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München und Antholz - Bei der Biathlon-WM in Antholz durchsucht die Polizei das russische Quartier. Weltmeister Alexander Loginov zeigt sich über das Vorgehen bei der Razzia verärgert.

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Am Samstagmorgen hat die Polizei von Südtirol während der Biathlon-WM das Quartier der russischen Mannschaft nach Dopingmitteln durchsucht.

Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Bozen.

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Die Razzia galt vor allem dem ehemaligen russischen Dopingsünder und Sprint-Weltmeister Alexander Loginov, aber auch dem früheren russischen Frauen-Trainer Alexander Kasperovich, der sich ebenfalls in Südtirol befindet.

Polizei bestätigt Razzia

Grund für die Operation sei eine mutmaßliche Straftat nach Paragraph 586 des Strafgesetzbuches. Dieser untersagt die Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln. 

Dass die Razzia kurz vor den Staffel-Wettbewerben stattfand, in dem Loginow als Schlussläufer das russische Quartett auf Rang vier führte, rief Kritik aus dem russischen Lager hervor.

Bei Loginows Auftritt gab es teilweise Pfiffe aus dem Publikum. Der Russe selbst äußerte sich verärgert. 

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Loginov erhebt schwere Vorwürfe

Er und sein Teamkollege Yegeny Garanichev seien "um sechs Uhr davon aufgewacht, dass sie versucht haben, die Tür aufzubrechen. Sie haben sofort unsere Waffen an sich genommen, als wären wir gefährliche Kriminelle." Die Ermittler hätten beide Sportler gebeten, "ruhig sitzen zu bleiben in unserer Unterwäsche. Sie waren nur an meinen Sachen interessiert. Ich bat darum, einen Dolmetscher zu bekommen. Das macht mich sehr wütend."

Außerdem habe die Polizei "ein Handy, einen Computer und einige meiner persönlichen Dinge durchsucht", sagte Loginov dem russischen Match TV

Der Biathlon-Weltverband IBU teilte in einem Statement mit: "Die IBU und die Biathlon-Integritätseinheit sind sich der Maßnahmen der italienischen Behörden (und der ersten Reaktion der russischen Mannschaft) bewusst." Jedoch werde sie "keine weiteren Kommentare abgeben", solange die Untersuchungen laufen.

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Kollege kritisiert: Loginov "Schande für den Sport"

Vladimir Drachev, Präsident der Russischen Biathlon-Union, sagte: "Sie sind am frühen Morgen gekommen und haben das ganze Team in Aufruhr versetzt, und das kurz vor der Staffel." Nach seinen Informationen hänge die Durchsuchung am Samstagmorgen damit zusammen, dass Trainer Kasperovich in Antholz "die Akkreditierung einer anderen Person benutzte".

Loginov hatte bei der WM Gold im Sprint gewonnen und damit die Diskussion um Doping im Biathlon neu entfacht. Denn er wurde 2014 wegen EPO-Missbrauchs für zwei Jahre gesperrt. 

Schon seit seiner Sperre wird Loginov in der Szene kritisch beäugt. Es schwinge "natürlich ein gewisser Verdacht mit, weil der Kollege Loginow schon einmal wegen Epo-Missbrauchs gesperrt war", sagte Olympiasieger Arnd Peiffer nach dem Sprint: "Und jetzt ist er wieder auf einem Niveau wie zu den Zeiten, als er diesen Epo-Missbrauch durchgeführt hat. Da ist natürlich schon immer ein bisschen ein Geschmäckle dabei."

Andererseits müsse "man die Unschuldsvermutung walten lassen", ergänzte der Clausthal-Zellerfelder: "Das fällt nicht immer leicht." Schwedens Staffel-Olympiasieger Sebastian Samuelsson hatte Loginows Sieg gar als "Schande für den Sport" bezeichnet.