In Cortina d'Ampezzo fuhr Julia Mancuso die Abfahrt kostümiert
In Cortina d'Ampezzo fuhr Julia Mancuso die Abfahrt kostümiert © Getty Images

Die Ski-Alpin-Olympiasiegerin Julia Mancuso beendet ihre Karriere. Ihr letztes Rennen in Cortina d'Ampezzo bestreitet die US-Amerikanerin verkleidet.

Ski-Olympiasiegerin Julia Mancuso (USA) hat den Kampf um ihre fünften Winterspiele verloren und beendet ihre Karriere. "Ich sage mit schwerem Herzen Goodbye, aber auch mit einer großen Portion Dankbarkeit", schrieb die 33-Jährige in den sozialen Netzwerken. Die Abfahrt am Freitag in Cortina d'Ampezzo war ihr 399. und letztes Weltcup-Rennen.

Die Abfahrt am Freitag in Cortina d'Ampezzo war ihr 399. und letztes Weltcup-Rennen. Mancuso trat im Wonder-Woman-Kostüm mit rotem Umhang an. Im Starthaus küsste sie ihre Startnummer und warf das Leibchen mit der Nummer 31 dann hinter sich. Bei ihrer gemütlichen Abfahrt winkte sie den Trainern am Pistenrand zu, im Ziel erwarteten die Kolleginnen sie mit einer Sektdusche.

"Es war ein gigantischer Kampf mit meiner Hüftverletzung in den vergangenen drei Jahren, ich habe alles gegeben, um nochmal auf höchstem Niveau Wettkämpfe zu bestreiten und meine fünften Olympischen Spiele zu erreichen", schrieb Mancuso weiter. Dies habe "leider" nicht geklappt, "aber ich bin stolz darauf, bis zum Ende gekämpft zu haben."

Bei den Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) wird die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2006 dennoch anwesend sein – als TV-Expertin für den US-Sender NBC.

Mancuso hat bei Großereignissen wie Lindsey Vonn neun Einzelmedaillen gewonnen - vier bei Olympia, fünf bei Weltmeisterschaften. Im Weltcup feierte sie sieben Siege und stand insgesamt 36-mal auf dem Podium, zum ersten Mal im Januar 2006 in Cortina.

Goggia gewinnt vor US-Duo

Das Rennen gewann nach Mancusos Einlage schließlich die Italienerin Sofia Goggia, die sich mit ihrem zweiten Abfahrtssieg im Weltcup binnen sechs Tagen im Kreis der Olympiafavoritinnen angemeldet.

Die 25 Jahre alte Italienerin bezwang Speed Queen Lindsey Vonn (0,47 Sekunden zurück) klar und holte sich ihren vierten Weltcup-Sieg. Dritte wurde Mikaela Shiffrin (USA/+0,84).

Die bereits für Olympia qualifizierte Kira Weidle (Starnberg/+1,47) überzeugte mit ihrem zweitbesten Weltcup-Ergebnis als Neunte. "Ich kann mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein", sagte sie in der ARD. Michaela Wenig (Lenggries) schied im Mittelteil aus.

Vonn "war sehr böse"

Vonn lag auf der traditionsreichen "Olympia delle Tofane" zunächst auf Kurs 79. Weltcup-Sieg, verkantete aber bei einer Welle im Mittelteil und verhinderte knapp einen Sturz. Im Ziel ließ sie einen Frustschrei los.

"Ich war sehr böse, das wäre noch ein Sieg gewesen", sagte Vonn und lachte, "das war leider kein perfekter Lauf. Gott sei Dank bin ich nicht verletzt. Aber mit meiner Form bin ich happy und ich weiß, dass ich viel schneller fahren kann."

Goggia schlug beim Patzer der mit ihr befreundeten Vonn im Ziel die Hände über den Kopf zusammen und fluchte nicht druckreif. Sie selbst hatte zuvor mit ihrem typisch wilden Fahrstil und kluger Linienwahl überzeugt. Das brachte ihr auch die Führung in der Abfahrtswertung ein. "Das ist super cool", sagte sie über ihren Sieg, "aber wenn Lindsey den Fehler nicht macht, gewinnt sie."

Viktoria Rebensburg fehlt bei den Rennen in den Dolomiten nach ihrer Viruserkrankung wie zuletzt in Bad Kleinkirchheim. Am Donnerstag reiste sie jedoch nach Cortina, um sich im nahen Toblach auf den Riesenslalom am Dienstag am Kronplatz vorzubereiten.

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