Henrik Kristoffersen ist nach der Schneeball-Attacke auf ihn im Ziel in höchstem Maße erbost
Henrik Kristoffersen ist nach der Schneeball-Attacke auf ihn im Ziel in höchstem Maße erbost © Getty Images

Marcel Hirscher gewinnt nach einem Eklat den Slalom von Schladming. Gegner Henrik Kristoffersen wird davor während der Fahrt mit Schneebällen beworfen.

Der 54. Weltcup-Sieg von Marcel Hirscher beim Nachtslalom von Schladming ist von einem Eklat überschattet worden.

Nach einer beeindruckenden Vorstellung von Hirscher und seinem norwegischen Dauerrivalen Henrik Kristoffersen im ersten Durchgang wurde der Zweitplatzierte Kristoffersen im zweiten Lauf von Zuschauern mit Schneebällen beworfen.

Der Norweger fuhr seinen Lauf trotzdem mit einem Riesenvorsprung ins Ziel. Dort wedelte er fuchsteufelswild mit den Armen und gestikulierte heftig gegenüber dem österreichischen Publikum.

"Marcel war heute besser, aber was die Fans da gemacht haben, war respektlos", wetterte Kristoffersen und gab zu, dass er durch die Schneebälle in seiner Konzentration gestört wurde.

Hirscher: "Eine Schande"

Auch Sieger Hirscher, der am Ende 0,39 Sekunden vor Kristoffersen lag, zeigte sich entsetzt ob des Verhaltens seiner Landsleute und übte harte Kritik: "Das ist eine Schande. Bei 50.000 Leuten sind vielleicht drei, vier Deppen dabei. 99,9 Prozent der Zuseher sind großartig, aber 0,1 Prozent eben nicht", so der 28-Jährige, der durch seinen 54. Sieg im Weltcup mit Österreichs Ski-Legende Hermann Maier gleichzog.

Hirscher entschuldigte sich auch für jene Zuschauer, die Kristoffersen beworfen hatten. "Ich schäme mich für sie", sagte er.

Bei der Siegerehrung war jedoch alles wieder gut: Kristoffersen verneigte sich vor Hirscher, der den Norweger kurz darauf unter dem Gejohle der Fans und Champagner spritzend durch den Schnee jagte.

Auch Ski-Queen Mikaela Shiffrin meldete sich kurz darauf zu Wort. "Es ist mir egal, wer du bist, wen du anfeuert, was für eine Nationalität du hast oder was deine Gründe sind. Schneebälle werfen oder jede andere Art von Behinderung GEGEN Fahrer WÄHREND sie fahren, um sie abzulenken, ist nicht nur ekelhaft, sondern auch gefährlich. Hast du nichts anderes zu tun?", schimpfte die US-Amerikanerin auf Twitter.

Deutsche Fahrer enttäuschen

Hinter den beiden Überfahrern belegte der Schweizer Daniel Yule (+2,13 Sekunden) wie schon am Sonntag in Kitzbühel Rang drei. Dort hatte Kristoffersen die Serie von Hirscher von fünf Slalom-Siegen nacheinander gestoppt.

Die deutschen Fahrer Linus Straßer, Fritz Dopfer und Dominik Stehle enttäuschten beim letzten Slalom vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) auf den Rängen 18, 19 und 20.

Straßer, im Jahr 2015 sensationeller Fünfter auf der Planai, haderte zum wiederholten Male mit seiner Leistung - "weil ich im ersten Lauf schon nicht gut gefahren bin, im zweiten richtig Gas geben wollte und wirklich nicht vom Fleck gekommen bin", und das sei "zum Haareraufen". Er sei "ein bisschen ratlos", sagte Straßer, er probiere und mache und tue, und deshalb sei so ein Ergebnis dann "bitter". 

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