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Die deutschen Eiskunstläufer Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert überraschen bei der Eiskunstlauf-EM. Der Titel geht an die Franzosen.

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Küsschen, strahlende Gesichter und ein paar Freudentränen: Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert sind in Minsk zumindest einen kleinen Schritt aus dem großen Schatten von Aljona Savchenko und Bruno Massot herausgetreten. In Abwesenheit der Olympiasieger und Weltmeister erliefen sich die Berliner Paarläufer bei den europäischen Titelkämpfen einen beachtlichen sechsten Platz.

Europameister wurden Vanessa James und Morgan Cipres. Die beiden Franzosen behaupteten ihren Vorsprung aus dem Kurzprogramm und siegten vor den Titelverteidigern Jewgenija Tarassowa und Wladimir Morossow sowie deren russischen Landsleuten Alexandra Boikowa und Dimitri Koslowski.

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Duo ohne größere Fehler

Mit den Medaillengewinnern konnten die deutschen Meister in der Minsk-Arena noch nicht mithalten, doch ihr beherzter Auftritt war aller Ehren wert. Lediglich der dreifache Wurf-Rittberger war von der 19-Jährigen auf zwei Füßen gelandet, ansonsten blieb das Duo ohne größere Fehler. Nur an Tempo zum Klassiker "House of the rising sun" fehlte es Hase/Seegert noch.

"Das Publikum war sehr freundlich und hat uns geholfen. Natürlich bewundern wir Aljona und Bruno, aber wir wollen sie nicht kopieren", sagte der 26 Jahre alte Seegert. Seine Partnerin ergänzte: "Wir haben bei dieser EM alle unsere Ziele erreicht."

Für Paul Fentz war hingegen schon am Nachmittag die erhoffte Top-Ten-Platzierung nach einem ärgerlichen und auch etwas schmerzhaften Sturz bei der Schrittsequenz in weite Ferne gerückt.

Der Berliner nimmt nach dem Kurzprogramm nur den 17. Rang ein und blieb wie schon am Mittwoch Nicole Schott aus Essen und die Mannheimerin Nathalie Weinzierl deutlich hinter den Erwartungen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) zurück. In der EM-Vorbereitung hatten ihn Probleme mit einem Weisheitszahn behindert, die unumgängliche Operation wird nach Saisonende durchgeführt.

Fernandez-Traum fast geplatzt

Unzufrieden ging auch Javier Fernandez vom Eis. Der Traum vom siebten EM-Titel nacheinander ist für den Olympia-Dritten aus Spanien fast schon ausgeträumt. Als Dritter mit fast neun Punkten Rückstand auf den führenden Russen Michail Koljada dürfte der allerletzte Wettkampf des zweimaligen Weltmeisters am Samstag (9.15 Uhr/ONE) kaum mit einem letzten Sieg enden.

Trainerin Romy Oesterreich blickte enttäuscht ins Leere, nachdem ihr 26 Jahre alter Schützling Fentz bei einem eher leichten Pflichtelement zu Fall gekommen und sogar mit dem Hinterkopf leicht auf das Eis geschlagen war. Schon zuvor hatte der deutsche Meister das letzte Risiko gescheut und auch den geplanten vierfachen Toe-Loop zum Auftakt seiner Sprungkombination ausgelassen.

"Vielleicht habe ich diesen Sprung im Training zu oft probiert. Dabei habe ich mich ein wenig verletzt und wollte daher nicht zu viel riskieren", sagte der Sportsoldat, der vor zwei Jahren bei den europäischen Titelkämpfen den zehnten Platz belegt hatte.

Sein überflüssiges Missgeschick in der Minsk-Arena, so Fentz weiter, habe ihm leidgetan: "Ein blödes Gefühl vor solch einem tollen Publikum. Der Aufprall war schon ein bisschen heftig. Ich kann ihn immer noch spüren, aber ich bin in Ordnung. In der Kür will ich den vierfachen Toe-Loop auf jeden Fall zeigen."