Sofia Samodurowa legte eine grandiose Kür auf das Eis
Sofia Samodurowa legte eine grandiose Kür auf das Eis © Getty Images
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Die erst 16-Jährige Sofia Samodurowa wird bei ihrer ersten EM-Teilnahme gleich Europameisterin. Nicole Schott und Nathalie Weinzierl enttäuschen.

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Weit hinter der neuen Überraschungs-Europameisterin Sofia Samodurowa aus Russland haben die deutschen Eiskunstläuferinnen bei den Titelkämpfen in Minsk nur eine winzige Nebenrolle gespielt. 

Die deutsche Meisterin Nicole Schott aus Essen kam nur auf Rang 16, gar nur 21. wurde die Mannheimerin Nathalie Weinzierl.

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Die erst 16 Jahre alte EM-Debütantin Samodurowa zog mit einer nahezu makellosen Kür noch an der gleichaltrigen Olympiasiegerin Alina Sagitowa (ebenfalls Russland) vorbei. Jubelnd hüpfte die St. Petersburgerin nach ihrem Triumph vom Eis, Viveca Lindfors aus Finnland holte sich die Bronzemedaille.

Schott für WM qualifiziert

Von solchen Leistungen konnte das Duo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) nur träumen. Schott, in den vergangenen beiden Jahren jeweils auf dem zehnten Platz, stürzte beim dreifachen Flip und landete den dreifachen Rittberger auf zwei Füßen. Immerhin gewann sie das interne deutsche Duell und qualifizierte sich damit für die Weltmeisterschaften Ende März im japanischen Saitama.

"Das war mein Ziel, ich hoffe, bis dahin in Topform zu sein", sagte die Zeitsoldatin, die im Herbst zehn Wochen lang verletzungsbedingt angeschlagen war. Gehandicapt war aber auch Weinzierl, die beim Einlaufen mit einer anderen Athletin zusammenstieß: "Ich hatte Rücken- und Hüftschmerzen. Ich habe aber versucht, das während der Kür auszublenden."

Das schwache Abschneiden von Schott und Weinzierl hat Folgen für das kommende Jahr. Bei den Europameisterschaften 2020 in Graz ist nur noch eine deutsche Läuferin startberechtigt.

Deutsche Eistänzer patzen

Mit einem schwungvollen Tango waren bereits am Nachmittag Shari Koch und Christian Nüchtern solide in ihr erstes internationales Championat gestartet. Die deutschen Eistanz-Meister gehen als 14. in die Kür-Entscheidung am Samstag (14.30 Uhr), sie erlaubten sich beim Rhythmustanz keinen groben Patzer.

An der Spitze tanzen die Franzosen Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron ihrem fünften EM-Titel in Serie entgegen. Die Olympiazweiten von Pyeongchang, die mit 84,79 Punkten einen Saisonrekord aufstellten, wurden von rund 5000 Zuschauern in der Minsk-Arena begeistert beklatscht. Ihnen am nächsten kamen Alexandra Stepanowa und Iwan Bukin aus Russland sowie die Italiener Charlene Guignard und Marco Fabbri.

"Wenn man bedenkt, dass dies unsere erste EM ist, dürfen wir mit unserem Ergebnis zufrieden sein", sagte Nüchtern. Seine Partnerin ergänzte mit Blick auf die Medaillenentscheidung: "Ich mag die Kür lieber als den Tango. Da bieten sich für uns mehr Interpretationsmöglichkeiten."

Für das deutsche Eistanzpaar, das in Mailand bei Ex-Weltmeisterin Barbara Fusar-Poli trainiert, dürfte es dennoch nicht leicht werden, noch eine Top-10-Platzierung und damit einen zweiten deutschen Startplatz für die EM 2020 zu erkämpfen. Sollte das Duo nicht mindestens Rang zwölf erreichen, muss es sich auch noch einem internen Ausscheidungswettbewerb für die WM stellen.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Samstag (9.15 Uhr) mit der Kür der Herren fortgesetzt. Nach dem Kurzprogramm liegt der deutsche Meister Paul Fentz aus Berlin auf dem 17. Platz.