicht. "Das ist ein extremer Sport. Du musst in der Lage sein, ihn zu beherrschen - das bin ich nicht mehr", sagt er.

Svindal erzählt dies ohne Wehmut. "Ich bin dankbar für meine Karriere", sagt er. Und was hat er nicht alles erreicht! Olympia-Gold in Super-G und Abfahrt, zwei Weltcup-Gesamtsiege. 36 Einzelerfolge, nur jener in der Abfahrt von Kitzbühel blieb ihm verwehrt. Dennoch steht er längst auf einer Stufe mit Idolen wie Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus, deren Poster sein Jugendzimmer zierten.

2007 in Are gewann Svindal die ersten beiden von fünf WM-Goldmedaillen, doch im November desselben Jahres erlitt er bei einem Horrorsturz in Beaver Creek lebensgefährliche Verletzungen. Dass er nur ein Jahr später dort zum Doppelsieg raste, sei Aksels "größter Sieg" gewesen, sagt Vater Björn.

Erfolgreich auch als Geschäftsmann

Was nun? Er hoffe, sagte der Modellathlet im Vorfeld des Rennens und schmunzelte, dass ihm die Zeit im Skizirkus "nicht nur weniger Haare und ein paar kaputte Knochen" gebracht habe: "Ich denke schon, dass ich ein bisschen was gelernt habe, was ich woanders einbringen kann."

Das tut er längst. Wie auf Ski versucht Svindal auch in der Geschäftswelt das Risiko zu kalkulieren - auch dort mit großem Erfolg. Aktien, Immobilien, Startups, eigene Klamotten ("Greater Than A") - Svindal hat ausgesorgt.