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München - Im DVV-Pokalfinale der Herren trifft Lüneburg auf Friedrichshafen. Es ist das Aufeinandertreffen zweier Liga-Rivalen - und gleichzeitig das zweier guter Freunde.

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Am Sonntag fordert die SVG Lüneburg den Rekordsieger VfB Friedrichshafen im DVV-Pokalfinale heraus. Vor vier Jahren trafen beide Mannschaften zum ersten Mal im größten Volleyball-Finale Deutschlands aufeinander. Jetzt stehen sich beide Teams wieder gegenüber. (Finale im DVV-Pokal am Sonntag ab 13.25 Uhr im kostenlosen LIVESTREAM und im TV auf SPORT1+, Highlights ab 19 Uhr im TV auf SPORT1)

Eine Besonderheit dieser Begegnung: Die Trainer Vital Heynen und Stefan Hübner verbindet eine langjährige Freundschaft und eine erfolgreiche Ära in der Nationalmannschaft. Die Erfolgsstory von Heynen und Hübner begann Anfang des Jahres 2012. Der Deutsche Volleyball-Verband hatte gerade den ehemaligen Weltklasse-Zuspieler Vital Heynen als neuen Bundestrainer verpflichtet.

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Traumduo in Krisenzeiten

Als Co-Trainer stellte man ihm Hübner zur Seite, der nur wenige Wochen zuvor seine Profi-Karriere aufgrund von Verletzungsproblemen beenden musste. "Ich kenne Stefan schon seit 15 Jahren und bin mir sicher, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden", sagte Heynen zu Beginn seiner Amtszeit. Er sollte mit seiner Prognose recht behalten.

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Dabei stand das Duo, das durch den ehemaligen Nationalspieler und heutigen Co-Kommentator des Pokalfinals bei SPORT1, Ralph Bergmann, ergänzt wurde, vor einer schwierigen Herausforderung. Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Männer war in der Krise, nachdem sie bei der Europameisterschaft 2011 nur den vorletzten Platz erreichte.

Die Zielsetzung für das neue Trainerduo war klar: das Erreichen der Olympischen Spiele 2012 in London. Eine Herausforderung, die das neue Gespann mit Erfolg meisterte – weil es sich perfekt ergänzte.

Gemeinsamer Erfolg von Hübner und Heynen

Auf der einen Seite der hochkommunikative und emotionale Heynen. Auf der anderen Seite der hochintelligente Hübner, der an der Seitenlinie bis heute ein absoluter Ruhepol ist. "Es war immer ein Riesenspaß mit Stefan, der mir vom Einstieg 2012 an sehr geholfen hat", sagt Heynen. Und Hübner gibt das Kompliment an seinen ehemaligen Chef gern zurück. "Ich bin sehr dankbar für die Zeit mit Vital", verrät Hübner: "Er hat mir einen ganz anderen Blickwinkel in Sachen Coaching eröffnet."

Zusammen waren sie extrem erfolgreich: Nachdem sie bei den Olympischen Spiele 2012 sensationell den fünften Platz erreichten, folgte zwei Jahre später der mit Abstand größte Erfolg: Bronze bei der Weltmeisterschaft in Polen und damit die erste deutsche WM-Medaille nach 44 Jahren. Erfolge, die sie bis heute verbinden. "Ich kontaktiere Vital, wenn ich während meiner Arbeit in schwierige Situationen komme", sagt Hübner und ergänzt: "Ich habe sehr großen Respekt vor seiner Meinung als Trainer."

Showdown im Pokalfinale in Mannheim

Am Sonntag wird die Freundschaft der beiden für ein paar Stunden ruhen. Hübner möchte mit seiner SVG Lüneburg den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewinnen, während Weltmeistercoach Heynen zum dritten Mal in Folge nach dem DVV-Pokal greift. Die Vorfreude auf das Duell an der Seitenlinie ist groß. "Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass Stefan im Pokalfinale steht. Es ist der verdiente Lohn für seine gute Arbeit", lobt Heynen.

Unter Hübner entwickeln sich die Lüneburger Jahr für Jahr weiter in Richtung nationaler Spitze. Längst hat sich Hübner von seinem einstigen Lehrmeister emanzipiert, auch wenn das nicht immer einfach war. "Wenn man von so einem Trainer beeinflusst wird, gerät man immer in die Gefahr, eine Kopie zu werden", sagt Hübner: "Aber ich habe inzwischen meinen eigenen Weg gefunden."

Ein Weg, der am 24. Februar im ersten Titel der SVG Lüneburg münden könnte. Vital Heynen wird alles versuchen, das zu verhindern. Trotz aller Freundschaft.