Bob, Francesco Friedrich
Bob, Francesco Friedrich © Getty Images
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Die deutschen Bob-Sportler sind in dieser Saison weiter das Maß aller Dinge. Angeführt von Francesco Friedrich holt der Vierer in Winterberg den nächsten Sieg.

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Der Schlussakt gehörte mal wieder Francesco Friedrich.

Im Zielbereich von Winterberg reckte der Doppel-Olympiasieger die Arme in die klirrend kalte Luft und sorgte für einen Jubelschrei von Bundestrainer Rene Spies. Angeführt vom derzeit besten Bob-Piloten der Welt hatten die deutschen Schlitten den triumphalen Heim-Weltcup soeben mit einem weiteren Dreifachsieg im Vierer abgeschlossen.

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"Der zweite Lauf war richtig gut", sagte Friedrich im ZDF, "da haben meine Jungs und ich gezeigt, wer es hier drauf hat. Wir haben auch am Material noch ein bisschen was verändert und können daraus Schlüsse für die kommenden Wochen ziehen. Das war hier ein guter Schritt nach vorne für uns."

Überragender 2. Lauf bringt Friedrich den Sieg

Knapp zehn Monate nach den herausragenden Leistungen bei den Winterspielen in Pyeongchang bleiben Friedrich und Co. das Maß aller Dinge: Alle sechs Siege dieser noch jungen Weltcup-Saison gingen an den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD).

Dazu tragen die seit Jahren wiedererstarkten Männer einen Großteil bei, schließlich brachte schon das erste Vierer-Rennen von Winterberg am Samstag einen Dreifacherfolg. Auch die deutschen Frauen sind mittlerweile aber wieder Weltspitze, am Samstag gelang der erste Doppelsieg seit fast vier Jahren.

Damit ist der Nachweis vorerst erbracht, Spies' Mannschaft kann die teilweise überraschend starken Olympia-Leistungen auch im Weltcup abrufen. Friedrich, über Jahre fast ausschließlich ein Spezialist für den Zweierbob, gewann am Sonntag dank eines herausragenden zweiten Laufes vor Weltmeister Johannes Lochner und Nico Walther das Vierer-Rennen - ähnlich souverän wie im Februar bei den Winterspielen.

Walther, Olympiazweiter im Vierer, hatte am Samstag den deutschen Triumph vor Friedrich und Lochner angeführt. Eine Woche zuvor beim Auftakt im lettischen Sigulda hatte Friedrich zwei Siege im Zweier eingefahren.

Damen feiern Doppel-Erfolg in Winterberg

Bei den Frauen gewann in Winterberg Stephanie Schneider (Oberbärenburg) mit Anschieberin Ann-Christin Strack vor Olympiasiegerin Mariama Jamanka (Oberhof) mit Annika Drazek. Auf Platz drei folgte Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA. 

"Für uns ist es derzeit eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wir sind ein bisschen überrascht, dass wir heute gewonnen haben. Geplant war das so nicht", sagte Schneider, die beim Weltcup-Auftakt in Lettland noch gestürzt war. Jamanka haderte mit einem Fahrfehler im zweiten Lauf: "Das ärgert mich. Aber der zweite Platz ist auch super. Die Konkurrenz ist nach wie vor da und schläft nicht."

Das gilt momentan vor allem - und endlich wieder - für die nationale Konkurrenz. Den bis Samstag letzten Doppelsieg der Frauen hatten Anja Schneiderheinze und Cathleen Martini im Januar 2015 in St. Moritz eingefahren.