Johannes Kühn beendete den Sprint am Samstag in Nove Mesto nicht
Johannes Kühn beendete den Sprint am Samstag in Nove Mesto nicht © Imago
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Johannes Kühn wird nach seinem Ausstieg beim Biathlon-Sprint von Nove Mesto hart kritisiert. Arnd Peiffer verpasst seinen zweiten Saisonsieg hauchdünn.

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Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer hat den Schwung vom ersten Staffel-Sieg seit mehr als vier Jahren mitgenommen, seinen zweiten Saisonsieg aber hauchdünn verpasst. (Alle Biathlon-Rennen im LIVETICKER)

Peiffer musste sich beim Sprint über 10 km in Nove Mesto nach fehlerfreier Schießleistung als Dritter nur dem Franzosen Simon Desthieux (0) und Sebastian Samuelsson (0/+2,4) aus Schweden geschlagen geben. 

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Für Desthieux war es der erste Weltcup-Sieg, Peiffer lag 4,4 Sekunden zurück. "Ich freue mich natürlich, ein Podium ist immer eine schöne Sache", sagte Peiffer im ZDF: "Natürlich ist man so ehrgeizig, dass man die paar Sekunden nach ganz vorne auch erreichen will." Für den 33-Jährigen war es der fünfte Podestplatz in diesem Winter.

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Doll überzeugt vor allem läuferisch

Auch Benedikt Doll überzeugte als Sechster (1/+14,5) mit der drittbesten Laufzeit. "Ich bin sehr zufrieden. Das Material hat gut gepasst", sagte Doll, nur der Fehler im Stehendschießen sei "ein bisschen ärgerlich". Erik Lesser (1/+50,7), der im WM-Sprint von Pokljuka nur 66. geworden war, meldete sich mit einem 14. Platz zurück.

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Philipp Nawrath (2/1:44,7 Minuten) qualifizierte sich auf Rang 53 für den Verfolger, Roman Rees (2/1:59,1) fehlten als 61. genau 0,5 Sekunden. (Biathlon: Weltcup-Stände)

Kritik an Kühn nach Ausstieg

Johannes Kühn gab nach fünf Fehlern im Stehendschießen auf, nachdem er bereits liegend einmal daneben geschossen hatte. Dafür kassierte der 29-Jährige heftige Kritik von zwei deutschen Biathlon-Größen.

"Ich bin immer noch geplättet von der Einstellung, denn sie sind Vorbilder. Kinder sehen das im Fernsehen und eifern ihren Vorbildern nach. Nicht aufgeben!", appellierte der heutige ZDF-Experte Herbert Fritzenwenger.

Auch dem viermaligen Olympiasieger Sven Fischer gefiel Kühns Verhalten nicht.

"Ich bin genauso der Meinung wie Herbert Fritzenwenger: Sie sind Vorbilder und es gehört dazu, dass man zu Ende läuft, außer man ist schwer verletzt oder hat irgendwas", pflichtete Fischer seinem Kollegen bei.

Peiffer verteidigt Kühn

Er erinnerte dabei an die Regel, dass es eine Mindestanzahl an Athleten gibt, die ins Ziel kommen müssen, damit das Rennen nicht annulliert wird.

Peiffer hingegen verteidigte seinen Teamkollegen: "Das ist seine persönliche Entscheidung. Letztlich muss das jeder Athlet in der jeweiligen Situation selbst entscheiden." Auch Lesser teilte die Meinung von Peiffer.

Bei der vergangenen WM hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Verfolgungs-Weltmeister Émilien Jacquelin schoss im abschließenden Massenstart fünf Strafrunden im Liegendanschlag und wollte aussteigen. Nachdem seine Trainer massiv auf den Franzosen eingewirkt hatten, lief er zumindest in langsamen Tempo noch ins Ziel und wurde 30.

Kühn hätte im Sprint jedoch wohl ohnehin keine Chance gehabt, unter die besten 60 Athleten zu kommen, die sich für die Verfolgung am Sonntag qualifizieren.

Am Freitag hatte die deutsche Männer-Staffel um Lesser, Doll, Peiffer und Philipp Nawrath nach einer überzeugenden Leistung den ersten Sieg seit 1504 Tagen gefeiert. Am Sonntag schließen die Verfolger der Frauen (12.00 Uhr) und Männer (16.00 Uhr/beide im LIVETICKER) das erste von zwei Weltcup-Wochenenden im tschechischen Nove Mesto ab. (Biathlon-Weltcup: Kalender der Saison 2020/21)

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)