Im österreichischen Skiverband gibt es Missbrauchsvorwürfe
Im österreichischen Skiverband gibt es Missbrauchsvorwürfe © Getty Images

Der Österreichische Skiverband zieht die Konsequenzen aus den Berichten um Missbrauchsvorwürfe und trennt sich von einem hochrangigen Trainer.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat sich von einem hochrangigen Trainer getrennt.

Dieser sei, so heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands, "nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel' vor seiner Tätigkeit im ÖSV in einen von mehreren Männern verübten massiven sexuellen Übergriff an einer jungen Frau verwickelt" gewesen. Den Namen des Trainers nannte der ÖSV nicht.

Vorfall geschah vor Zeit beim ÖSV

"Es gibt Vorfälle, die mögen juristisch verjähren, aber nicht moralisch", werden ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Sport-Direktor Hans Pum in der Mitteilung zitiert. Der Mann habe nach internen Untersuchungen ausgeforscht und befragt werden können.

Der Vorfall sei Jahre vor der Tätigkeit des Trainers beim ÖSV geschehen und vor Gericht verhandelt worden, sei aber als "mindergewichtige Verurteilung" nicht im Strafregister erschienen, "weshalb der ÖSV davon keine Kenntnis haben konnte". Auf Empfehlung der Juristen sei der Trainer dennoch suspendiert worden.

Schwere Vorwürfe gegen Kahr

"Der ÖSV muss Vorbildwirkung haben, wir erwarten von allen Funktionären und Trainern einen tadellosen Leumund. Alle ÖSV-Mitarbeiter verpflichten sich zu respektvollem Umgang, Achtung der persönlichen Freiheit und wertschätzendem Verhalten", sagte Peter Schröcksnadel. 

Der Spiegel hatte zuletzt über diverse Missbrauchsfälle im österreichischen Alpinsport berichtet. Unter anderem war Trainer-Ikone Karl Kahr (86) schwer belastet worden. Wie der Standard berichtet, sei ein Verfahren gegen Kahr am Mittwoch wegen Verjährung eingestellt worden. Auch gegen Österreichs 2009 verstorbene Ski-Legende Toni Sailer waren von ehemaligen Rennläuferinnen schwere Vorwürfe geäußert worden.