Paul Fentz verpatzt die Olympia-Generalprobe bei der EM in Moskau
Paul Fentz verpatzt die Olympia-Generalprobe bei der EM in Moskau © Getty Images

Der deutsche Eiskunstlauf-Meister Paul Fentz ist völlig außer Form. Bei der EM in Moskau kommt Fentz nur auf einen enttäuschenden 16. Platz.

Olympia-Generalprobe verpatzt, seine mitgereisten Berliner Fans enttäuscht - drei Wochen vor dem Beginn der Winterspiele in Pyeongchang ist der deutsche Eiskunstlauf-Meister Paul Fentz völlig außer Form.

Nach einer über weite Strecken missratenen Kür kam der 25-Jährige bei den europäischen Titelkämpfen in Moskau auf einen enttäuschenden 16. Platz.

Nur die Auftakt-Kombination zur Musik aus der Serie "Game of Thrones" gelang dem Sportsoldaten, danach lief fast nichts mehr zusammen. Fentz wirkte lustlos und war sichtlich froh, als er das Eis im mit 12.000 Zuschauern gefüllten Megasport-Palast verlassen durfte.

"Ich bin extrem enttäuscht und habe keine Erklärung. Ich hatte keine Energie, meine Arme fühlten sich schwer an. Es wird einige Zeit brauchen, bis ich verstanden habe, was hier passiert ist", sagte Fentz nach seinem Auftritt sichtlich fassungslos.

Fentz um Welten entrückt, schrieb Javier Fernandez in der russischen Hauptstadt Eiskunstlauf-Geschichte. Hochüberlegen holte sich der Spanier seinen sechsten EM-Titel in Serie. Dieses Kunststück war zuletzt Karl Schäfer aus Österreich von 1931 bis 1936 gelungen.

Fernandez lässt Konkurrenz keine Chance

Mit 295,55 Punkten zum "Mann von La Mancha" ließ der zweimalige Weltmeister seiner Konkurrenz nicht die Spur einer Chance. Dem Olympia-Vierten am nächsten kam noch der Russe Dimitri Aljew (274,06), sein Landsmann Michail Koljaga (258,90) gewann die Bronzemedaille.

Bereits am Vormittag war das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU) weiter dezimiert worden. Wegen einer fiebrigen Erkältung sagten die deutschen Eistanz-Meister Kavita Lorenz und Joti Polizoakis aus Oberstdorf kurzfristig ihren Start ab.

Der erkrankte 22-Jährige verzichtete im Hinblick auf eine rechtzeitige Genesung bis zu den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang auf eine EM-Teilnahme in der russischen Hauptstadt.

Dort tanzen die Ex-Weltmeister Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron souverän einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen. Zu Klängen von Ed Sheeran setzten sich die Franzosen mit 81,29 Punkten nach dem Kurztanz vor Alexandra Stepanowa/Iwan Bukin aus Russland (75,38) sowie den Italienern Anna Cappellini und Luca Lanotte (74,76) an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Angesichts dieses klaren Vorsprungs dürfte den Vize-Weltmeistern der vierte EM-Titel in Serie kaum noch zu nehmen sein.

Flut an Abmeldungen

Das DEU-Aufgebot für die europäischen Titelkämpfe wurde durch das Aus ihrer Eistänzer bereits zum vierten Mal binnen einer Woche geschwächt. Begonnen hatte die Flut der Abmeldungen mit den Vize-Weltmeistern Aljona Savchenko und Bruno Massot, die für die EM ihr Paarlauf-Training im heimischen Oberstdorf nicht unterbrechen wollten.

Die deutschen Vizemeister Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert aus Berlin konnten wegen einer Rückenblessur der 18-Jährigen nicht anstelle von Savchenko/Massot in den deutschen EM-Kader nachrücken.

Am Mittwoch hatte dann der Berliner Peter Liebers in der Herren-Konkurrenz wegen einer Knieverletzung kurzfristig passen müssen, die erfolgreiche Laufbahn des Olympia-Achten von Sotschi 2014 endete damit vorzeitig.

Nach der Entscheidung im Eistanz werden die Europameisterschaften mit der Kür der Damen am Samstag (16.30 Uhr) abgeschlossen.