Marc Michaelis hat in der NHL bei Vancouver unterschrieben
Marc Michaelis hat in der NHL bei Vancouver unterschrieben © Getty Images
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München - Die deutschen NHL-Stars treffen sich online zum Gruppen-Interview. Leon Draisaitl glaubt an den Erfolg eines ehemaligen Weggefährten, der bald sein Debüt gibt.

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Die deutschen NHL-Stars Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Philipp Grubauer (Colorado Avalanche), Dominik Kahun (Buffalo Sabres) und Tobias Rieder (Calgary Flames) haben in einem gemeinsamen Online-Interview zu aktuellen Themen Stellung bezogen.

Das Besondere: Einer saß in Kanada, der nächste meldete sich aus Denver, einer aus München und einer war aus Landshut zugeschaltet. 

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Oilers-Angreifer Draisaitl war vor der Unterbrechung des US-Profisport wegen der Corona-Pandemie Top-Scorer und auf dem besten Wege, individuelle Trophäen abzuräumen.

Kahun, der erst im Februar von den Pittsburgh Penguins zu seinem neuen Team gewechselt war, und Draisaitl äußerten sich zudem über Marc Michaelis, mit dem sie einst bei den Jungadlern Mannheim zusammenspielten. Der nächste deutsche Hoffnungsträger unterzeichnete kürzlich seinen ersten NHL-Vertrag.

In der Medienrunde, an der SPORT1 via Stream teilnahm, sprachen die deutschen NHL-Stars unter anderem über…

...Trainingsbedingungen und schwindende Fitness zu Coronazeiten:

Draisaitl: Ich bin in Kanada geblieben. Ich versuche, mich tagtäglich ein, zwei Stunden zu bewegen und fit zu halten. Alles ist ein bisschen beschränkt, aber das kriegen wir schon alle hin.

Grubauer: Ich bin in Denver geblieben. Von der Trainingshalle habe ich vor der Schließung noch Gewichte mitgenommen. Mit dem Rennrad mache ich schon mal hundert Kilometer.

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Kahun: Ich pendele zwischen München und meinen Eltern in Regensburg. Gewichte habe ich auch daheim, aber nicht die schweren, sodass klassisches Gewichttraining nicht möglich ist. Ich gehe viel laufen oder aufs Spinning Bike. Haustiere habe ich leider keine, die Gegner muss ich mir selbst bauen und lege Sachen auf den Boden.

Rieder: Ich bin vor eineinhalb Wochen nach Landshut zur Familie geflogen. Es ist täglich fast dasselbe Training. Ich gehe viel Laufen und Fahrradfahren. Mit der Zeit wird das aber auch langweilig. Man hat nicht den Ansporn der Teamkollegen, das ist schon schwierig, sich selbst zu motivieren. Aber man kann aktuell eh nicht viel anderes machen, da muss man durch.

...die Sehnsucht nach dem Eis und spezielles Hockey-Training:

Draisaitl: Wir alle vermissen Eishockey. Jeder hat eigentlich einen Schläger daheim, übt ein bisschen Stickhandling. Ich nutze meinen Hund als Verteidiger und versuche bisschen mit ihm zu zocken. Er ist einer der besten Verteidiger, gegen die ich gespielt habe. (lacht)

Grubauer: Mittlerweile kommt es einem wie die Sommerpause vor, wo man sich auf die neue Saison freut. Jeder will wieder zurück aufs Eis. Mein Hund liegt auf der Couch, der hat eher Angst vor dem Schläger. Mit ihm fahre ich aber mit dem Rad in die Berge.

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Kahun: Mir hat es in Buffalo viel Spaß gemacht. Ich habe aber nur sechs Spiele gespielt, deshalb wäre ich froh, wenn es wieder losgeht.

Rieder: Meine Eltern haben zwei Hunde, da mache ich es wie der Leon und nutze sie als Verteidiger. 

...die Entwicklung deutscher Talente, insbesondere vor dem Draft, bei dem Tim Stützle, JJ Peterka und Lukas Reichel vertreten sind, die relativ früh gezogen werden könnten:

Kahun: Es ist sehr, sehr wichtig, dass Top-Talente nachkommen. Ich habe Stützle noch nicht live spielen sehen, aber was man hört, ist das unglaublich, was er für Mannheim geleistet hat. Auch Peterka, den ich in München spielen sehen habe, ist gut. Und was Leon (Draisaitl) leistet, ist gute Werbung für das deutsche Eishockey. Wir sind auf einem guten Weg.

Draisaitl: Es ist schade, dass der Draft wahrscheinlich nur am Bildschirm stattfinden wird. Wir wünschen Stützle und den anderen beiden natürlich viel Glück.

Adler-Jungstar Tim Stützle könnte Leon Draisaitl als höchsten deutschen NHL-Draft ablösen
Adler-Jungstar Tim Stützle könnte Leon Draisaitl als höchsten deutschen NHL-Draft ablösen © imago

Rieder: Da sind mehrere Leute involviert. Marco Sturm als Bundestrainer hat beispielsweise geholfen. Es ist schön, immer mehr deutsche Spieler zu sehen, die den Sprung nach Nordamerika wagen. Das ist der Weg in die richtige Richtung.

...über Marc Michaelis (Vancouver Canucks):

Kahun: In Nordamerika hat er sich Jahr für Jahr gesteigert. Am meisten habe ich das bei der WM gemerkt, wenn man ihn ein Jahr lang nicht gesehen hat. Er hat es sich absolut verdient und ich kann mir vorstellen, dass er es packt.

Draisaitl: Marc hat sich sehr, sehr gut entwickelt. Er war schon immer ein sehr talentierter Spieler. Seine Entwicklung über die letzten Jahre am College war stark. Er hat sich seinen Vertrag verdient.