Paul Fentz liegt nach dem WM-Kurzprogramm auf Platz zwölf
Paul Fentz liegt nach dem WM-Kurzprogramm auf Platz zwölf © Getty Images

Paul Fentz läuft bei der Eiskunstlauf-WM in Mailand das beste Kurzprogramm seiner Karriere. Ein US-Amerikaner geht als Erster in die Kür.

Als die sonore Stimme der kanadischen Showlegende Paul Anka verklungen war, blitzte die Freude aus den Augen von Paul Fentz. Am Ende einer enttäuschenden Olympiasaison hatte der deutsche Eiskunstlauf-Meister doch noch Grund zur Freude. Mit seinem besten Kurzprogramm seiner Karriere katapultierte sich der Berliner bei den Welttitelkämpfen in Mailand auf Rang zwölf des Zwischenklassements.

An der Spitze entwickelte sich ein Zweikampf zwischen US-Meister Nathan Chen (101,94) und dem EM-Dritten Michail Koljada aus Russland (100,08). Eine Aufholjagd starten muss in der Kür der Olympia-Zweite Shoma Uno aus Japan (94,26), den ein Patzer auf den fünften Platz zurückwarf.

Mit Rang 22 bei Olympia war der 25 Jahre alte Fentz ebensowenig zufrieden gewesen wie mit dem 16. Platz bei der EM. Doch in der lombardischen Metropole gelang dem Sportsoldaten in der Kurzkür zum Pop-Klassiker "Wonderwall" nahezu alles: Seine Toe-Loop-Kombination stand Fentz ebenso sicher wie den dreifachen Axel und den dreifachen Lutz. Am Ende standen noch nie erreichte 82,49 Punkte, Rang zwölf und der Jubel vieler aus Deutschland angereister Eiskunstlauf-Fans.

"Jetzt habe ich bei der WM einen Fuß in der Tür und muss nur noch hindurchgehen. Dafür braucht es Konstanz, daran werde ich in der Zukunft arbeiten", sagte Fentz. Nach einer schwierigen Saison habe er sich in den vergangenen Wochen durch gute Trainingsleistungen viel Selbstvertrauen erarbeitet: "Es lief zu Hause in Berlin und auch hier in Mailand richtig gut. Jetzt will ich nur noch Spaß haben."

Dem Schützling von Trainerin Romy Oesterreich bietet sich nun am Samstag die Gelegenheit, sein bislang einziges WM-Resultat deutlich zu verbessern. Bei der WM 2017 in Helsinki war Fentz 20. geworden.

Nicht mit von der Partie war in Mailand der zweimalige Olympiasieger Yuzuru Hanyu. Der Japaner, der in Pyeongchang ungeachtet einer noch nicht vollständig ausgeheilten Fußverletzung die Goldmedaille gewann, verzichtete ebenso auf einen Trip nach Europa wie Ex-Weltmeister Patrick Chan aus Kanada. Nicht am Start ist auch der spanische Olympia-Dritte Javier Fernandez.

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