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München - Die Volleyball-Bundesliga brach als eine der ersten Sportligen die Saison wegen Corona ab. Ligaboss Michael Evers spricht Klartext: Klubs und Liga sind bedroht.

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Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat bereits am 12. März die Saison abgebrochen.

Damit reagierte die VBL als eine der ersten Sportligen in Deutschland auf die Coronapandemie. Von der Entscheidung ist Präsident Michael Evers auch vier Wochen danach weiterhin überzeugt: "Es hat sich gezeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Es muss nicht mehr von Woche zu Woche ausgeharrt werden, vielmehr können sich Liga und Klubs voll fokussiert mit dem Krisenmanagement beschäftigen."

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Dies ist unbedingt notwendig, denn der Liga-Boss macht deutlich, dass es für den Profisport Volleyball in Deutschland ums nackte Überleben geht.

"Die Coronakrise ist für den gesamten Sport existenzgefährdend. Den Klubs fehlen Erlöse aus Ticketing, Sponsoring und Medienrechten. Wir standen kurz vor den Playoffs, in denen besonders viele Umsätze generiert werden, hier boomen die Zuschauerzahlen. Diese Erlöse dienen wesentlich dazu, den Rest der Saison und die spielfreie Zeit zu finanzieren. All das ist weggefallen und wird auch nachträglich nicht erwirtschaftet werden können", schlägt Evers Alarm.

VBL versucht, Klubs zu helfen

Mit dem TV Rottenburg hat zuletzt bereits ein Bundesliga-Verein im Männerbereich die Notbremse gezogen und wird keine Lizenz für die nächste Saison beantragen.

Die Liga versucht die Klubs nach Kräften zu unterstützen. Dazu gehören rechtliche Beratung, was Kurzarbeit angeht, Unterstützung durch die eigene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Videokonferenzen oder die Verschiebung der Lizensierungsfristen.

Dennoch ist nicht absehbar, ob alle Klubs die Krise überstehen. "Das kann ich heute nicht seriös beantworten. Wir werden aber alles dafür tun. Dafür steht insbesondere auch die Solidargemeinschaft der Volleyball-Bundesliga" betont Evers.

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"Brauchen Hilfen für Profisport"

Dabei hoffen auch die Volleyballer auf staatliche Unterstützung: "Wir brauchen jetzt spezielle Hilfen für den Profisport, um unsere vielfältige Sportlandschaft zu erhalten, denn die Bundesligavereine sind als Leuchttürme ihrer Sportarten von zentraler Bedeutung für den Amateur- und Nachwuchssport in unserem Land. Sie haben aber auch bedeutende Funktionen als Arbeitgeber und Wirtschaftsunternehmen."

Die Liga selbst stellte den Vereinen in den ersten vier Wochen über 100.000 Euro aus wegen der ausgefallenen Spiele nicht benötigten Mitteln zur Verfügung. Reichen wird das aber nicht.

Liga ist selbst bedroht

Denn die VBL ist kein so großes Wirtschaftsunternehmen wie beispielsweise die Fußball-Bundesliga und könnte selbst bei einer längeren Spielpause Probleme bekommen.

Zum Teil sind Mitarbeiter bereits in Kurzarbeit. Das Finden eines Namenssponsors für die Liga hat aktuell Priorität.

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"Ohne Klubs, keine Liga - so einfach ist die Formel. Die VBL finanziert sich in großen Teilen durch Lizenzgebühren, Sponsoring und Medienrechteerlöse - da besteht natürlich ein Risiko. Wir sitzen mit unseren Vereinen in einem Boot und richten daher alle Anstrengungen darauf aus, gemeinsam gut durch die Krise zu kommen", sagt Evers.

Auch der Profi-Volleyball in Deutschland steht vor richtungsweisenden Wochen und Monaten.