Viktoria Rebensburg ist die Enttäuschung nach ihrem Ausfall anzusehen
Viktoria Rebensburg ist die Enttäuschung nach ihrem Ausfall anzusehen © Getty Images
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Ausgerechnet beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen scheidet die deutsche WM-Hoffnung im Super-G früh aus. Ihre Enttäuschung darüber ist groß.

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Viktoria Rebensburg fuhr unter dem tosenden Applaus mehrerer Tausend Zuschauer in den Zielraum von Garmisch-Partenkirchen, der Streckensprecher brüllte ihren Namen ins Mikrofon, doch Freude wollte bei ihr partout nicht aufkommen.

"Ich hätte euch gerne was Besseres gezeigt", sagte sie bedauernd, und ihre Entschuldigung hatte einen guten Grund: Die Olympiasiegerin aus dem nahen Kreuth am Tegernsee war beim letzten Super-G vor der WM in Are ausgeschieden.

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"Das schmerzt, ich bin sehr enttäuscht, weil Garmisch für mich coole Rennen sind", sagte die 29-Jährige, doch im Super-G, eigentlich ihre zweitbeste Disziplin nach dem Riesenslalom, fühle sie sich derzeit "nicht ganz wohl". Auch deshalb fuhr Rebensburg auf der Kandahar aus dem Kurs, als sie vor einer Linkskurve einen Schlag erwischte. "Im ersten Moment dachte ich: Ui, ich muss schauen, dass ich auf den Füßen bleibe." Das immerhin gelang ihr, das nächste Tor aber verpasste sie: "Der Lauf war links - und ich bin irgendwo rechts im Tiefschnee gestanden."

Keine Deutsche in Top 30

Rebensburg reihte sich damit nahtlos ein in eine beschämende Teamleistung: Keine der sieben Deutschen kam unter die Top 30, gleich fünf schieden wie Rebensburg oder Kira Weidle (Starnberg) aus. "Das haben wir richtig in den Sand gesetzt", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier, "das war eine schwache Vorstellung und dürfte uns nicht passieren."

Dass gleich mehrere seiner Läuferinnen in der kniffligen Linkskurve vor dem Ziel ausfielen, "kann ich nicht verstehen", meinte er, "jeder, der hier runterfährt weiß, dass man da mit Richtung reinfahren muss. Und man sieht es auch im Fernsehen".

Schmidhofer holt sich dritten Weltcup-Sieg

Besagte Kurve, meinte auch Nicole Schmidhofer, sei "ein Hundling", auf Hochdeutsch: eine ziemlich fiese Nummer. "Aber nach Jahren des Übens habe ich es jetzt mal hingebracht." Und wie: Die Weltmeisterin aus Österreich sicherte sich in Abwesenheit der diesjährigen Super-G-Dominatorin Mikaela Shiffrin (USA), die "GAP" auslässt, ihren dritten Weltcup-Sieg. "Das lange Warten hat sich gelohnt", sagte die 29-Jährige in Anspielung auf die Verschiebung des Starts wegen Schneefalls um 90 Minuten.

Sofia Goggia (0,23 Sekunden zurück) gelang als Zweiter vor Lara Gut-Behrami (Schweiz/0,45) ein erstaunliches Comeback. "Garmisch", sagte die Abfahrts-Olympiasiegerin, "sollte eigentlich nur ein Test sein für meinen Knöchel." Diesen hatte sich die Italienerin erst kurz vor Saisonbeginn gebrochen. Ein bisschen Schmerzen habe sie schon noch, sagte Goggia, "aber das passt. Ich bin voll zufrieden und glücklich, dass ich zurück bin."

Mit Goggia wird bei der WM in Schweden (5. bis 17. Februar) zu rechnen sein. Über die deutschen Abfahrerinnen ist das nach dem Super-G von Garmisch-Partenkirchen nicht mit Gewissheit zu sagen.