Felix Neureuther beendet seine Karriere im Alter von 34 Jahren
Felix Neureuther genoss die Ovationen beim Nachtslalom in Schladming © Getty Images
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Bei der Machtdemonstration des überragenden Marcel Hirscher beim Slalom in Schladming zeigt sich Felix Neureuther verbessert. Ihm gelingt ein Top-Ten-Resultat.

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Felix Neureuther warf Kusshände ins Publikum und verneigte sich, über 45.000 Fans im rotweißroten Hexenkessel von Schladming feierten Deutschlands Slalom-Ass mit langen Ovationen: Bei seinem womöglich letzten Auftritt im legendären Nachtrennen hat der 34 Jahre alte Partenkirchener mit Platz acht kurz vor der WM sein bestes Saisonergebnis eingestellt und vor allem für einen Gänsehautmoment gesorgt.

"Ich habe den Moment so genossen. Nach so schwierigen Momenten und Verletzungen derart empfangen zu werden, das ist gigantisch. Ich hatte schon vor dem Ziel Gänsehaut", sagte der 34-Jährige im Bayerischen Rundfunk.

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Zu einem nahenden Karriereende nach der Saison wollte er sich nicht äußern: "Ich fahre jetzt Ski, alles weitere wird man sehen." 

Neureuther verneigt sich vor Hirscher

Beim letzten Rennen vor dem am kommenden Dienstag beginnenden Saisonhöhepunkt im schwedischen Are hatte Neureuther 3,23 Sekunden Rückstand auf Hirscher, der in einer eigenen Welt fuhr.

"Wenn du Fahren in Perfektion wie vom Marcel vorgeführt bekommst, tust du dich natürlich schwer", sagte Neureuther: "Es muss alles zusammen passen, nur dann habe ich eine Chance. Das nächste Rennen sind die Weltmeisterschaften, da stehen die Uhren wieder bei Null."

Hirscher-Rivalen patzen

Hirscher siegte mit stolzen 1,21 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault, Dritter wurde der Schweizer Team-Olympiasieger Daniel Yule (+1,60). Für Hirscher war es der vierte Slalomsieg in Schladming nach 2012 und 2018 (Weltcup) sowie 2013 (WM).

Sein großer Rivale Henrik Kristoffersen (Norwegen) schied im zweiten Durchgang aus. Für den Franzosen Clement Noel, zuletzt Sieger der Prestige-Slaloms in Wengen und Kitzbühel, war Schladming schon nach nach sechs Sekunden im ersten Durchgang beendet.

Restlichen DSV-Läufer abgeschlagen

Neben Neureuther, dem DSV-Alpinchef Wolfgang Maier einen "großen Fight" attestierte, schaffte es von den insgesamt sieben deutschen Läufern nur Dominik Stehle in den zweiten Durchgang, kam nach einem groben Fehler aber nur auf Platz 22 (+4,85) der Endabrechnung.

Fritz Dopfer als 46. (+4,56) und Linus Straßer als 52. (+5,05) verpatzten ihren Lauf völlig und verpassten das Finale der besten 30.

Neureuther wütet nach Durchgang eins

Nach Platz zwölf im ersten Lauf hatte Neureuther seine Skistöcke wütend in den Schnee gepfeffert, die Handschuhe flogen direkt hinterher. "Die Abstimmung hat gar nicht gepasst, ich war im Endeffekt chancenlos", sagte er und suchte das Gespräch mit Bernhard Knauss von seinem Ausrüster (Nordica). Allein der Ski, betonte Maier, war jedoch nicht ursächlich für die Probleme: "Auch die Bewegungen stimmten nicht."

Dabei hatte sich der beste deutsche Skirennläufer nach dem elften Rang in Kitzbühel am vergangenen Samstag noch "auf dem richtigen Weg" gewähnt. Endlich habe er die richtige Materialabstimmung gefunden, sagte er da, und könne sich aufs Skifahren konzentrieren.

Bei eisigen Verhältnissen wie auf der Planai funktioniert sein Material aber offenbar doch (noch) nicht. Für die WM im hohen Norden, wo derzeit arktische Temperaturen herrschen, sind das nicht die besten Voraussetzungen.