Biathlon: Laura Dahlmeier verpasst Rennen in Pokljuka - Comeback erst 2019?
Laura Dahlmeier verpasst den Auftakt in Pokljuka © Getty Images

Biathletin Laura Dahlmeier verpasst die Rennen beim Weltcup-Auftakt in Pokljuka komplett. Sie könnte nun sogar erst 2019 ihr Comeback feiern.

von Sportinformationsdienst

Biathlon-Königin Laura Dahlmeier wird beim Saisonauftakt in Pokljuka auch die Einzelrennen verpassen und möglicherweise erst 2019 in den Weltcup zurückkehren.

Einen Tag nach dem Verzicht auf die bevorstehenden Mixed-Wettbewerbe gaben die Doppel-Olympiasiegerin und der Deutsche Skiverband (DSV) bekannt, dass die Rennen in Slowenien (5. bis 9. Dezember) für Dahlmeier noch zu früh kommen.

 "Wir haben von Anfang an vereinbart, dass ich erst dann wieder im Weltcup starte, wenn ich wirklich zu einhundert Prozent fit und belastungsverträglich bin", sagte Dahlmeier, die in den sozialen Netzwerken zudem ein Trainingsvideo postete und dazu schrieb: "Solange der Trainer noch schneller ist als ich ..."

Die Entscheidung, zum wiederholten Mal auf einen Start in den ersten Rennen des Winters zu verzichten, sei der siebenmaligen Weltmeisterin "nicht leicht gefallen. Allerdings will ich mir selbst keinen Druck machen." Das Training, schrieb Dahlmeier weiter, habe sich zuletzt schon wieder "ganz gut angefühlt" und stimme sie deshalb "zuversichtlich".

Dahlmeier-Comeback erst im neuen Jahr?

Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Dahlmeier beim zweiten Weltcup in Hochfilzen (13. bis 16. Dezember) oder im tschechischen Nove Mesto (20. bis 23. Dezember) ihr Comeback feiert. "Wir werden jetzt ganz sicher nichts über das Knie brechen, sondern von Woche zu Woche schauen, was sinnvoll und machbar ist. Die Dezember-Rennen würden wahrscheinlich einfach noch zu früh kommen, und wir wollen kein Risiko eingehen", sagte Weltcup-Trainer Florian Steirer.

Dahlmeier war erst Anfang November in ein leichtes Training eingestiegen, nachdem sie in Folge mehrerer gesundheitlicher Rückschläge und eines geschwächten Immunsystems eine Zwangspause eingelegt hatte. "Die Pause hat Laura definitiv gut getan. Sie hat sich von ihren Problemen erholt und ist soweit auch wieder gesundheitlich stabil", sagte Teamarzt Klaus Marquardt: "Es benötigt aber noch Training und Geduld."

Dabei kann es der Bayerin gerade sportlich nie schnell genug gehen, sie liebt die Geschwindigkeit. "Better to be fast" lautet unter den zahlreichen Einträgen in den sozialen Medien, auch dem vom Freitag, deshalb schon seit jeher ihre Kennzeichnung, die auch nur in Ausnahmefällen verändert wird oder komplett fehlt. Die Stichworte hatten auch Dahlmeiers Aussagen gestützt, wieder voll motiviert zu sein.

Dahlmeier: "Nach Olympia war die Luft raus"

"Nach Olympia war tatsächlich die Luft raus, ich hatte eine große Leere gespürt", sagte Dahlmeier bei einer ihrer zahlreichen Bergtouren der ARD. Dort, im Hochgebirge, das sie als "Kraftquelle" bezeichnet und deshalb immer wieder aufsucht, hatte sie aber gemerkt, "dass das Sporteln super viel Spaß macht. Und wenn man die Begeisterung für sich gefunden hat, wäre es sehr schade, wenn man die nicht nutzt."

Zumal Dahlmeier noch immer ambitionierte Ziele verfolgt. Bei den Weltmeisterschaften im März in Östersund/Schweden will sie unbedingt die Goldmedaille im Sprint gewinnen, die in ihrer üppigen Sammlung noch fehlt. "Dafür trainiere ich", sagte Dahlmeier. Zuletzt tat sie das nicht mit dem deutschen A-Kader im Trainingslager in Sjusjoen, sondern abgeschieden von der Öffentlichkeit mit ihrer Heimgruppe in Obertilliach.

Dass Dahlmeier im Weltcup-Team vermisst wird, daraus macht Bundestrainer Mark Kirchner keinen Hehl. "Gerade auf die Leistung und die Erfolgsquote bezogen, ist ihr Fehlen im Weltcup schlecht", sagte der 48-Jährige: "Allerdings ist das auch eine Chance und Bewährungsprobe für die anderen Frauen." Und irgendwann kehrt Dahlmeier ja zurück. Nur der Zeitpunkt ist noch offen.