Benedikt Doll war als Elfter bester Deutscher
Benedikt Doll war als Elfter bester Deutscher © Getty Images
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Die deutschen Biathleten verpassen im Sprint von Nove Mesto das nächste Top-Resultat verpasst. Johannes Thingnes Bö gewinnt überlegen sein viertes Saisonrennen.

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Das war nix! Einen Tag vor dem heiß ersehnten Comeback von Biathlon-Königin Laura Dahlmeier haben die deutschen Skijäger beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto das nächste Top-Resultat klar verpasst.

Im Sprint über 10 km lief Weltmeister Benedikt Doll als bester DSV-Athlet auf den elften Rang - zuletzt hatten die deutschen Männer dreimal in Serie das Podest erobert.

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"Eigentlich bin ich schon sehr zufrieden. Aber ich glaube, dass ich auf der Strecke viel Zeit verloren haben", sagte Doll der ARD: "Ich will im Verfolger die Top Ten angreifen, denn die Abstände sind nicht so groß." Was allerdings nur die halbe Wahrheit war (DATENCENTER: Stand im Gesamt-Weltcup).

Bö siegt mit deutlichem Vorsprung

Zum Podest fehlten dem Schwarzwälder tatsächlich nur 18,3 Sekunden - zu Bö allerdings eine Welt. 1:12,5 Minuten lag Doll hinter dem fehlerfreien Skandinavier, der mit dem vierten Saisonerfolg seine momentane Ausnahmestellung untermauerte. Nach einem perfekten Rennen verwies der 25-Jährige den Russen Alexander Loginow (+21,0 Sekunden) und den Schweden Martin Ponsiluoma (+54,2) für Sprintverhältnisse deutlich auf die Plätze.

Der Sprint der Männer durfte getrost als Ouvertüre für die mit Spannung erwartete Rückkehr der Königin betrachtet werden. Nach der krankheitsbedingten Zwangspause bestreitet Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier am Freitag (Biathlon: Sprint in Nove Mesto ab 17.30 Uhr im LIVETICKER) ihr erstes Weltcup-Rennen dieser Saison - am Ort, wo einst ihr Stern aufgegangen war.

"Ich verbinde viele positive Emotionen mit Nove Mesto", sagte Dahlmeier, die bei der WM in Tschechien 2013 ihr erstes Rennen auf der großen Bühne bestritten und zwei Jahre später ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte. 

Von einem solchen Erfolg waren die deutschen Männer im Herzen Tschechiens am Donnerstag weit entfernt - aber wen wundert das mittlerweile noch? Bei der Dominanz, die der phänomenale Bö in nahezu jedem Rennen an den Tag legt, werden die meisten Konkurrenten zu Statisten degradiert. Wenn der so laufstarke Bö am Schießstand ohne Fehler durchkommt, haben die keinesfalls schwachen DSV-Skijäger kaum eine Chance.

Peiffer und Schempp mit Schießfehler

Schon gar nicht, wenn sie selbst schwächeln und Extrameter in der Strafrunde absolvieren müssen. Die Arrivierten Doll, Arnd Peiffer (17.) und Simon Schempp (29.) leisteten sich jeweils einen Schießfehler "und ich glaube", sagte Peiffer, "dass wir skimäßig auch nicht optimal aufgestellt waren. Das soll aber keine Ausrede sein." Doll schob nach: "Daran müssen wir am Freitag noch arbeiten, damit die Frauen dann besseres Material unter den Füßen haben."

Nach dem Sprint der Frauen finden am Samstag (ab 15 Uhr) die Verfolgungsrennen statt, für die sich die besten 60 Athleten des Sprints qualifizieren. Bei den Massenstarts am Sonntag (ab 11.45 Uhr), die das erste Trimester der WM-Saison beenden werden, sind die besten 30 Athleten der Gesamtweltcup-Wertung am Start.