Arnd Peiffer landete auf Platz sechs
Arnd Peiffer zeigt beim Weltcup-Sprint in Antholz eine starke Leistung © Getty Images

Arnd Peiffer überzeugt in Antholz im Sprint. Gegen die beiden Topleute des Winters hat der 30-Jährige jedoch keine Chance.

Arnd Peiffer stand strahlend neben den Superstars der Szene, der Titel "Best of the Rest" gefiel dem 30-Jährigen vorzüglich.

"Es ist immer toll, auf dem Podest zu landen. Ich habe heute das Optimale aus mir herausgeholt", sagte der Biathlet nach seinem dritten Platz im Weltcup-Sprint von Antholz - und schob direkt eine forsche Kampfansage nach: "Ich glaube, dass die beiden an einem perfekten Tag zu schlagen sind."

Die beiden, das waren der Norweger Johannes Thingnes Bö und der Franzose Martin Fourcade. Das Duo hat in dieser Saison gemeinsam zwölf von 13 Rennen gewonnen. Am Freitag feierte Bö über 10 km trotz eines Schießfehlers seinen siebten Erfolg des Winters, Fourcade landete mit 12,8 Sekunden dahinter. "Wenn sie gut drauf sind", erkannte Peiffer an, "dann wird es aber natürlich sehr schwer."

Peiffer trotzt kniffligen Bedingungen

Dabei hatte Peiffer in jeglicher Hinsicht einen nahezu perfekten Tag erlebt. Bei kniffligsten Bedingungen räumte der ehemalige Sprint-Weltmeister, der 2010 in den Südtiroler Alpen einmal gewonnen hatte, alle zehn Scheiben ab.

Bezüglich seiner Laufleistung sprach Peiffer von einem "ordentlich eingeteilten Rennen", obwohl er sich "eigentlich gar nicht so gut gefühlt" hatte. Auf der letzten Runde profitierte der Deutsche sogar vom Windschatten des großen Fourcade.

"Ich hatte bestimmt auch etwas Glück. Aber wenn eben alles zusammenkommt, dann kann man auch mal auf das Podest laufen", sagte Peiffer, der dem Deutschen Skiverband (DSV) mit seinem dritten Rang den ersten Podiumsplatz bei den Männern im Olympia-Jahr bescherte und sich für den Verfolger am Samstag (15.00 Uhr) in eine vielversprechende Position brachte.

Schempp lobt Peiffer

Ob er den Platz hinter den beiden Überfliegern verteidigen könne, das wollte er beim besten Willen nicht versprechen. "Das mit dem Absichern ist immer so eine Sache. Man muss erstmal gut in das Rennen reinkommen, über eine Platzierung kann man dann in der letzten Runde nachdenken", sagte Peiffer, dessen Leistung auch Teamkollege Simon Schempp größte Anerkennung entlockte.

Schempp, der in Antholz zwischen 2014 und 2016 fünf Erfolge in Serie gefeiert hatte, lobte Peiffer für ein "super Rennen. Gerade bei solchen Bedingungen steht er verdient oben, er hat alles richtig gemacht." Für den entthronten "König von Antholz" galt das freilich nicht.

Bei tückischen Winden, die immer wieder in die Südtirol Arena zogen, verfehlte Schempp dreimal das Ziel. "Ich weiß gar nicht, wo die Fehler hingegangen sind. Ich habe mich eigentlich am Anfang gut gefühlt, dann aber wieder meinen Rücken gespürt", sagte Schempp, der zuletzt immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte und letztlich auf dem 20. Rang landete.

Doll nicht in Top 10

Genau drei Wochen vor den Winterspielen in Südkorea verpassten auch die anderen Schützlinge von Bundestrainer Mark Kirchner die Top 10. Weltmeister Benedikt Doll (Breitnau) musste viermal in die Strafrunde, wurde als 13. dennoch zweitbester Deutscher.

Erik Lesser (Frankenhain), der den Skijägern mit zwei dritten Plätzen die zuvor einzigen Podestplatzierungen des Winters beschert hatte, erreichte nach drei Strafrunden Platz 15. Johannes Kühn (Reit im Winkl/3) verpasste als 19. knapp die zweite Teilnorm für die Olympischen Spiele, Roman Rees (Schauinsland/2) landete bei seinem ersten Start in Antholz auf Rang 29.

Die Massenstart-Wettkämpfe bilden am Sonntag den Abschluss der stimmungsvollen Olympia-Generalprobe. Nach einer kurzen Pause bereiten sich die Biathleten in Hochfilzen auf Olympia vor, ehe am 5. Februar der Flieger nach Südkorea abhebt.

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